Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins anlässlich ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung im September bei 0.0% belassen. Entlang der Zinskurve steigen die CHF-Swap-Renditen bis zu einer Laufzeit von 10 Jahren auf rund 0.80%. In den vergangenen Monaten sind die Zinsen für mittlere und lange Laufzeiten angestiegen.
Die Teuerung in der Schweiz zog im August deutlich an – von 0.4% auf 0.8%. Dieser kräftige Anstieg ist in erster Linie auf die höheren Energiepreise zurückzuführen. Aus demselben Grund hat auch die SNB ihre bedingte Inflationsprognose für die kurze Frist nach oben angepasst. Fürs vierte Quartal 2026 liegt sie neu bei 1.2% und damit weiterhin komfortabel innerhalb des Zielbands von 0.0% bis 2.0%. Neben den Energiepreisen dürften in den kommenden Quartalen weitere Faktoren die Teuerung antreiben. Die Schweizer Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr 2026 überraschend gut entwickelt, und auch die Vorlaufindikatoren zeichnen ein leicht positives Bild. Hinzu kommt der schwächere Franken. Er verteuert die Importe und verstärkt so den Preisauftrieb zusätzlich. Unter dem Strich sehen wir damit vermehrt inflationäre Tendenzen. Wie sich die Inflation weiter entwickelt, hängt allerdings massgeblich vom Verlauf der Energiepreise ab.
Seit Juli sind die Zinsen im Euroraum und in den USA stark angestiegen. In beiden Wirtschaftsräumen liegt die Inflation über dem Zielwert der jeweiligen Notenbank – ein Umstand, den die steigenden Energiepreise zusätzlich verschärfen. Zudem zeigt sich das Wachstum in den USA robust. Vor diesem Hintergrund hat die US-Notenbank Fed den Leitzins im September erhöht, und auch die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal angehoben. Von beiden Notenbanken erwarten wir bis Ende Jahr eine weitere Leitzinserhöhung.