Tieferes Öl stützt Risikobereitschaft.
Die neuen Nachrichten der Nacht bestätigen die Entspannung am Energiemarkt. Mit wieder anlaufendem Verkehr durch die Strasse von Hormus - gestern passierten 11 Schiffe die Meeresenge - und fallenden Ölpreisen hat sich das unmittelbare Inflationsrisiko deutlich reduziert. Das stützt die Aktienmärkte, weil ein erneuter Ölpreisschock vorerst unwahrscheinlicher geworden ist. Besonders Europa profitiert davon, da die Region stärker vom Energiekanal und vom Wachstumseinbruch bei anhaltend hohen Rohstoffpreisen betroffen ist. Für Schweizer Anleger bleibt dies positiv, weil tiefere Energiepreise Margen, Konsum und Inflationsperspektiven entlasten.
SNB hält die Füsse still.
Die Schweizer Nationalbank liess den Leitzins unverändert bei null Prozent, was angesichts der stabilen wirtschaftlichen Lage der Schweiz keine Überraschung war. Laut der bedingten Inflationsprognose wird die Teuerung in den kommenden Quartalen zunächst moderat ansteigen, bevor sie in der ersten Jahreshälfte 2027 voraussichtlich wieder leicht zurückgeht. Dieser Rückgang wird erwartet, da die Effekte der gestiegenen Energiepreise im Laufe der Zeit nachlassen werden. Nach dem "Deal" zwischen den USA und dem Iran sind die grössten Risiken für die Inflationsentwicklung wohl vom Tisch.
Die jüngsten Entwicklungen bestätigen das konstruktive Bild. Tieferes Öl öffnet die Tür für eine breitere Aktienrally, insbesondere in den Schwellenländern, bei Zyklikern, Banken und ausgewählten Konsumwerten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Gewinnqualität und Bewertung, weil die Geldpolitik weniger Unterstützung liefert. Hält das Friedensabkommen (vorläufig für 60 Tage vereinbart) und wird in ein permanentes Abkommen überführt, dann sollte sich die Marktbreite weiter verbessern. Gleichzeitig sollte dann auch der Gegenwind der Notenbanken nachlassen.