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Klimatransition: Warum die besten Lösungen oft dort entstehen, wo man sie nicht erwartet.

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Wer trägt am meisten zur Dekarbonisierung der Wirtschaft bei? Energieunternehmen mit Windparks? Industrieunternehmen mit emissionsarmen Produktionsverfahren? Oder vielleicht Softwareunternehmen, die den Energieverbrauch ganzer Wertschöpfungsketten optimieren?

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Die Antwort ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Wer nachhaltige Anlagen ausschliesslich anhand der heutigen CO₂-Emissionen beurteilt, könnte wichtige Zukunftschancen übersehen. Denn nicht nur der heutige CO₂-Ausstoss entscheidet über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens, sondern auch die Glaubwürdigkeit seiner Transformationsstrategie.

Als einer der Hauptsponsoren der Swiss Sustainable Investment Market Study 2026 hat die Graubündner Kantonalbank den Fachbeitrag «Every Sector Plays a Role Towards Net Zero» veröffentlicht. Die darin behandelten Überlegungen bilden den Ausgangspunkt dieses Beitrags.

Klimawirkung endet nicht am Werkstor

Bei der Beurteilung von Unternehmen stehen häufig die direkten Treibhausgasemissionen im Fokus. Diese erzählen jedoch nur einen Teil der Geschichte.

Ein erheblicher Teil der Emissionen entsteht entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette – beispielsweise bei Zulieferern, im Transport oder durch die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen. Gerade in Branchen wie Informationstechnologie, Finanzdienstleistungen oder Konsumgüter kann dieser indirekte Einfluss die direkten Emissionen deutlich übersteigen.

Für Anlegerinnen und Anleger lohnt sich deshalb ein umfassender Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette.

Jede Branche verfügt über eigene Hebel

Der Übergang zu einer klimaverträglichen Wirtschaft wird häufig mit dem Ausbau erneuerbarer Energien oder der Elektrifizierung in Verbindung gebracht. Tatsächlich leisten jedoch Unternehmen aus nahezu allen Branchen wichtige Beiträge.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Informationstechnologie. Rechenzentren und Anwendungen der künstlichen Intelligenz erhöhen zwar den Strombedarf und verursachen zusätzliche Emissionen. Gleichzeitig ermöglichen digitale Technologien erhebliche Effizienzsteigerungen – etwa durch intelligente Stromnetze, optimierte Produktionsprozesse oder eine effizientere Steuerung von Lieferketten. Gerade dieser doppelte Effekt zeigt, warum nicht allein die heutigen Emissionen, sondern auch der langfristige Transformationsbeitrag eines Unternehmens entscheidend sein kann.

Auch andere Branchen verfügen über wichtige Hebel: Finanzinstitute begleiten Unternehmen bei ihrer Transformation und lenken Kapital in zukunftsfähige Geschäftsmodelle. Konsumgüterunternehmen gestalten Lieferketten nachhaltiger und fördern ressourcenschonendere Produkte.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, welche Branche heute die tiefsten Emissionen aufweist, sondern welche Unternehmen glaubwürdige Strategien verfolgen, um ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und den Übergang zu einer klimaverträglicheren Wirtschaft aktiv mitzugestalten.

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Was bedeutet das für nachhaltige Anlagen?

Investieren in die Klimatransition bedeutet heute mehr, als Unternehmen mit tiefem Treibhausgas-Ausstoss auszuwählen oder einzelne Branchen auszuschliessen. Entscheidend ist vielmehr die Frage, wie glaubwürdig Unternehmen ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln und welche Rolle sie auf dem Weg zu einer klimaverträglicheren Wirtschaft einnehmen. Dazu gehören klare Klimaziele, konkrete Investitionen in die Transformation, Innovationen sowie eine transparente Berichterstattung über Fortschritte.

Darüber hinaus können Investoren den Wandel auch durch aktives Aktionärsengagement unterstützen. In der Praxis erfolgt dies häufig über spezialisierte Engagement- und Stimmrechtslösungen, welche den Dialog mit Unternehmen bündeln und die Ausübung von Aktionärsrechten koordinieren.

Auch die Graubündner Kantonalbank verfolgt einen aktiven Stewardship-Ansatz – also die verantwortungsvolle Wahrnehmung der Aktionärsrechte durch Stimmrechtsausübung und Unternehmensdialog. Bei den eigenen Aktienfonds werden die Stimmrechte durch die Fondsleitung ausgeübt. Ergänzend werden spezialisierte Engagement-Lösungen eingesetzt – beispielsweise über die Zusammenarbeit mit Ethos –, um den Dialog mit Unternehmen zu unterstützen und eine transparente Berichterstattung zu fördern.

Kapitalallokation und aktives Aktionärsengagement ergänzen sich somit: Während Investitionen Unternehmen mit überzeugenden Transformationsstrategien unterstützen können, trägt der strukturierte Dialog dazu bei, die Transformation der Realwirtschaft langfristig zu begleiten.

Ein Praxisbeispiel aus dem Anlageangebot der GKB

Der Gedanke, dass Unternehmen aller Wirtschaftssektoren zur Klimatransition beitragen können, findet sich auch im GKB (LU) Climate Leaders Global Equities wieder.

Der Fonds investiert breit über verschiedene Wirtschaftssektoren hinweg (mit Ausnahme des Energiesektors) und kombiniert Nachhaltigkeitsansätze wie ESG-Integration, Ausschlusskriterien, Best-in-Class und Stewardship. Der Anlageansatz trägt dem Umstand Rechnung, dass die Transformation der Wirtschaft nicht auf einzelne Branchen beschränkt ist, sondern in allen Sektoren stattfindet.

Neben den heutigen Treibhausgas-Emissionen berücksichtigt der Anlageansatz auch, wie Unternehmen ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln und Chancen sowie Herausforderungen der Klimatransition strategisch adressieren.

Fazit

Die Klimatransition ist keine Aufgabe einzelner Branchen. Sie gelingt nur, wenn Unternehmen aus allen Wirtschaftssektoren ihren Beitrag leisten und Investoren diesen Wandel langfristig begleiten und unterstützen.

Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet dies, den Blick nicht nur auf die Treibhausgasemissionen von heute zu richten, sondern vor allem auf glaubwürdige Transformationsstrategien. Denn langfristig entscheidend ist nicht nur, wo ein Unternehmen heute steht, sondern wie glaubwürdig es sich auf den Wandel zu einer klimaverträglicheren Wirtschaft vorbereitet.

Swiss Sustainable Investment Market Study 2026
Als einer der Hauptsponsoren von Swiss Sustainable Finance hat die GKB den Fachbeitrag «Every Sector Plays a Role Towards Net Zero» veröffentlicht. Lesen Sie den Beitrag von Daniel King-Robinson, Head Thematische Anlagen, auf Seite 11 der Marktstudie.
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