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Wie viel Illiquidität kann sich eine Pensionskasse leisten?

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Stazersee im Engadin
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Schweizer Pensionskassen investieren seit Jahren verstärkt in Immobilien, Infrastruktur und andere illiquide Anlagen. Der aktuelle «Risiko Check-up 2026» von Complementa zeigt, wie weit diese Entwicklung bereits fortgeschritten ist. Für Vorsorgeeinrichtungen stellt sich damit zunehmend die Frage, wie Illiquiditätsrisiken in der Anlagestrategie angemessen berücksichtigt und gesteuert werden können.

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Die 32. Ausgabe der Pensionskassen-Studie «Risiko Check-up» von Complementa basiert auf 469 Schweizer Vorsorgeeinrichtungen mit einem Vermögen von rund CHF 1'009 Mrd. und ermöglicht damit einen breiten Einblick in die aktuelle Situation der 2. Säule.

Die Ausgangslage präsentiert sich erfreulich: Schweizer Pensionskassen erzielten 2025 gemäss Complementa eine durchschnittliche Anlagerendite von 6.3%. Der kapitalgewichtete Deckungsgrad erhöhte sich von 111.8% auf 114.4%. Auch die Versicherten profitierten von der guten finanziellen Situation: Mit durchschnittlich 4.3% erreichte die Verzinsung der Altersguthaben den höchsten Wert der vergangenen 20 Jahre.

Gleichzeitig setzt sich eine längerfristige Veränderung der Vermögensstruktur fort. Der Anteil festverzinslicher Anlagen beträgt noch 29.3%, während Aktien mit 34.1% und Immobilien mit 22.6% einen bedeutenden Teil der Portfolios ausmachen. Innerhalb der Alternativen Anlagen hat insbesondere Infrastruktur an Bedeutung gewonnen.

Illiquidität wird zu einer eigenständigen Anlagedimension.

Das Sonderthema der diesjährigen Studie widmet Complementa den illiquiden Anlagen und den damit verbundenen Risiken. Die Zahlen verdeutlichen deren mittlerweile hohe Bedeutung: Der Anteil von Immobilien und Alternativen Anlagen ist innerhalb von 15 Jahren von 23.7% auf 32.4% gestiegen. Unter Einbezug der Hypotheken sind durchschnittlich rund 35.7% der Vermögen in illiquiden Anlagen investiert.

Die Gründe dafür sind nachvollziehbar. Gemäss der Complementa-Umfrage stehen insbesondere Diversifikation und Risikoreduktion sowie der Zugang zu zusätzlichen Renditequellen beziehungsweise einer Illiquiditätsprämie im Vordergrund.

Illiquide Anlagen bringen jedoch zusätzliche Anforderungen an die Portfoliosteuerung mit sich. Kapital kann teilweise über längere Zeit gebunden sein, Rückgaben können eingeschränkt oder verzögert werden und bei Private-Market-Anlagen sind zukünftige Kapitalabrufe und Rückflüsse mit Unsicherheit verbunden. Damit kann auch die Fähigkeit eingeschränkt werden, ein Portfolio kurzfristig an veränderte Markt- oder Liquiditätsverhältnisse anzupassen.

Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund, dass gemäss Complementa bislang nur rund ein Drittel der Vorsorgeeinrichtungen eine explizite Obergrenze für illiquide Anlagen definiert hat.

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Steg auf dem Stazersee im Engadin.
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Stazersee im Engadin
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Was bedeutet dies für Pensionskassen?

Aus Sicht der GKB sollten Vorsorgeeinrichtungen Illiquidität nicht isoliert auf Ebene einzelner Anlageklassen beurteilen. Entscheidend ist die Betrachtung des Gesamtportfolios und der Verpflichtungsstruktur.

Dabei stellen sich insbesondere folgende Fragen:

  • Wie viel Illiquidität kann sich die Pensionskasse leisten? Entscheidend sind unter anderem Versichertenstruktur, erwartete Netto-Cashflows, Rentenzahlungen und weitere Liquiditätsbedürfnisse.

  • Wie hoch ist die tatsächliche Illiquidität des Gesamtportfolios? Neben Private Equity oder Infrastruktur sind auch Immobilien, Hypotheken und weitere Anlagen mit eingeschränkter Handelbarkeit einzubeziehen.

  • Bleibt genügend Handlungsspielraum? Auch in Stressphasen sollte eine Pensionskasse ihre Verpflichtungen erfüllen und notwendige Rebalancings möglichst ohne ungünstige Verkäufe vornehmen können.

  • Sind zukünftige Zahlungsströme ausreichend berücksichtigt? Bei nicht kotierten Anlagen sind insbesondere Kapitalzusagen, Capital Calls und erwartete Ausschüttungen in die Liquiditätsplanung einzubeziehen.

  • Wie verhält sich die Liquidität unter Stress? Szenarioanalysen können aufzeigen, was beispielsweise bei Marktverwerfungen, verzögerten Ausschüttungen oder gleichzeitig erhöhten Kapitalabrufen geschieht.

Damit erweitert sich die klassische Betrachtung von Rendite, Risiko und Kosten um eine weitere Dimension: die Illiquidität. Diese sollte Sicht bereits bei der Festlegung der strategischen Asset Allocation und im Rahmen von ALM-Analysen berücksichtigt werden.

Illiquide Anlagen bleiben attraktive Portfoliobausteine

Die stärkere Berücksichtigung von Illiquiditätsrisiken spricht nicht gegen Investitionen in illiquide Anlagen. Im Gegenteil: Für langfristig orientierte Vorsorgeeinrichtungen können Immobilien, Infrastruktur und Private Markets wichtige Beiträge zur Diversifikation und zur langfristigen Rendite leisten.

Auch die Complementa-Studie deutet auf eine Fortsetzung dieses Trends hin. Besonders bei Schweizer Immobilien und Infrastruktur planen zahlreiche Vorsorgeeinrichtungen einen weiteren Ausbau ihrer Engagements.

Entscheidend ist deshalb weniger die Frage, ob eine Pensionskasse illiquide Anlagen einsetzen soll, sondern in welchem Umfang und mit welcher Ausgestaltung dies zur individuellen Risikofähigkeit, Verpflichtungsstruktur und Liquiditätssituation passt.

Wie die GKB Pensionskassen unterstützen kann.

Die Graubündner Kantonalbank begleitet Vorsorgeeinrichtungen bei der ganzheitlichen Ausgestaltung und Umsetzung ihrer Anlagestrategie. Dabei können wir unter anderem unterstützen bei:

  • der Analyse und Weiterentwicklung der strategischen Asset Allocation,

  • der Beurteilung der bestehenden Portfolio- und Liquiditätsstruktur,

  • der Auswahl und Beurteilung geeigneter Anlagebausteine,

  • der Umsetzung und laufenden Überwachung der Anlagestrategie sowie

  • der Einordnung von Immobilien-, Infrastruktur- und weiteren illiquiden Anlagen im Gesamtportfolio.

Gerade bei illiquiden Anlagen ist eine gesamtheitliche Betrachtung entscheidend: Nicht die einzelne Anlageklasse, sondern deren Zusammenspiel mit dem übrigen Portfolio, den Verpflichtungen und den verfügbaren Liquiditätsreserven bestimmt letztlich, welches Illiquiditätsrisiko für eine Vorsorgeeinrichtung angemessen ist.

Sie möchten die Auswirkungen auf Ihre eigene Anlagestrategie diskutieren?
Unsere Spezialistinnen und Spezialisten für institutionelle Anlagen unterstützen Sie gerne bei der Einordnung und Weiterentwicklung Ihrer Vorsorgelösung.

Quelle: Complementa Pensionskassen-Studie Risiko Check-up 2026, September 2026. Die im Beitrag genannten Studienergebnisse basieren auf der Publikation von Complementa. Die Einordnung und daraus abgeleiteten Einschätzungen geben die Sicht der Graubündner Kantonalbank wieder.

Weitere Informationen und die vollständige Studie: Complementa – Risiko Check-up 2026