Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat an ihrer Sitzung im März den Leitzins unverändert bei 0.0% belassen und setzt damit ihre expansive Geldpolitik fort. Entlang der Zinskurve steigen die CHF-Swap-Renditen bis zu einer Laufzeit von 10 Jahren auf rund 0.6%.
Der Krieg im Iran hat die Energierohstoffe deutlich verteuert, womit der Konflikt auf die Kapitalmärkte übergreift. Die dadurch gestiegenen Inflationserwartungen spiegeln sich nun in höheren Nominalzinsen wider. Bei kürzeren Laufzeiten ist dieser Effekt derzeit ausgeprägter als bei langen. Gleichzeitig wirken die steigenden Energiepreise dämpfend auf das Wirtschaftswachstum. Für die weitere Zinsentwicklung wird entscheidend sein, wie stark die Energiepreise gegenüber dem Vorkriegsniveau steigen und wie lange sie auf diesem erhöhten Niveau verharren.
Die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise zeigen sich nun in der Inflationsrate. Im März ist die Inflation von 0.1% auf 0.3% gestiegen. Im internationalen Vergleich fällt dieser Anstieg moderat aus, was auf die geringere Abhängigkeit von fossilen Energierohstoffen sowie auf die Zusammensetzung des Warenkorbs zur Messung der Inflation zurückzuführen ist. Damit liegt die Teuerung weiterhin nahe der unteren Bandbreite des Zielbandes der SNB von 0.0% bis 2.0%. Die mittelfristige Inflationsprognose haben die SNB-Ökonomen derweil nur leicht angepasst. Während Vorlaufindikatoren in den ersten Monaten auf einen guten Jahresstart hindeuteten, weisen die jüngsten Entwicklungen auf erhöhte konjunkturelle Unsicherheiten infolge des Irankrieges und der gestiegenen Rohstoffpreise hin. An den kurzfristigen Zinsen können wir ablesen, dass Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der SNB bis zum Jahresende höher gewichten als noch vor dem Krieg. Trotz dieses Umfelds erwarten wir, dass die SNB im laufenden Jahr keine Anpassung des Leitzinses vornehmen wird. Insgesamt bleibt das geldpolitische Umfeld damit expansiv, auch wenn die Risiken zuletzt zugenommen haben.