Der Start ins Jahr 2026 war aus geopolitischer Sicht turbulent. Nach der US-Militärintervention in Venezuela sorgte US-Präsident Trump mit der Drohung, Grönland annektieren zu wollen, für zusätzliche Spannungen. Zwar hat sich die Lage zuletzt etwas beruhigt, die weltweiten Risiken bleiben jedoch erhöht. Diese Unsicherheiten treiben Anlegerinnen und Anleger in sichere Anlagen. Einerseits zu sehen an den Rekordständen bei Edelmetallen, andererseits erstarkt auch der Schweizer Franken in wirtschaftlich oder geopolitisch unsicheren Zeiten. Die jüngsten Kapitalströme zeigen einmal mehr, wie sensibel die Märkte auf politische Risiken reagieren.
«Die Flucht in sichere Anlagen treibt den Franken weiter nach oben und erhöht den Druck auf die SNB.»
Die Schweiz wird damit zum bevorzugten Ziel für Kapitalzuflüsse, während Alternativen wie der japanische Yen oder der US-Dollar an Vertrauen verlieren. Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage nach Stabilität. Diese Entwicklung zeigt sich auch gegenüber dem Euro. So kostete 1 Euro zuletzt weniger als 92 Rappen und erreichte damit einen neuen Tiefstand. Der Euro liegt nun klar unter seinem geschätzten fairen Wert von rund 94 Rappen, wenn man die Entwicklungen der Preisniveaus in Deutschland und der Schweiz vergleicht. Auch gegenüber dem US-Dollar ist der Franken so stark wie seit über zehn Jahren nicht mehr.
Die anhaltende Frankenstärke setzt die Schweizerische Nationalbank (SNB) zunehmend unter Druck. Bei einer Inflationsrate von lediglich 0,1 Prozent droht die starke Währung, den Preisauftrieb weiter zu dämpfen und die Exportwirtschaft zu belasten. Grundsätzlich stehen der SNB zwei Optionen offen: Sie könnte den Leitzins senken, um den Franken zu schwächen. Vertreter der SNB betonten jedoch mehrfach, dass die Hürden für eine Rückkehr zu Negativzinsen hoch seien. Alternativ wären Interventionen am Devisenmarkt eine Möglichkeit, den Franken zu schwächen. Das birgt allerdings das Risiko politischer Spannungen mit den USA.
An den Märkten haben sich die Erwartungen an mögliche Zinssenkungen im laufenden Jahr leicht erhöht. Dennoch gilt eine Rückkehr zu Negativzinsen als eher unwahrscheinlich. Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung des Währungskurses der entscheidende Faktor für die Geldpolitik der SNB ist. Die Lage bleibt angespannt – der Franken profitiert weiterhin von seinem Ruf als „sicherer Hafen“ in einem unsicheren globalen Umfeld. Dies erhöht den Druck auf die SNB. Am 19. März steht die nächste geldpolitische Lagebeurteilung an. Wir erwarten keine Zinssenkung in den negativen Bereich.