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Warum erneuerbare Energien zur Sicherheitsfrage werden.

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Die Debatte über den Klimawandel und politische Massnahmen beeinflussen neben der Umwelt auch die Finanzmärkte. Gemeinsam mit Klimaphysiker Prof. Dr. Reto Knutti werfen wir in dieser Ausgabe einen Blick auf den Klimawandel und die damit verbundenen Einflüsse auf die Schweiz und die Finanzmärkte.

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Prof. Dr. Reto Knutti und Daniel Lüchinger
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Abhängigkeit schadet – das zeigt auch der Iran-Krieg.
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Daniel Lüchinger, CIO der Graubündner Kantonalbank

Reto Knuti, der Iran-Krieg legt die Schwächen der Schweizer Energiepolitik offen. Wäre das nicht der Moment, in dem sich erneuerbare Energien durchsetzen sollten?

Wir sind tatsächlich abhängig von den fossilen Energieträgern. Öl und Gas sind teurer geworden, zugleich zeigen sich die Verwundbarkeiten der Lieferketten. Eigentlich starke Argumente, dass wir die erneuerbaren Energien im eigenen Land ausbauen. Allerdings sehen wir auch schwächelnde Konsumentenstimmungen. Der Bund muss sparen und die ganze Unsicherheit in der Politik führt zu einem Abwarten. Die Leute haben das Gefühl, wenn ich nicht weiss, was passiert, dann mache ich erst mal nichts.

Was sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweiz?

In der Schweiz gibt es vier grosse Trends: Es wird wärmer, mit mehr Hitzetagen und Hitzewellen – mit Folgen für Gesundheit und Arbeitsproduktivität. Zweitens wird es trocken im Sommer. Das ist vor allem für die Landwirtschaft immer mehr eine Herausforderung. Drittens nehmen Starkniederschläge zu: Lange bleibt der Regen aus, dann fällt in kurzer Zeit sehr viel. Das beschäftigt den Hochwasserschutz, ebenso wie zunehmender Hagel. Viertens es fällt weniger Schnee und schmelzende Gletscher, die vor allem den Alpenraum betreffen.

Wie ist Graubünden im Speziellen betroffen?

Graubünden als Bergregion ist von den Veränderungen besonders betroffen – etwa bei Gletschern, Wasserverfügbarkeit, Schneemangel und Naturgefahrensituation. Brienz ist ein Beispiel. Brienz ist keine direkte Folge des Klimawandels, aber der Klimawandel hilft natürlich auch nicht in der Naturgefahrendiskussion. Wir müssen uns dort gut vorbereiten und schauen, wie wir uns anpassen können.

Welche positiven Beispiele oder Länder gibt es, an denen wir uns orientieren können?

Die Technologie macht grosse Fortschritte, wird effizienter, günstiger und breiter verfügbar. Es war noch nie so einfach, etwas zu machen. Gewisse Länder nutzen das. China macht viel, Indien aber auch. Skandinavische Länder sind weit, weil sie das gesellschaftliche Wohl über das Wohl und die Freiheit des Individuums stellen. Also es gibt gute Beispiele und diese sind im Moment deutlich weniger betroffen von den hohen Preisen für fossile Energieträger.

Haben Sie einen Tipp für die Bevölkerung in der Schweiz?

In der Schweiz sind wir reich, weil wir ein innovatives Land sind. Wir haben viele gut ausgebildete und schlaue Leute. Wir haben viel Geld pro Kopf. Wir haben stabile Rahmenbedingungen, Dienstleistungen und Technologien. Und wir haben die beste Möglichkeit diesen Wandel mitzugestalten. Also wenn wir den Klimawandel nicht mehr als Verzicht, Kaltduschen und hohe Kosten interpretieren, sondern als Chance in die Investitionen eines zukunftsfähigen Standorts Schweiz, dann sind wir gut aufgestellt.

Fazit
Klimaschutz ist einerseits notwendig für eine lebenswerte Zukunft, andererseits auch aus wirtschaftlicher Sicht vorteilhaft. Dafür müssen wir langfristig denken und auch Kosten berücksichtigen. Möglicherweise ist eine der wichtigsten Erkenntnisse des Krieges im Iran, dass Abhängigkeit schadet. Auch neue Abhängigkeiten, zum Beispiel von den USA oder eben auch von einzelnen Technologien. Ein ausgewogener Energiemix ist darum auch für die Sicherheit der Schweiz relevant.
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Älplisee Arosa
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