Erholung nach jüngsten Verlusten, trotz neuer Eskalation im Nahen Osten.
Die Aktienmärkte schalteten diese Woche in den Korrekturmodus, nachdem US-Präsident Trump anlässlich des Nato-Gipfels den Waffenstillstand mit Iran als beendet erklärt hatte und die Ölpreise daraufhin wieder deutlich angestiegen sind.
Am Donnerstag konnten sich die Aktienmärkte von den Verlusten im Wochenverlauf erholen. Sinkende Ölpreise und Kursgewinne bei Technologie- und Halbleiterwerten sorgten für Zuversicht. Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran hielten die Anleger jedoch vorsichtig. In der Schweiz legten insbesondere Technologiewerte und die Aktien der UBS zu. Auch an den europäischen Börsen setzte eine Gegenbewegung ein. Besonders gefragt waren Rohstoff-, Bank- und Technologiewerte.
An der Wall Street führten Halbleiteraktien die Erholung an. Jedoch gerieten Softwaretitel unter Druck, nachdem Starbucks angekündigt hatte, im Geschäftsbetrieb stärker auf künstliche Intelligenz zu setzen. Anleger befürchten, dass neue KI-Lösungen einen Teil der bisher verwendeten klassischen Unternehmenssoftware ersetzen könnten. Zu den Gewinnern gehörte Micron. Die Aktie des Speicherchipherstellers stieg um 4,5 Prozent. Das Unternehmen will bis 2035 mehr als 250 Milliarden Dollar in zusätzliche Halbleiter- und Speicherkapazitäten investieren.
Für etwas Entspannung sorgten die Energiepreise. Der Preis für ein Fass Brent-Öl sank auf rund 76 Dollar. Zuvor war er wegen der neuen Angriffe zwischen den USA und dem Iran zeitweise in Richtung 78 Dollar gestiegen. Trotz der militärischen Eskalation hoffen die Märkte weiterhin auf eine diplomatische Lösung. Diese widersprüchlichen Signale prägen derzeit das Geschehen.
Chipfirma SK Hynix mit zweitgrösster Aktienemission der Geschichte.
Der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix hat mit seiner Kapitalerhöhung rund 26,5 Milliarden Dollar eingenommen. Damit liegt die Aktienemission hinter dem kürzlich erfolgten SpaceX-IPO auf Rang 2. Ab heute Freitag kann der Titel unter dem Kürzel «SKHY» erstmals an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelt werden. Das Geld soll vor allem in den Ausbau der Produktionskapazitäten fliessen. Bei der Emission handelt es sich um eine Zweitkotierung über American Depositary Receipts (ADR) und nicht um einen klassischen Börsengang. SK Hynix war bereits an der Südkoreanischen Börse kotiert. Vereinfacht gesagt, können amerikanische Anlegende über den ADR nun in US-Dollar und zu amerikanischen Börsenzeiten SK-Hinix-Aktien handeln.
Mit dem Gang an die Wall Street hofft Hynix, seinen Bewertungsrückstand auf den kleineren US-Rivalen Micron zu verringern. SK Hynix ist der führende Anbieter sogenannter HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) mit einem Weltmarktanteil von 61 Prozent. Diese margenstarken Hochleistungschips werden in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Hynix ist beispielsweise ein wichtiger Zulieferer für Nvidia, den weltgrössten Anbieter von KI-Prozessoren.
GKB Finanz-News in den Sommerwochen.
Während der Sommerwochen erscheint unser Finanz-News-Newsletter jeweils am Montag und Freitag in Ihrem Posteingang. Zum Wochenstart geben wir Ihnen einen kompakten Ausblick auf die wichtigsten Themen der Woche, zum Wochenschluss ordnen wir die zentralen Entwicklungen ein.