Wie lange geht das noch gut?
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass ein Ölpreis von USD 120.– pro Barrel ein kritisches Niveau darstellt: Solange er darunter bleibt oder nur kurzzeitig überschreitet, bleibt der Aufschwung der Weltwirtschaft intakt. Sollte der Ölpreis jedoch deutlich über diese Schwelle steigen, könnten die konjunkturellen Bremseffekte zunehmen und das Risiko einer globalen Rezession steigen. Aktuell bewegt sich der Ölpreis genau an dieser kritischen Marke.
Die angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran hat sich in dieser Woche weiter verschärft. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit eines anhaltend hohen Ölpreises. Dennoch gehen wir weiterhin davon aus, dass eine diplomatische Lösung gefunden wird und die Weltwirtschaft grössere Schäden vermeiden kann.
Unternehmensergebnisse gut, Ausblick bleibt unsicher.
Die Unternehmensgewinne entwickeln sich weiterhin positiv: In Europa stiegen sie um 6%, in den USA sogar um 18%. Besonders in den USA konnten die Gewinnerwartungen im Durchschnitt deutlich übertroffen werden. Dabei zeigt sich ein bekanntes Muster: US-Technologieunternehmen und defensive Sektoren performen stark, während zyklische Branchen schwächer abschneiden. Die Aktienmärkte reagierten positiv auf die guten Ergebnisse.
Der Ausblick bleibt jedoch insbesondere in Europa getrübt. Rund 25% der Unternehmen erwarten eine Nachfrageschwäche aufgrund des Konflikts im Iran. Hinzu kommen Belastungen durch anhaltende Lieferkettenprobleme und steigende Kosten. Trotz dieser Unsicherheiten war der April ein starker Monat für die Aktienmärkte: Der breite US-Aktienmarkt verzeichnete den besten Monat seit November 2020, während der Nasdaq den besten April seit 2020 erlebte – und das trotz der Blockade der Strasse von Hormuz.