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Zweigeteilte Märkte.

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Die Anlage-Experten der Graubündner Kantonalbank informieren im GKB Anlage-Fokus wöchentlich über das aktuelle Finanzgeschehen. Gemeinsam mit CIO Daniel Lüchinger werfen wir in dieser Ausgabe einen Blick auf die Berichtssaison zum ersten Quartal 2026.

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Noch überstrahlt die KI-Euphorie die hohen Ölpreise – dauerhaft wird das aber kaum möglich sein.
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Daniel Lüchinger, CIO der Graubündner Kantonalbank

Daniel Lüchinger, wir sehen derzeit zwei Entwicklungen, die auf den ersten Blick widersprüchlich wirken: Einerseits sind die Energiepreise seit Kriegsausbruch im Iran stark angestiegen. Andererseits markieren viele Börsen neue Höchststände. Wie passt das zusammen?

Das ist derzeit die entscheidende Divergenz an den Finanzmärkten. Auf der einen Seite stehen hohe Ölpreise und Zinsen, auf der anderen starke Aktienmärkte. Die gestiegenen Energiepreise treiben die Inflation an. Dadurch sind Zinssenkungserwartungen weitgehend vom Tisch, die Zinsen tendieren sogar eher nach oben. Dass die Aktienmärkte dennoch steigen, hängt vor allem mit der Künstlichen Intelligenz (KI) zusammen. KI-getriebene Investitionen und steigende Unternehmensgewinne sorgen weiterhin für robustes Wirtschaftswachstum. Im ersten Quartal entfielen mehr als 50 Prozent des US-Wachstums auf KI-Investitionen. Gleichzeitig belasten die hohen Ölpreise die Wirtschaft. Diese Divergenz kann nicht unbegrenzt anhalten. Sollte die Strasse von Hormus nicht bald wieder geöffnet werden, dürfte es auch für die Aktienmärkte schwieriger werden, weiter zuzulegen.

Ist dieses Bild weltweit gleich oder gibt es Unterschiede zwischen den Regionen?

Wenn es die Unternehmensgewinnentwicklung angeht, gibt es sehr grosse Unterschiede zwischen den Regionen. Im ersten Quartal lag das Gewinnwachstum in den USA bei rund 20 Prozent. In Europa lag das Wachstum bei rund vier und in der Schweiz bei nur knapp einem Prozent Wachstum. Das hängt damit zusammen, dass in Europa viel weniger Unternehmen im KI-Business tätig sind. Das Wachstum in den USA kommt vor allem von diesen Unternehmen. Neu ist aber, dass es nicht mehr nur die grossen sieben Unternehmen sind, die das Wachstum treiben, sondern vermehrt auch Speicherchip-Hersteller wie zum Beispiel Micron Technology oder auch Intel, die starke Ergebnisse vorgelegt haben.

Welche Branchen könnten von den höheren Energiepreise profitieren?

Rohstoff- oder Energiefirmen profitieren, weil sie ihr Rohöl jetzt zu einem höheren Preis verkaufen können. Aber man sieht das momentan noch nicht in den Zahlen, da erst ein Monat mit erhöhten Energiepreisen in den Abschlüssen ist. Aber es ist auch nicht ganz so einfach. Diese Unternehmen können nicht einfach ihre Produktion ausweiten.

Wie verläuft die Berichtssaison in der Schweiz und gibt es auch bei uns KI-Profiteure?

Am Schweizer Aktienmarkt haben wir nur wenige Unternehmen in diesem Bereich. Wenn dann sind es eher kleinere Unternehmen wie eine Inficon, die davon profitieren. Aber die Abschlüsse senden positive Signale, wie beispielswiese die Ergebnisse von UBS, Logitech oder ABB zeigen. Der Schweizer Aktienmarkt besticht generell eher durch Qualität. Momentan hilft es nicht, dass der Gesundheitssektor global der schwächste wachsende Sektor ist. Dieser hat in der Schweiz ein hohes Gewicht.

Fazit
Die Unternehmensergebnisse zum ersten Quartal 2026 stimmen positiv. Sie zeigen aber auch klar eine Zweiteilung der Märkte. Auf der einen Seite die Profiteure der KI-Euphorie und auf der anderen Seite alle anderen. Dauerhaft hohe Energiepreise führen zu höherer Inflation und belasten Konsumentinnen und Konsumenten.
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Älplisee Arosa
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