Banken überzeugen, Technologiewerte unter Druck.
Die internationalen Aktienmärkte haben sich in dieser Woche uneinheitlich entwickelt. Positiv verlief der Auftakt der Berichtssaison für die grossen US-Banken. Sie profitierten von überraschend hohen Einnahmen im Zins- und Kommissionsgeschäft. Weniger gefragt waren dagegen Technologiewerte. Zwar legten der Chipausrüster ASML und der Halbleiterhersteller TSMC starke Zahlen vor. Solche Ergebnisse sind angesichts der hohen Bewertungen im Halbleiter- und KI-Sektor inzwischen jedoch beinahe notwendig. Die Anleger fragen sich zunehmend, ob die erwarteten Gewinne mit dem starken Kursanstieg vieler Technologieunternehmen Schritt halten können.
Zusätzliche Unsicherheit verursachte die Eskalation im Nahen Osten. Das US-Militär greift bald wieder seit einer Woche Ziele im Iran an. An den Märkten wächst deshalb die Sorge, dass der Konflikt die Energieversorgung und die Ölpreise stärker beeinträchtigen könnte. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent blieb zuletzt dennoch weitgehend stabil bei rund 85 Dollar.
In der Schweiz gerieten ABB und Partners Group trotz grundsätzlich solider Geschäftszahlen unter Druck. ABB verlor 5,9 Prozent. Die geplante Übernahme des britischen Automatisierungsspezialisten Rotork für rund 5,5 Milliarden Dollar wurde von den Anlegern als teuer beurteilt. Partners Group büsste 6 Prozent ein. Die Entwicklung der verwalteten Vermögen fiel zwar solide aus, reichte aber nicht aus, um die bestehenden Zweifel der Investoren zu zerstreuen. Insgesamt schloss der Schweizer Aktienmarkt die Woche dennoch im Plus. Unterstützung kam unter anderem von Richemont, das ebenfalls überzeugende Geschäftszahlen vorlegte.
US-Inflation fällt stärker als erwartet.
Der Preisdruck in den USA hat im Juni überraschend deutlich nachgelassen. Sowohl die Konsumenten- als auch die Produzentenpreise sanken gegenüber dem Vormonat. Hauptgrund waren tiefere Energiepreise. Benzin verbilligte sich um fast 10 Prozent. Bemerkenswert ist, dass die Preise auch ohne die stark schwankenden Energie- und Lebensmittelkosten kaum stiegen. Güter wurden erneut etwas günstiger, während die Preise für Dienstleistungen stagnierten. Die Gesamtinflation sank im Jahresvergleich von 4,2 auf 3,5 Prozent. Die Kerninflation ging von 2,9 auf 2,6 Prozent zurück. Das sind erfreuliche Signale. Die Inflation liegt aber weiterhin über dem Zielwert von 2 Prozent. Eine weiterhin eher straffe Geldpolitik der US-Notenbank erscheint deshalb gerechtfertigt. Dafür spricht auch die robuste Wirtschaftslage: Laut dem jüngsten Konjunkturbericht der US-Notenbank bleibt der Arbeitsmarkt stabil, und viele Unternehmen blicken zuversichtlich auf die kommenden Monate.
China: Wachstum verliert an Schwung.
Chinas Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2026 an Schwung verloren. Das Wachstum fiel mit 4,3 Prozent im Jahresvergleich unter das Regierungsziel. Während die Industrie dank starker Exporte in den Bereichen künstliche Intelligenz und grüne Technologien robust bleibt, entwickelt sich die Binnenwirtschaft weiterhin schwach. Sinkende Investitionen, insbesondere im Immobiliensektor, sowie eine verhaltene Konsumnachfrage belasten die Konjunktur. Sollte sich die Abschwächung fortsetzen, dürfte Peking seine derzeitige Sparpolitik überdenken.
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