GKB Jahresabschluss 2016: Gutes Ergebnis bestätigt

Chur, 10. Februar 2017 – Die Graubündner Kantonalbank (GKB) weist für 2016 ein stabiles Ergebnis aus. Dieses ist von verschiedenen Sonderfaktoren beeinflusst, wie zum Beispiel dem Kauf und Verkauf von Beteiligungen. Erfreulich entwickelte sich das Wachstum im Kundenvermögen und im Hypothekar­geschäft. Der Konzerngewinn liegt mit CHF 168.5 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres (+0.2%). Davon profitieren Kanton und Partizipanten mit einer unveränderten Ausschüttung von CHF 95.0 Mio.

 

Die Kennzahlen:

  • Kundenausleihungen +3.0% / Hypotheken +5.8%
  • Kundenvermögen -7.3% / exkl. Verkauf Private Client Bank: +1.9%
  • Neugeldzufluss: CHF 0.3 Mia. / +1.1%
  • Geschäftserfolg: CHF 156.5 Mio. (-12.6% / ohne Sonderfaktoren: +1.0%)
  • Konzerngewinn: CHF 168.5 Mio. (+0.2%)
  • Cost/Income-Ratio II: 50.2% (ohne Sonderfaktoren)
  • Tier-1-Ratio / CET-1-Ratio: 18.6% (Vorjahr: 18.7%)

2016 hat die Graubündner Kantonalbank strategisch wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. «Die Umstrukturierungen bei den Bankbeteiligungen Privatbank Bellerive AG (PBB) und Private Client Bank (PCB) sowie der Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an der Albin Kistler AG legten die Basis für eine weitere Diversifikation der Erträge», hält Bankpräsident Peter Fanconi fest. «Unser Rückblick auf das Geschäftsjahr 2016 ist positiv. Neben einem soliden Geschäftsergebnis stärkte die Einführung des digitalen Beratungsmandates unsere Position als Anlagebank», kommentiert CEO Alois Vinzens das Jahresergebnis.

 

Kundenausleihungen: Solides Wachstum von 3.0%

Die Zunahme bei den Kundenausleihungen beträgt 3.0%. Bei den Hypotheken (+5.8%) wurde mit erstklassigen ausserkantonalen Hypotheken zwei Drittel des Wachstums erzielt. Dadurch liess sich die nachlassende Dynamik im Heimmarkt ausgleichen.

 

Kundenvermögen: CHF 0.3 Mia. Neugeldzufluss

Durch den Verkauf der PCB per 1. Januar 2016 ging das Kundenvermögen auf CHF 27.9 Mia. leicht zurück. Die Performance (CHF +0.2 Mia.) und der Nettoneugeldzufluss (CHF 0.3 Mia.) wirkten kompensierend. Die ausgewiesene Nettoneugeldentwicklung von CHF 309.2 Mio. ist erstmals seit Jahren wieder positiv. Die Abflüsse an ausländischem Kundenvermögen reduzierten sich nach der grösstenteils abgeschlossenen Vergangenheitsbewältigung auf ein Minimum.

 

Zinserfolg: Negatives Zinsumfeld belastet

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft (CHF 239.6 Mio.) erhöht sich durch die rückläufigen Kosten der Absicherungsgeschäfte um 4.0%. Die Wertberichtigungen belasteten den Zinserfolg mit minimalen CHF 0.2 Mio. Gegenüber dem Vorjahr kommt dies einer Entlastung von CHF 0.2 Mio. gleich. Der Bruttozinserfolg erhöhte sich um 3.9%. Der Bestand an Krediten mit Zahlungsverzug (Non Performing Loans) nahm ab. Die Quote von 0.22% befindet sich auf einem historisch tiefen Niveau. Das Negativzinsumfeld beeinflusste das Kundengeschäft weiterhin. Dadurch blieb der Erfolgsbeitrag trotz eines Wachstums beim Volumen rückläufig.

 

Kommissions- und Handelsgeschäft: Ertragsbeitrag PCB fehlt

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft verminderte sich durch den Verkauf der PCB um 15.2%. Wird der Einfluss der PCB im Vorjahr eliminiert, minimiert sich der Ertrag lediglich um 3.9%. Die Lancierung des Beratungsmandates im Anlagegeschäft vermochte den Rückgang bei den Wertschriftentransaktionen nicht vollständig zu kompensieren. Die Fremdwährungserträge profitierten im Vorjahr von der Aufhebung des EUR-Mindestkurses.

 

Geschäftsaufwand: Produktivität unverändert hoch

Der Geschäftsaufwand inklusive Abgeltung Staatsgarantie sank gegenüber dem Vorjahr um 0.3%. Dem Wegfall des Geschäftsaufwandes der PCB steht eine einmalige Einlage in die Personalvorsorgestiftung (PVS) von CHF 5.5 Mio. gegenüber. Diese mildert die finanziellen Auswirkungen der Reduktion der Umwandlungssätze bei der beruflichen Vorsorge bei langjährigen Mitarbeitenden. Die Cost/Income-Ratio II liess sich ohne diesen Sonderfaktor bei 50.2% halten. Als Folge der Digitalisierungsinitiative erhöhten sich der Projektaufwand sowie die IT-Betriebskosten.

 

Geschäftserfolg CHF 156.5 Mio.

Der Rückgang beim Geschäftserfolg von 12.6% stellt aufgrund von Sonderfaktoren die operative Leistung nicht korrekt dar. Der operative Erfolg ohne Sonderfaktoren (Beteiligungstransaktionen, Einlage PVS) wuchs effektiv um 1.0% auf CHF 174.9 Mio. Der Geschäftserfolg beinhaltet neben einer regulären auch eine initiale Wertkorrektur auf der erworbenen Beteiligung (Goodwill-Abschreibung). Damit konnten die ausserordentlichen Gewinne aus der Umstrukturierung der Beteiligung PBB/PCB für den Aktienkauf der Albin Kistler AG genutzt werden. Das ausgezeichnete Ergebnis bei den operationellen Risiken zeigt sich in einer Nettoauflösung bei den Rückstellungen von CHF 0.9 Mio.

 

Konzerngewinn: gehalten

Der ausgewiesene Konzerngewinn blieb nach Veränderung der Reserven für allgemeine Bankrisiken mit CHF 168.5 Mio. gegenüber dem Vorjahr (+0.2%) nahezu stabil. Die Projektaufwendungen von CHF 2.9 Mio. im Zusammenhang mit der Initiative «Digital Banking 2020» finanzierte die Bank aus den zweckgebundenen Bankreserven für Zukunftsinvestitionen. Die Einlage in die Personalvorsorgestiftung (CHF 5.5 Mio.) hatte ebenfalls keine Auswirkungen auf den Konzerngewinn. Der entsprechende Betrag stammt aus den Reserven für allgemeine Bankrisiken.  

 

Eigenkapitalausstattung: Kernkapitalquote von 18.6% herausragend

Die GKB verfolgt das Ziel, sich mit einer überdurchschnittlichen Eigenmittelausstattung positiv vom Markt abzuheben. Die gewichtete Kapitalquote beträgt 18.6% (CET-1-Ratio) und besteht vollständig aus hartem Kernkapital. Gegenüber der aufsichtsrechtlich geforderten Quote von 12.8% verfügt die Bank hiermit über grosse Eigenmittelreserven.

 

Ausschüttung: CHF 100.1 Mio. für Kanton, Partizipanten und Öffentlichkeit

Aufgrund des guten Ergebnisses wird eine unveränderte Dividende von CHF 38 ausgeschüttet. Die Pay-out-Ratio beträgt im Stammhaus 53.5% und liegt in der angestrebten Bandbreite von 50 bis 60%. Insgesamt werden über Dividenden CHF 95.0 Mio. an den Kanton Graubünden und die Partizipanten ausgeschüttet. Dem Beitragsfonds für nichtkommerzielle Projekte aus den Bereichen Kultur, Gemeinnütziges, Sport, Wirtschaft und Tourismus sowie Gesellschaftliches flossen CHF 2.2 Mio. zu. Der Kanton Graubünden erhält inklusive Abgeltung der Staatsgarantie CHF 83.0 Mio. (+CHF 0.1 Mio.).

 

Ausblick 2017: Höherer Geschäftserfolg erwartet

Die Graubündner Kantonalbank erwartet auch für 2017 einen stabilen Konzerngewinn. Die Entwicklung des Geschäftserfolges wird durch den Wegfall der Sonderfaktoren begünstigt, so dass ein leicht höherer Geschäftserfolg zwischen CHF 156 und 160 Mio. erwartet wird. Die Bank geht aufgrund geringerer ausserordentlicher Gewinne von einem Rückgang des Gewinnes pro PS auf CHF 64 bis 67 aus. Im Kundengeschäft rechnet die GKB für 2017 mit einem Wachstum von CHF 400 Mio. Kundenausleihungen und einem Neugeldzufluss von rund CHF 350 Mio.

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