Der Waffenstillstand macht Hoffnung auf einen anhaltenden Frieden, doch es herrscht eine gewisse Unsicherheit. Berichte über einen Bruch des Waffenstillstands, die Komplexität der Lösungsfindung mit mindestens vier Konfliktparteien und die Unklarheit darüber, was genau im Waffenstillstand geregelt ist, sorgen für Spannungen. Beinhaltet der Waffenstillstand auch die Angriffe Israels auf den Libanon? Die USA und Israel sagen nein, der Iran sagt ja und sieht in den Attacken einen Bruch des Abkommens. Hinzu kommen die anhaltenden Drohungen von beiden Seiten und verzögerte Friedensgespräche.
Bis jetzt fahren keine Öltanker durch die Strasse von Hormuz – dies bleibt die wichtigste Komponente, auf die sich die Finanzmärkte fokussieren. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche wirtschaftlichen Effekte der Krieg bisher ausgelöst hat. In Japan ist die Konsumentenstimmung regelrecht eingebrochen. Höhere Preise an der Tankstelle oder für Flüge machen sich bemerkbar. Die entscheidende Frage ist, ob diese direkten Kosten auch sogenannte Zweitrundeneffekte auslösen und die Inflation für längere Zeit weiter anheizen.
Neben diesen Unsicherheiten sind auch die Details zur Öffnung der Strasse von Hormuz unklar. Eine Möglichkeit ist, dass der Iran für die Durchfahrt eine Gebühr verlangen könnte. Denkbar ist auch, dass andere Golfstaaten oder die USA selbst eine Gebühr für die sichere Passage fordern könnten. Problematisch daran ist weniger der Effekt auf den Ölpreis – dieser wäre wohl minimal – sondern das politische Signal. Eine solche Einführung würde eine neue Dimension der geopolitischen Unsicherheit bedeuten.