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Die KI-Welle erfasst zunehmend die Softwarebranche und sorgt für Unsicherheiten an den Finanzmärkten. Doch während die Börsen nervös reagieren, zeigen sich erste deutliche Produktivitätsgewinne in KI-affinen Sektoren.
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Im Fokus
Software-Aktien unter Druck.
Diese Woche standen vor allem Softwareunternehmen im Fokus der KI-Welle. Seit dem „ChatGPT-Moment“ überschlagen sich die Ereignisse: Zunächst war es die Textverarbeitung, dann die Bildgenerierung und später auch Videos. Unweigerlich stellt sich die Frage, was als Nächstes kommt. Die Antwort der Finanzmärkte in dieser Woche scheint klar: Software. Spätestens seit dem neuen Add-In „Legal“ von Anthropic, das juristische Prozesse stark vereinfacht, geraten Softwareunternehmen an der Börse zunehmend unter Druck. Es droht eine Disruption, ähnlich wie sie die Printmedien erlebt haben – auch wenn dieser Wandel noch Zeit braucht. Die Reaktion der Finanzmärkte erscheint daher übertrieben. Oder wie Jensen Huang, CEO von Nvidia, es ausdrückte: „Der Software-Ausverkauf an den Börsen ist das unlogischste Phänomen der Welt.“ KI würde die Software-Tool nutzen und nicht ersetzen. Gleichzeitig werden die Produktivitätsgewinne durch KI immer sichtbarer, insbesondere in den USA, wo die Produktivität in KI-affinen Sektoren am stärksten steigt.
Neuer Fed Chef und Job Report.
Der neue Fed-Chef Kevin Warsh (sofern er vom Senat bestätigt wird) plant, die Geldpolitik insgesamt expansiv zu halten und die Zinsen stärker zu senken als sein Vorgänger. Gleichzeitig steht Warsh der großen Bilanz der Fed kritisch gegenüber und möchte diese verkleinern. Allerdings könnten Risiken im Repo-Markt seine Möglichkeiten einschränken, da die Fed erst im Dezember die Liquidität erhöhen musste. Innerhalb der US-Notenbank stößt Warshs Ansatz, die Bilanz mit der Inflationsentwicklung zu verknüpfen, auf Widerstand. Die geplante Geldpolitik dürfte kurzfristig zu niedrigeren Zinsen führen, während die langfristigen Zinsen leicht ansteigen könnten. Dennoch wird erwartet, dass die Fed eingreifen würde, falls die Zinsen zu stark steigen. Der US-Dollar könnte seitwärts oder leicht schwächer tendieren, ohne jedoch drastisch abgewertet zu werden. Gold und Silber könnten etwas an Attraktivität verlieren, während Aktien und Rohstoffe von der expansiven Geld- und Fiskalpolitik profitieren dürften.
Wenig erfreulich zeigt sich die Entwicklung am US Arbeitsmarkt zum Jahresstart. US Unternehmen haben gem. dem gestern veröffentlichten Challenger Job Report mehr als 100'000 Stellen gestrichen. Das sind 118% mehr als im Vorjahreszeitraum und der stärkste Stellenabbau seit 2009 - mitten in der grossen Depression während der Finanzkrise. Die US Notenbank wird die Entwicklung am Arbeitsmarkt sicher genau verfolgen und ihre Zinspolitik anpassen, falls notwendig.
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