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Tragbarkeit der Hypothekarschuld im Alter – Was gilt es zu beachten?

Immer mehr Eigenheimbesitzer stehen vor der Frage, ob die Tragbarkeit ihrer Hypothek nach der Erwerbsaufgabe noch ausreichend gegeben ist oder ob ihr Finanzinstitut eine Reduktion der Hypothek auf den Pensionierungszeitpunkt verlangt. Um Klarheit in dieser unsicheren Situation zu erlangen, empfiehlt sich eine aktive Auseinandersetzung mit dieser Frage.

(von Remo Casutt*)

In den letzten Jahren sind die Preise für ein Eigenheim markant gestiegen. Infolgedessen sind die benötigten Hypotheken und der Bedarf, einen Anteil der Eigenheimfinanzierungen mittels Vorbezügen aus der beruflichen Vorsorge zu entnehmen, gestiegen. Diese Entwicklungen haben künftig grosse Auswirkungen auf die Finanzierungs- und Einkommenssituation nach der Erwerbstätigkeit. Die höheren Immobilienkaufpreise führen zudem dazu, dass Wohneigentum immer später erwerbbar wird. Demzufolge ist die Zeit in vielen Fällen zu kurz, die Hypothek bis zur Pensionierung auf ein angemessenes Niveau zu reduzieren.

Einkommen sicherstellen
Im Rentenalter sinkt das Einkommen oft um mehr als 30 Prozent. Bei Eigentümern, die ihre Liegenschaft mit Mitteln der Beruflichen Vorsorge finanziert haben, reduziert sich die Altersvorsorge zusätzlich. Eine Liegenschaft beziehungsweise eine Hypothek sollte im Pensionsalter nicht zur Last werden. Daher gilt es, bis spätestens zur Erwerbsaufgabe sicherzustellen, dass genügend Mittel angespart sind. Das Ziel müsste sein, die Hypothek so zu reduzieren, dass die kalkulatorischen Schuldzinsen in einem angemessenen Verhältnis zum Einkommen stehen. So wird sichergestellt, dass Rentnerinnen und Rentner auch in Phasen mit höheren Zinsen finanziell sorgenfrei leben können.

Sparlösungen für spätere Rückführung
Aktuell sind die Hypothekarzinsen sehr tief. Dies eröffnet Eigenheimbesitzern die Möglichkeit, für die spätere Amortisation der Hypothek zu sparen. Hier bietet sich als steuerbegünstigte indirekte Amortisation die Säule 3a als Sparlösung an. Aber auch im Rahmen des freien Vermögens sollte zusätzlich für die spätere Rückführung der Hypothek gespart werden. Aufgrund des in der Regel langen Anlagehorizontes empfiehlt es sich, diesen Teil in Wertschriften zu investieren. Die Möglichkeiten dazu sind sowohl in Rahmen der Säule 3a als auch im freien Vermögen vorhanden. Um all dies zu erreichen, ist es absolut notwendig, das Erwerbseinkommen nachhaltig abzusichern und bei entsprechenden Lücken im Bereich der Erwerbsunfähigkeit und im Todesfall Absicherungslösungen zu treffen.

Situation frühzeitig erkennen
Je früher man sich um den Vermögensaufbau kümmert, desto besser. Spätestens ab Alter 50 gilt es, genau hinzuschauen. Wer dann feststellt, dass die Hypothek mit 65 im Verhältnis zu den künftigen Renten zu hoch sein könnte, hat noch einige Jahre Zeit, die Situation zu verbessern. So können zusätzlich höhere Sparanstrengungen auch im Rahmen des Vorsorgevermögens (Schliessung von Vorsorgelücken in der Pensionskasse) oder gegebenenfalls direkte freiwillige Amortisationszahlungen zu einer Entschärfung der Situation führen.


Die Pension naht: Was soll mit der Hypothek auf dem Eigenheim passieren. Eine frühzeitige Planung vermittelt Sicherheit.

* Remo Casutt ist Leiter Finanz- und Vorsorgeplanung bei der Graubündner Kantonalbank, gkb.ch/vorsorgen.

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