Die US-Produzentenpreise fielen im September höher aus als erwartet und verstärken damit die Zinssensitivität der Märkte. Besonders relevant sind Komponenten, die direkt in den Kern-PCE-Deflator (das bevorzugte Inflationsmass der US Notenbank) einfliessen; die Schätzung für den monatlichen Anstieg liegt nun bei rund 0.35 Prozent. Der Preisdruck kam zwar teilweise aus volatilen Handelsmargen sowie höheren Transport- und Lagerkosten, doch auch Kernkonsumgüter verteuerten sich deutlich. Damit wird eine weitere Zinserhöhung im Oktober etwas wahrscheinlicher, bleibt aber abhängig von den Finanzierungsbedingungen und der Risikobereitschaft der Fed. Fed-Funds-Futures preisen derzeit rund 30 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen Schritt ein. Wir rechnen in diesem Jahr noch mit einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank.
Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im September zwar stärker als erwartet um 0.8 Prozent gegenüber dem Vormonat, wurden aber deutlich durch höhere Benzinpreise gestützt. Aussagekräftiger ist die sogenannte Kontrollgruppe, die nur um 0.1 Prozent zulegte und direkt in die Konsumschätzung der US-Statistikbehörde einfliesst. Zusammen mit schwächeren Autoverkäufen deutet dies darauf hin, dass der reale Konsum im September kaum gewachsen ist. Für das dritte Quartal bleibt das Wachstum zwar solide, der schwache Monatsausklang spricht jedoch für eine moderatere Dynamik im vierten Quartal.