Immobilienanlagen Schweiz: Positive Entwicklung setzt sich im zweiten Quartal fort.
Die positive Entwicklung des Schweizer Immobilienmarktes setzte sich auch im zweiten Quartal 2026 fort und wurde weiterhin von stabilen Fundamentaldaten sowie einer hohen Nachfrage nach Wohnraum getragen.
Die beiden Segmente der kotierten Schweizer Immobilienanlagen entwickelten sich im ersten Halbjahr 2026 unterschiedlich. Nach einem Rückgang von 4.25% im ersten Quartal legten Schweizer Immobilienfonds im zweiten Quartal um 5.32% zu und erzielten seit Jahresbeginn eine leicht positive Performance von 0.84%. Immobilienaktien zeigten dagegen das umgekehrte Bild: Nach einem starken ersten Quartal folgte im zweiten Quartal eine Korrektur von 3.60%. Seit Jahresbeginn verbleibt dennoch ein Plus von 5.77%.
Die unterschiedliche Entwicklung ist auf verschiedene Markteinflüsse zurückzuführen. Immobilienfonds standen im ersten Quartal insbesondere aufgrund der aussergewöhnlich hohen Emissionstätigkeit unter Druck. Die zahlreichen Kapitalerhöhungen und Neulancierungen belasteten die Agios und führten zu Kursrückgängen. Im zweiten Quartal setzte jedoch eine deutliche Kurserholung ein, sodass ein Grossteil der Verluste aus dem ersten Quartal wieder aufgeholt werden konnte. Immobilienaktien profitierten dagegen zunächst von einer Neubewertung im Umfeld sinkender Zinsen. Nach der starken Kursentwicklung im ersten Quartal belasteten im zweiten Quartal jedoch Gewinnmitnahmen sowie erneute Inflations-, Zins- und geopolitische Sorgen die Performance.
Auch die nicht kotierten Schweizer Immobilien-Anlagestiftungen entwickelten sich im ersten Halbjahr 2026 erfreulich. Ein Blick auf die KGAST-Indizes zeigt, dass sämtliche Nutzungsarten per Ende Juni eine positive Performance verzeichneten. Damit bestätigen sie den langfristig stabilen Renditecharakter dieser Anlageklasse.
Im Gegensatz zu kotierten Immobilienanlagen werden die Renditen primär durch die Entwicklung der Immobilienportfolios und die laufenden Mieterträge bestimmt. Dadurch unterliegen Immobilien-Anlagestiftungen deutlich geringeren kurzfristigen Schwankungen an den Kapitalmärkten. Dies zeigt sich auch im langfristigen Vergleich: Der breite KGAST Immobilien-Index erzielte über die letzten fünf Jahre eine annualisierte Rendite von 4.22%, Wohnimmobilien sogar von 4.75% pro Jahr.
Die hohe Nachfrage institutioneller Investoren zeigt sich auch am Primärmarkt. Zahlreiche Kapitalerhöhungen stiessen im ersten Halbjahr auf eine starke Nachfrage und konnten erfolgreich platziert werden. So war beispielsweise die Kapitalerhöhung der UBS AST 3 Swiss Real Estate mehrfach überzeichnet. Auch für die zweite Jahreshälfte sind bereits weitere Emissionen angekündigt. Dies unterstreicht das anhaltend hohe Vertrauen institutioneller Anleger in Schweizer Immobilien-Anlagestiftungen.
Für das zweite Halbjahr 2026 bleibt das Umfeld für Schweizer Immobilienanlagen trotz erhöhter geopolitischer und konjunktureller Unsicherheiten insgesamt konstruktiv. Der Schweizer Immobilienmarkt profitiert weiterhin von seinem Safe-Haven-Charakter, einem im internationalen Vergleich attraktiven Zinsumfeld sowie robusten Fundamentaldaten. Die anhaltende Wohnraumknappheit, das Bevölkerungswachstum und ein stabiler Arbeitsmarkt dürften die Nachfrage nach Wohnimmobilien weiterhin stützen.
Die Bewertungen vieler Immobilienanlagen sind mittlerweile anspruchsvoll. Entsprechend dürften die Gesamtrenditen künftig stärker durch stabile Mieterträge als durch zusätzliche Bewertungsgewinne geprägt werden. Schweizer Immobilienanlagen sollten damit auch in der zweiten Jahreshälfte 2026 ihre Rolle als stabilisierender Baustein in einem diversifizierten Portfolio behaupten.