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Faktorprämien unter der Lupe.

«Momentum», «Growth» und «Quality» mit deutlicher Überrendite.

Datum: 08.10.2020 
Autor: Alexandra Kast

Eine Investition in Faktorprämien bietet Chancen für Anlegerinnen und Anleger. Wir nehmen relevante Faktorprämien unter die Lupe und zeigen auf, wie davon profitiert werden kann.

Alexandra Kast

 

Was sind Faktorprämien und warum sind diese relevant?
Unternehmen werden üblicherweise nach Regionen oder nach Sektoren klassifiziert. Neben der Einteilung nach diesen traditionellen Kriterien, ist auch eine Zuordnung nach Faktoren, respektive Stilen möglich. Unternehmen lassen sich aufgrund ihrer originären Eigenschaften, wie beispielsweise der Grösse, der Zyklizität des Geschäftsmodells, der Profitabilität, des Gewinnwachstum und der Bewertung, bestimmten Anlagestilen zuordnen.

 

Eine Investition in solche Faktorprämien bietet Chancen für Anlegerinnen und Anleger, denn diese liefern erwiesenermassen eine langfristige Prämie gegenüber dem Gesamtmarkt. Die Graubündner Kantonalbank unterscheidet zwischen folgenden Faktorprämien:

  • «Quality»-Aktien haben nachhaltige Wettbewerbsvorteile und zeichnen sich durch finanzielle Stabilität und hohe Profitabilität aus.
  • «Momentum»-Aktien haben sich in den letzten Monaten überdurchschnittlich gut entwickelt.
  • «Growth»-Aktien sind Aktien von Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstum.
  • «Value»-Aktien zeichnen sich durch eine tiefe Bewertung aus.
  • «Low Risk»-Aktien erzielen mit wesentlich tieferen Kursschwankungen eine mit dem Markt vergleichbare Rendite.
  • «Low Size»-Aktien sind Aktien von klein- und mittelkapitalisierten Unternehmen.

Die meisten Faktorprämien sind untereinander tief korreliert, entwickeln sich je nach Marktumfeld unterschiedlich und unterscheiden sich bezüglich ihrer langfristigen Rendite- und Risikoeigenschaften.
Im Krisenumfeld sind «Low Risk» Aktien dank ihres defensiven Charakters besonders gefragt. Zyklische «Value»- und «Low Size»-Aktien hingegen, werden in Phasen konjunktureller Erholung vermehrt nachgefragt. Der Faktor «Quality» funktioniert nahezu in sämtlichen Wirtschaftsphasen, wohingegen «Momentum»-Titel bei stabilen Trends am besten rentieren.

Es zeigt sich, dass das Timing von Faktorprämien herausfordernd ist. Im Portfoliokontext ist es empfehlenswert, Faktorprämien langfristig zu diversifizieren. Diszipliniert umgesetzt erhöhen sie die Robustheit des Aktienportfolios und verbessern die langfristige Rendite eines Portfolios.

 


Wie haben sich die Faktorprämien im laufenden Jahr entwickelt?
Nach dem schnellsten Kursverlust der Geschichte im ersten Quartal notieren die wichtigsten Börsenindizes nahe am oder gar über dem Jahresultimo. Einzig Aktien der Eurozone handeln klar unter dem Jahresendwert. Demgegenüber entwickelten sich die Faktorprämien seit Jahresbeginn sehr heterogen. Während für die Faktorprämien «Momentum», «Growth» und «Quality» gegenüber dem Gesamtmarkt eine deutliche Überrendite resultiert, entwickelten sich insbesondere «Value»-Aktien schwach. «Low Risk» und «Low Size» rentierten vergleichbar mit dem breiten Markt.

 

Die Stärke von «Momentum», «Growth» und «Quality» lässt sich durch die hohe Ausprägung zum Technologiesektor erklären, welcher den MSCI World Index auf Jahressicht deutlich übertraf. Gerade auch die grossen Tech-Aktien wie Apple, Microsoft, Amazong, Google (Alphabet), Facebook und Netflix sind sehr profitabel, haben eine gesunde Bilanz und verzeichneten im ersten Halbjahr 2020 – im Gegensatz zu den weiteren Sektoren – sogar ein Gewinnwachstum.

 

Faktoren YTD 

Der panikartige Ausverkauf an den Aktienmärkten im Februar, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, erfolgte auch hinsichtlich der unterschiedlichen Faktorprämien wenig differenziert. Keine der genannten Faktorprämien konnte sich dem negativen Trend entziehen und sämtliche Prämien haben in dieser Phase an Wert eingebüsst. Die Charakteristik der einzelnen Faktorprämien zeigte sich erst als die Marktteilnehmer wieder rationaler vorgingen und Faktormuster aus der Vergangenheit bestätigt wurden. In Krisenzeiten bevorzugen Investoren Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen, guter Bilanzqualität wie tiefe Verschuldung und hohe Profitabilität, sowie tiefem Anlagerisiko. Das bekannte Anlegerverhalten «Flight to Quality» wiederholte sich somit auch in dieser Corona-Krise. Die Faktoren «Value» und «Low Size» performten aufgrund ihrer Eigenschaften in dieser Zeit schlechter als der Gesamtmarkt.

 

Das beherzte Eingreifen der Notenbanken und Staaten vermochte die Finanzmärkte zu Beginn des zweiten Quartals zu beruhigen. Diese legten teilweise eine fulminante Erholungsrally hin. Insbesondere «Low Size»-, «Momentum»- und «Growth»-Titel profitierten im zweiten Quartal vom gestiegenen Risikoappetit. Aber auch «Quality»-Titel setzten ihre relative Outperformance weiter fort. Titel mit Ausprägung zu den Faktoren «Low Risk» und «Value» haben sich im Rahmen der starken Aufwärtskorrektur unterdurchschnittlich entwickelt und hinkten dem Gesamtmarkt hinterher.

 

Auch im dritten Quartal dieses Jahres erholten sich die Aktienmärkte weiter von den Kursrückschlägen. Während die Monate Juli und August zu den positiven Aktienmonaten gehören, fiel die Performance im September über sämtliche Faktorprämien leicht negativ aus. Zu den Gewinnern gehörten im dritten Quartal wiederum die Faktorprämien «Low Size», «Momentum» und «Growth».

 

Faktoren Q 

 

Fazit
Die Graubündner Kantonalbank investiert im Rahmen ihrer Anlagelösungen breit diversifiziert in diese Faktorprämien. Die Aktienselektion der Graubündner Kantonalbank zeichnet sich durch die Investition in qualitativ hochwertige Unternehmen und die Partizipation an langfristigen Risikoprämien aus und bietet Anlegerinnen und Anlegern durch die systematische Umsetzung einen effektiven Mehrwert. Beispielweise setzt der Aktienfonds «GKB (CH) Aktien Welt ESG» verstärkt auf die Faktoren «Quality» und «Momentum». Anlegerinnen und Anleger können dadurch direkt von den Vorteilen dieser Faktorprämien profitieren.

 


 

Gemeinsam wachsen.