Robuste US-Arbeitsmarktdaten, ein enttäuschender Unternehmensausblick und geplante Kapitalerhöhungen haben zu Gewinnmitnahmen bei Technologie- und Halbleiteraktien geführt. Ausserdem scheint auch eine Lösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran wieder in weite Ferne gerückt. Erleben wir in diesen Tagen gerade das Ende der Aktienrally?
Die Finanzmärkte werden derzeit von zwei grossen Themen geprägt. Einerseits ist der riesige Investitionsboom rund um die Künstliche Intelligenz (KI) ein dominierendes Thema. Unternehmen investieren Milliarden in Rechenzentren, Halbleiter, Speicherchips, Stromnetze und Energieversorgung. Dabei wächst die Nachfrage nach Rechenleistung weiterhin schneller als das Angebot. Der KI-Boom ist mittlerweile der Wachstumstreiber – vor allem in den USA, aber auch asiatische Länder wie Taiwan oder Südkorea profitieren.
Auf der anderen Seite steigen vor allem die geopolitischen Risiken an. Zwar gehen wir weiterhin davon aus, dass es schliesslich zu einer Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran kommen wird. Doch zunehmend spielt auch der Zeitpunkt der Lösung eine immer wichtigere Rolle: Je länger die Strasse von Hormus nur eingeschränkt genutzt werden kann, desto grösser werden die Belastungen für die Weltwirtschaft. Ein länger höherer Ölpreis erhöht auch die Inflation – und in der Folge die Zinsen.
Und genau hier liegen die Risiken: Der KI-Boom überlagert gegenwärtig die negativen Auswirkungen der höheren Energiepreise auf das Wachstum. Aber: Die hohen Investitionen steigern auch die Nachfrage nach Kapital. Die grossen Technologieunternehmen beschaffen sich in der Folge im grossen Stil Kapital an den Finanzmärkten. Hinzu kommen die Monster-Börsengänge von Unternehmen wie SpaceX, Anthropic und Open AI. Die enorm hohe Nachfrage nach Kapital lässt die Zinsen steigen.