Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat an ihrer Sitzung im Dezember den Leitzins unverändert bei 0.0% belassen und setzt damit ihre expansive Geldpolitik fort. Entlang der Zinskurve steigen die CHF-Swap-Renditen bis zu einer Laufzeit von 10 Jahren auf rund 0.6%.
Die Teuerung stieg im Dezember leicht auf 0.1%. Die Inflation bei importierten Gütern bleibt weiterhin niedrig. Haupttreiber ist der starke Schweizer Franken, der Importe verbilligt und so den Inflationsdruck dämpft. Mittelfristig rechnen die Ökonomen der SNB mit einer nahezu unveränderten Inflationsrate innerhalb des Zielbandes. Martin Schlegel, Präsident des Direktoriums der SNB, räumt jedoch ein, dass die Inflationsrate in einzelnen Monaten wieder ins Negative fallen kann. Im vergangenen Quartal dürfte die Wirtschaft moderat gewachsen sein. Für 2026 erwarten wir ein leicht höheres Wachstum, getragen von den umfangreichen globalen fiskalpolitischen Ausgaben. Unter diesen Bedingungen rechnen wir mit einem unveränderten SNB-Leitzins von 0.0%. Martin Schlegel verwies auf die Nebenwirkungen negativer Zinsen und stellte klar, dass die Hürde für einen weiteren Schritt in den negativen Bereich deutlich höher liege als für Anpassungen im positiven Terrain. Der starke Schweizer Franken bleibt dabei der wichtigste Risikofaktor, da er in unsicheren Zeiten als sicherer Hafen gilt.
In der Eurozone liegt die Inflation mit 2.0% exakt auf dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Entsprechend liessen die Währungshüter auch im Dezember die Leitzinsen unverändert. Der Einlagesatz notiert bei 2.0% und dürfte damit in der Nähe des Gleichgewichtszinses liegen. Wir stufen die Geldpolitik der EZB daher als neutral ein und erwarten im ersten Halbjahr unveränderte Leitzinsen.