Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins am 18. Juni unverändert bei 0.0% belassen und setzt damit ihre expansive Geldpolitik fort. Die bedingte Inflationsprognose wurde wegen der höheren Energiepreise leicht angehoben, bleibt mit 0.6% für 2026 und 2027 aber klar im Bereich der Preisstabilität. Der Aufwertungsdruck des Schweizer Frankens hat nachgelassen, und die monetären Bedingungen haben sich seit März vor allem über die Frankenabwertung gelockert. Die Teuerung lag im Juni bei 0.5%, nach 0.6% im Mai; der Beitrag der Erdölprodukte bildete sich zurück. Auf konjunktureller Seite zeichnen Frühindikatoren ein leicht positives Bild des Wirtschaftswachstums.
Die Impulse für die Schweizer Franken Zinsen dürften weiterhin aus dem Ausland kommen. Nachdem die Waffenruhe anfangs Juli für beendet erklärt wurde, eskalierte der Iran-Konflikt erneut. Der Ölpreis der Sorte Brent kletterte gegen Ende Juli wieder über 100 Dollar pro Fass. Bleiben die Energiepreise über längere Zeit auf den erhöhten Niveaus, werden Zweitrundeneffekte die Inflationsraten weiter erhöhen, worauf die Notenbanken mit restriktiverer Geldpolitik antworten dürften. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen bereits im Juni angehoben und damit auf die erhöhte Teuerung reagiert. Aufgrund des Inflationsdrucks erwarten wir von der EZB weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr. Anders dürfte die SNB den Leitzins unverändert lassen, da sich die Inflationserwartungen im Rahmen der Preisstabilität bewegen.