«Das globale Wachstum wird von der erfolgreichen Nutzung von KI und ihren Produktivitätseffekten getragen.»
Aktuelle wirtschaftliche Lage
Die Weltwirtschaft hat sich bis 2025 trotz geopolitischer Unsicherheiten, Handelsrestriktionen und struktureller Herausforderungen als widerstandsfähig erwiesen. Die globale Inflation wird weiterhin von Schlüsselgrössen wie Energiepreisen, Handelspolitik und Arbeitsmarktbedingungen geprägt. Während die US-Inflation durch erhöhte Zölle moderat ansteigt, wirkt sich in Europa und der Schweiz eine schwächere Lohnentwicklung sowie eine starke Währung dämpfend aus.
Das Wachstum bewegt sich in den USA bei rund 2 Prozent, in Europa und der Schweiz ist die Teuerung etwas verhaltener, jedoch stabil. Die Zentralbanken haben die Leitzinsen weiter gesenkt, was die Finanzmärkte mittel- und langfristig prägt. Der Arbeitsmarkt zeigt sich robust mit niedriger Arbeitslosigkeit, wobei Zeichen einer Abschwächung in den USA auf eine sich abkühlende Nachfrage und gedämpfte Einstellungsraten hinweisen. Die Schweiz profitiert weiter-hin von einer stabilen Beschäftigungssituation.
Langfristige Einflussfaktoren: Demografie und Technologie
Auf lange Sicht begrenzen demografische Entwicklungen wie die alternde Bevölkerung das Wachstumspotenzial, auch wenn Migration und eine steigende Erwerbsbeteiligung, speziell älterer Arbeitnehmer, dämpfende Effekte auf diesen Trend haben. Die Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums hängt stark von Produktivitätsgewinnen ab. Hier spielt die Künstliche Intelligenz (KI) als General Purpose Technology eine Schlüsselrolle. Die produktivitätssteigernde Wirkung von KI wird in führenden Ländern wie den USA in den 2030er Jahren zu jährlichen Zuwächsen von bis zu 2 Prozent führen.
Europas Fortschritte sind langsamer, und China muss neben Chancen auch erhebliche Hürden bei der KI-Entwicklung bewältigen. Diese Divergenzen können zu einer weiteren Kluft zwischen den Regionen und einer stärkeren Fragmentierung der Weltwirtschaft beitragen.
Inflation, Geldpolitik und Zinsentwicklung
Die hohe Inflation der letzten Jahre wird nicht zur dauer-haften Normalität. In den nächsten Jahren dürfte die Inflationsentwicklung volatil bleiben. Langfristig ist mit einer Inflation leicht erhöht über dem Zielniveau von etwa 2 Prozent zu rechnen.
Höhere Inflationsraten etwa zwischen 2 und 3 Prozent gelten als wachstumsneutral. Zentralbanken reagieren mit einem längerfristigen höheren Zinsniveau («higher for longer»), wodurch die realen Gleichgewichtszinsen über die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre ansteigen könnten. Dies wird Investitionskosten ebenso wie Finanzierungsbedingungen beeinflussen.
Die Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) für Wachstum und Arbeitsmarkt
KI-Technologien revolutionieren nicht nur den Dienstleistungssektor, sondern wirken sich breit auf die gesamte Wirtschaft aus, indem sie bestehende Arbeitsplätze ergänzen und neue schaffen, statt Massenarbeitslosigkeit zu erzeugen. Die Produktivitätssteigerung durch KI erhöht Realeinkommen und Nachfrage, was Wachstumsimpulse setzt. Inflationär wirkte KI bislang kaum, mit tendenziell dämpfender Wirkung durch Effizienzgewinne. Auch der Einfluss auf reale Zinsen bleibt moderat, während die Kapitalnachfrage durch höhere Investitionen steigt.
Chancen und Risiken für das Makroumfeld bis 2030
In der mittelfristigen Perspektive stehen Chancen und Risiken eng beieinander. Chancen liegen vor allem im technologisch getriebenen Produktivitätsanstieg und einer adaptiven Arbeitsmarktgestaltung durch KI.
Auf der Risikoseite stehen geopolitische Spannungen, fragmentierte Handelsbeziehungen sowie demografische Hemmnisse.
Das zu erwartende «higher for longer»-Szenario – höhere Inflation, Zinsen und Wachstum über längere Zeiträume – stellt Investoren und politische Entscheidungsträger vor neue Herausforderungen, erfordert aber auch angepasste Strategien bei Risikomanagement, Investment und Fiskalpolitik.
Zusammenfassung
Die globale Wirtschaft bleibt bis 2030 trotz zahlreicher Unsicherheiten stabil und robust mit moderatem Wachstum und kontrollierter Inflation. Demografische Herausforderungen begrenzen das Wachstum, werden jedoch durch steigende Erwerbsbeteiligung und technologische Innovationen, insbesondere KI, ausgeglichen. KI fungiert als wichtiger Produktivitätsmotor, der insbesondere in den USA zu überdurchschnittlichem Wachstum führt. Die Inflation folgt einer Dreiphasen-Entwicklung mit anhaltend leicht erhöhtem Niveau, während Zentralbanken eine dauerhafte höhere Zinslandschaft prägen. Chancen durch Innovation stehen Risiken aus globaler Fragmentierung und Handelsrestriktionen gegenüber, was ein komplexes, zugleich aber dynamisches makroökonomisches Umfeld schafft.