Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat an ihrer Sitzung im März den Leitzins unverändert bei 0.0% belassen und setzt damit ihre expansive Geldpolitik fort. Entlang der Zinskurve steigen die CHF-Swap-Renditen bis zu einer Laufzeit von 10 Jahren auf rund 0.7%.
Der Krieg im Iran hat die Energierohstoffe deutlich verteuert, wodurch der Konflikt auch auf die Kapitalmärkte übergreift. Der Preis der Sorte Brent notiert seit Kriegsbeginn meist über 100 USD pro Fass – im Februar lag der Preis noch bei rund 70 USD. Die dadurch gestiegenen Inflationserwartungen spiegeln sich nun in höheren Nominalzinsen wider. Für die weitere Zinsentwicklung wird entscheidend sein, wie stark die Energiepreise gegenüber dem Vorkriegsniveau steigen und wie lange sie auf diesem erhöhten Niveau verharren. Jeder Tag, an dem der Krieg anhält und der globale Ölmarkt unterversorgt bleibt, erhöht den Druck auf die Ölpreise.
Die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise zeigen sich in der Inflationsrate. Im April ist die Inflation von 0.3% auf 0.6% gestiegen. Im internationalen Vergleich fällt dieser Anstieg moderat aus, was auf die geringere Abhängigkeit von fossilen Energierohstoffen sowie auf die Zusammensetzung des Warenkorbs zur Messung der Inflation zurückzuführen ist. Klammert man die Erdölprodukte aus dem Index aus, liegt die Teuerung nur noch bei 0.2 %. Bleiben die Energiepreise über längere Zeit auf den erhöhten Niveaus, werden Zweitrundeneffekte die Inflationsraten weiter erhöhen. Das Schweizer Wirtschaftswachstum fiel im ersten Quartal mit 0.5% ansprechend aus. Vorlaufindikatoren zeichnen fürs zweite Quartal ein gemischtes Bild. Noch etwas negativer präsentieren sich die Werte in der Eurozone, und auch das verschlechterte Sentiment weist auf die konjunkturellen Unsicherheiten bei den Wirtschaftsakteuren hin.
An den kurzfristigen Zinsen lässt sich ablesen, dass Marktteilnehmende die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der SNB bis zum Jahresende höher gewichten als noch vor dem Krieg. Trotz dieses Umfelds erwarten wir, dass die SNB im laufenden Jahr keine Anpassung des Leitzinses vornehmen wird. Insgesamt bleibt das geldpolitische Umfeld damit expansiv, auch wenn die Risiken zuletzt zugenommen haben.