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Grönland-Konflikt: Trump droht mit neuen Zöllen.

GKB Anlage-Fokus.

Datum: 19.01.2026 Neu
Autor: Daniel Lüchinger

​​​​​​​Politische Spannungen rund um Grönland und damit verbundene Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump sorgen für Unsicherheit an den Finanzmärkten. Trump zeigt mit seinen Drohungen, dass die USA unter seiner Führung kein verlässlicher Handelspartner mehr sind.​

​Donald Trump kündigte am Wochenende an, ab Februar neue Strafzölle in Höhe von 10 Prozent gegen acht europäische Länder zu verhängen. Diese könnten sogar auf 25 Prozent steigen, wenn die USA bis Juni nicht die vollständige Kontrolle über Grönland erhalten sollten. Trump fordert den Kauf der Insel aufgrund ihrer strategischen Lage und bedeutenden Ressourcen. Damit ignoriert Trump nicht nur sein bereits geschlossenes Handelsabkommen mit der EU vom letzten Sommer, sondern bestätigt auch alle Befürchtungen hinsichtlich der US-Aussen- und Handelspolitik, die keinen bindenden Regeln mehr unterliegen, sondern einzig und allein seinen Launen. Die USA entwickeln sich unter Trump von einem Leader zum Tonangeber. Fast unnötig zu erwähnen ist, dass er mit seinem Besitzanspruch auch das UNO-Selbstbestimmungsrecht der Völker ignoriert. 

​«Der Zollkonflikt unter Präsident Trump ist nie abgeschlossen – er ist immer nur vertagt.»​

​​ Die jüngsten Entwicklungen rund um Grönland sorgen an den internationalen Finanzmärkten für erhöhte Unsicherheit. Marktteilnehmende vermeiden übermässiges Risiko. Das führte zu Umschichtungen von risikoreichen Anlagen wie Aktien hin zu risikoärmeren Anlagen wie Edelmetallen oder Devisen in Schweizer Franken. 

Die Grönland-Thematik dürfte auch in den nächsten Wochen für Volatilität an den Finanzmärkten sorgen. Das Worst-Case-Szenario einer rapiden Verschärfung des Handelsstreits tritt dann ein, wenn sich die diplomatischen Fronten verhärten und die EU grosse Vergeltungsmassnahmen ankündigt. Dies würde die Preise überall erhöhen, was auch Auswirkungen auf die Schweiz hätte. Die Schweiz ist zwar nicht direkt von den angedrohten Strafzöllen betroffen – doch für ein exportorientiertes Land mit engen Handelsbeziehungen in die USA und die EU sind die Entwicklungen doppelt wichtig. Langfristig schwächen Zölle die Kaufkraft der Konsumenten, was wiederum einen negativen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum hat. 

​Eine Chance für bilateralen Dialog bietet das Weltwirtschaftsforum in Davos, an dem auch Donald Trump teilnehmen wird. Anders als bei früheren Zolloffensiven fehlt ihm in der Grönland-Thematik breite politische Unterstützung aus den eigenen Reihen, weshalb eine Einigung wahrscheinlich erscheint. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Entwicklungen, dass die handelspolitische Verlässlichkeit der USA unter Präsident Trump weiter abnimmt. Davon profitieren alternative Wirtschaftsräume, allen voran China, das sich zunehmend als stabilerer Handelspartner positioniert. Bereits letzte Woche verkündete beispielsweise Kanada ein neues Handelsabkommen mit China. Der Deal öffnet das Land unter anderem für Kontingente chinesischer Autos – eigentlich das Gegenteil davon, was die US-Politik bislang erreichen wollte. Wir gehen davon aus, dass schliesslich ein «Deal» erzielt werden wird. Stärkere Verluste an den Aktienmärken stellen daher eine günstige Einstiegschance dar. Klar wird aber auch, dass Investitionen ausserhalb der USA – z.B. in den Schwellenländern – mittel- bis langfristig profitieren werden. ​​

Gemeinsam wachsen.