Der SNB-Leitzins liegt bei 0.0%. Entlang der Zinskurve steigen die CHF-Swap-Renditen bis zu einer Laufzeit von 10 Jahren auf rund 0.65%. Der 10-jährige Swap-Satz bewegt sich damit seit Jahresbeginn meist in einer Bandbreite von 0.5% bis 0.7%.
Die Schweizer Inflationsrate fiel im Juli auf 0.4% und liegt damit nahe am unteren Rand des Zielbandes der SNB von 0.0% bis 2.0%. Klammert man die volatilen Komponenten aus, notiert die Teuerung seit April konstant bei 0.3%. Ein wichtiger Einflussfaktor auf die Zinsen ist der Schweizer Franken, der sich in den vergangenen sechs Monaten deutlich abgeschwächt hat – eine Entwicklung, die für die SNB willkommen sein dürfte. Denn ein starker Franken verbilligt die Importe und drückt die bereits tiefe Teuerung noch weiter. So hatten die Notenbanker eine erhöhte Bereitschaft für Interventionen am Devisenmarkt signalisiert. Auch auf konjunktureller Seite zeichnen die Frühindikatoren ein leicht positives Bild.
Aufgrund des ungelösten Konfliktes im Iran und der nach wie vor geschlossenen Strasse von Hormus notiert der Ölpreis weiterhin auf erhöhtem Niveau. Die dadurch gestiegenen Inflationserwartungen spiegeln sich in höheren Nominalzinsen wider. Bleiben die Energiepreise über längere Zeit auf den erhöhten Niveaus, werden Zweitrundeneffekte die Inflationsraten weiter erhöhen, worauf die Notenbanken mit restriktiverer Geldpolitik antworten dürften. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen bereits im Juni angehoben und damit auf die erhöhte Teuerung reagiert. Aufgrund des Inflationsdrucks erwarten wir von der EZB eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr. Demgegenüber dürfte die SNB den Leitzins unverändert lassen, da sich die Inflationserwartungen im Rahmen der Preisstabilität bewegen.