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Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran spitzen sich zu: Ein möglicher Militärschlag könnte die globalen Märkte belasten. Anleger sollten jedoch besonnen bleiben, da sich geopolitische Krisen langfristig meist weniger dramatisch auf die Märkte auswirken.
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Im Fokus
Sorgen vor Krieg im Iran belastet.
Nachdem es zuletzt zu Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran gekommen war, häuften sich gestern die Anzeichen für einen baldigen Krieg. Laut dem TV-Sender CBS sollen ranghohe Sicherheitsberater Donald Trump informiert haben, dass das Militär bereit sei, bereits am Samstag erste Angriffe auf den Iran zu starten. Eine Entscheidung über einen Angriff wurde jedoch noch nicht getroffen. Donald Trump setzte aber eine Deadline für einen Deal. Die Unsicherheiten rund um einen möglichen Militärschlag belasteten gestern die Stimmung an den Börsen. In diesem Umfeld legte der Schweizer Aktienmarkt nach seinem Allzeithöchst eine Pause ein und schloss leicht tiefer. In solchen Situationen gilt es, Ruhe zu bewahren. In der Vergangenheit war der Zukauf von Aktien im Durchschnitt die beste Reaktion von Anlegern auf geopolitische Krisen. Eine Ausnahme bildet jedoch eine dauerhaft erhöhte Inflation – „dauerhaft“ bedeutet in diesem Kontext mindestens ein Jahr oder länger. Kurzfristig hätte ein Angriff auf den Iran wohl stark steigende Ölpreise zur Folge, was entsprechende Auswirkungen auf die globale Inflationsentwicklung hätte. Damit würden Zinssenkungen unwahrscheinlicher. Die längerfristigen Effekte auf die Ölpreise und damit auf die Inflation sollten sich jedoch in Grenzen halten.
Wirtschaftumfeld bleibt positiv.
Zuletzt haben vor allem Sorgen über KI-Disruptionen, höhere Energiepreise und der schwelende Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Stimmung an den Finanzmärkten geprägt. Die fundamentalen Wirtschaftsdaten bleiben jedoch unverändert positiv, und positive Überraschungen überwiegen. So zeigte sich zuletzt auch der Arbeitsmarkt in den USA robust. Die Unternehmenszahlen für das vierte Quartal des letzten Jahres bestätigen zudem, dass die wirtschaftliche Erholung in Europa auf einem guten Weg ist. Vor diesem positiven Hintergrund sind weitere starke Zinssenkungen zwar weniger wahrscheinlich, aber auch weniger notwendig, um zusätzliche Gewinne an den Finanzmärkten zu erzielen.
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