Bündner Immobilienmarkt bleibt angespannt.
Der neue GKB Immobilienbarometer Frühling 2026 zeigt, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Graubünden hoch bleibt, während das Angebot knapp ist. Das sorgt sowohl bei Wohneigentum als auch bei Mietwohnungen weiterhin für steigende Preise.
Die Preise für Wohneigentum sind in Graubünden innerhalb eines Jahres um 3,8 Prozent gestiegen und liegen damit leicht über dem Schweizer Durchschnitt von 3,6 Prozent. Im ersten Quartal 2026 hat sich das Wachstum zwar etwas abgeschwächt, durch die stabile Nachfrage dürfte es sich dabei aber nur um eine vorübergehende Entwicklung handeln.
Besonders stark entwickelte sich die Region Landquart mit einem Preisanstieg von 5,2 Prozent innerhalb von zwölf Monaten. Langfristig weist die Region Maloja die stärkste Wertentwicklung auf: Seit 1998 haben sich die Eigenheimpreise dort mehr als verdoppelt.
Auch beim Preisniveau zeigen sich grosse regionale Unterschiede. Ein typisches Einfamilienhaus kostet im kantonalen Durchschnitt inzwischen zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Franken. In St. Moritz liegt der Preis für ein vergleichbares Objekt bei rund 2,8 Millionen Franken.
Am Mietwohnungsmarkt hat sich die Dynamik zuletzt etwas beruhigt. Dennoch stiegen die Mieten in Graubünden innert Jahresfrist um 2,6 Prozent. Für eine typische Mietwohnung mit 90 Quadratmetern Wohnfläche werden inzwischen durchschnittlich rund 1’880 Franken pro Monat verlangt – und damit mehr als im Schweizer Durchschnitt.
Besonders angespannt bleibt die Situation bei den Leerständen: Die Leerwohnungsziffer liegt im Kanton bei lediglich 0,6 Prozent. In Regionen wie Chur, Landquart oder Davos sind kaum mehr Wohnungen verfügbar. Diese Knappheit dürfte den Druck auf die Preise auch in den kommenden Jahren hoch halten.
Zwar wurde die Bautätigkeit zuletzt wieder leicht erhöht, insgesamt wächst das Wohnungsangebot jedoch weiterhin nur langsam. Gerade in Regionen mit besonders hoher Nachfrage bleibt die Ausweitung des Angebots schwierig. Fehlendes Bauland, hohe Baukosten und regulatorische Vorgaben bremsen neue Projekte vielerorts aus.
Damit dürfte sich die angespannte Situation am Bündner Immobilienmarkt kurzfristig kaum entschärfen. Der GKB Immobilienbarometer zeigt: Die Nachfrage bleibt hoch und Wohnraum in Graubünden ein knappes Gut.