Diese Woche legten mit Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon gleich vier Schwergewichte des Technologiesektors ihre Quartalszahlen vor. Aufgrund ihrer Marktmacht und ihrer führenden Rolle im KI-Wettlauf gelten ihre Ergebnisse und Prognosen als wichtiger Gradmesser für den Technologiesektor insgesamt. Im Zentrum steht dabei die entscheidende Frage: Ob und wie schnell sich die milliardenschweren Investitionen in KI in höheren Umsätzen und Gewinnen niederschlagen werden.
-
Alphabet (Google): Alphabet veröffentlichte seine Zahlen und überraschte mit einem starken Wachstum im Cloud-Geschäft. Dennoch verlor die Aktie an Wert. Das Unternehmen kündigte an, in den kommenden Jahren rund USD 200 Milliarden in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur zu investieren. Ein weiterer Wermutstropfen: Der freie Cashflow fiel erstmals seit dem Börsengang 2004 negativ aus.
-
Meta (Facebook): Meta enttäuschte insbesondere beim Gewinn, der hinter den Erwartungen zurückblieb. Hohe Rechtskosten und Abfindungszahlungen belasteten das Ergebnis. Die Aktie reagierte entsprechend verhalten.
-
Microsoft: Microsoft konnte mit seinen Zahlen überzeugen. Besonders das Wachstum im Cloud-Bereich übertraf die Erwartungen, was die Aktie zeitweise um bis zu 10 % steigen liess. Die milliardenschweren Investitionen in KI scheinen sich auszuzahlen.
-
Amazon: Amazon übertraf die Erwartungen der Wall Street und verzeichnete im nachbörslichen Handel einen Kursanstieg von über 7 Prozent. Besonders die Cloud-Sparte AWS überzeugte im Jahresvergleich. Unter dem Strich sprang der Gewinn von 18,1 Milliarden Dollar im Vorjahr auf knapp 62,65 Milliarden Dollar hoch. Allerdings schliesst das auch zusätzliche Buchgewinne etwa durch die Neubewertung der Beteiligung an der KI-Firma Anthropic ein.
-
Apple: Aus Angst vor drohenden Preissteigerungen haben Konsumierende in den vergangenen Monaten vermehrt ihre iPhones und MacBooks durch neuere Modelle ersetzt. Dies bescherte Apple ein überraschend starkes Quartalsergebnis. Allerdings blieben die Umsätze in der wichtigen Service-Sparte, die unter anderem den App Store und den Streaming-Dienst Apple TV+ umfasst, hinter den Erwartungen zurück. Auch der Ausblick des Unternehmens enttäuschte. In der Folge brach die Aktie des US-Elektronikkonzerns im nachbörslichen Handel an der Wall Street um knapp acht Prozent ein.