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Überraschende Stagnation und gemischte Quartalsergebnisse.

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Datum: 17.07.2024 Neu

Die US-Einzelhandelsumsätze stagnieren im Juni überraschend, während Anzeichen für eine zukünftige Abschwächung des Konsums bestehen. Gleichzeitig zeigt die Quartalsberichtsaison gemischte Ergebnisse: US-Banken überzeugen, während einige Schweizer Unternehmen enttäuschen.

Im Fokus
 

  • Überraschende Stagnation.
    ​Im Juni sind die Umsätze amerikanischer Einzelhändler überraschend konstant geblieben, anstatt der erwarteten Abschwächung um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Zudem wurde der Umsatzanstieg im Mai von ursprünglich 0,1 Prozent auf 0,3 Prozent nach oben korrigiert. Auch in der Kontrollgruppe verzeichneten die Umsätze unerwartet starke Zuwächse, was die Zahlen des regulären Berichts stützt. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Konsum im zweiten Quartal weniger stark eingebrochen ist als befürchtet. Allerdings stehen Anzeichen für eine bevorstehende Abschwächung des Konsums im Raum. Die Überschussersparnisse der Haushalte sind nahezu aufgebraucht, die Zinssätze bleiben hoch, und die Kreditkartenschulden steigen weiter an. Diese Faktoren reduzieren das verfügbare Einkommen der Amerikaner und könnten zu einer merklichen Verlangsamung der Wirtschaft führen. Bereits in der laufenden Berichtssaison haben einige Unternehmen aus dem Nicht-Basiskonsumsektor vorsichtige Prognosen abgegeben. Sie rechnen mit einer nachlassenden Konsumdynamik bei den amerikanischen Verbrauchern, was weitere Herausforderungen für die Wirtschaft der USA mit sich bringen könnte.​

  • Quartalsergebnisse in der Schweiz.
    Die Berichtsaison für das zweite Quartal ist in vollem Gange, angeführt von den großen US-Banken, die mehrheitlich mit starken Ergebnissen überzeugten. In der Schweiz hingegen zeichnete sich ein gemischtes Bild ab. Unternehmen wie Barry Callebaut, DocMorris, Ems-Chemie und Swatch präsentierten teilweise desaströse Zahlen, was zu Kurseinbrüchen von bis zu 17 Prozent führte. Zwar stabilisierten sich die Aktien gestern, eine wirkliche Erholung blieb jedoch aus. Die schwache Entwicklung in China im zweiten Quartal sorgte für Besorgnis, dass dies die Aktie von Richemont belasten könnte. Bei der gestrigen Veröffentlichung zeigte sich jedoch, dass Richemont die Nachfrageschwäche aus China durch starke Ergebnisse in anderen Regionen kompensieren konnte. Auffällig war gestern DKSH, deren Aktienkurs dank deutlich besserer Gewinnzahlen als erwartet um über 8 Prozent anstieg, obwohl der Umsatz nur mäßig überzeugte. Morgen stehen weitere bedeutende Unternehmenszahlen an, unter anderem von ABB, Novartis und VAT, auf die Investoren gespannt warten.



Marktüber​sicht

 

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Konjunkturdaten ​


Tag ​Datenpunkt/ ­​­​Meeting ​Vor​wert Aktu​ell
MontagEurozone: Industrieproduktion, % gg. Vj.​
-3.1
-2.9​​​​​​​​​
​DienstagUSA: Einzelhandelsumsätze, % gg. Vm.
0.3
​​​​​0.3
​MittwochUSA: Industrieproduktion, % gg. Vm.
0.7


USA: Kapazitätsauslastung, %​​​​​
78.2​​
​DonnerstagEurozone: Hauptrefinanzierungssatz, %
​4.25

​​
Eurozone: Einlagensatz, %
3.75
​​


​USA: Index der Frühindikatoren, % gg. Vm.​-0.5​
​FreitagDeutschland: Erzeugerpreise, % gg. Vm.​
​0.0​


Deutschland: Erzeugerpreise, % gg. Vj.
-2.2
​​​​​​
​​
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