Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat an ihrer Sitzung im Juni den Leitzins unverändert bei 0.0% belassen und setzt damit ihre expansive Geldpolitik fort. Diese Entscheidung wurde so erwartet, weshalb es daraufhin kaum Bewegung bei den Zinsen gab.
Der Krieg im Iran hat die Energierohstoffe in den vergangenen Monaten deutlich verteuert. Der Preis der Sorte Brent notierte seit Kriegsbeginn meist über 100 USD pro Fass – im Februar lag der Preis noch bei rund 70 USD. In den letzten Wochen machte sich aber etwas Entspannung breit. Insbesondere als sich eine Vereinbarung unter den Kriegsparteien zu konkretisieren schien, sank der Ölpreis erstmals seit Anfang März wieder unter 90 USD pro Fass. In der Zwischenzeit notiert der Preis um 80 USD. Damit widerspiegelt diese Entwicklung die Hoffnung einer weiteren Deeskalation.
Die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise der letzten Monate zeigten sich in einer höheren Inflationsrate. Von Februar bis Mai ist die Inflation von 0.1% auf 0.6% gestiegen. Im internationalen Vergleich fällt dieser Anstieg moderat aus, was auf die geringere Abhängigkeit von fossilen Energierohstoffen sowie auf die Zusammensetzung des Warenkorbs zur Messung der Inflation zurückzuführen ist. In den nächsten Monaten dürfte die Teuerung zunächst noch leicht zunehmen, bevor sie in der ersten Jahreshälfte 2027 wieder etwas zurückgehen dürfte. Dieser Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise mit der Zeit nachlassen werden.
In unserem Basisszenario gehen wir von einer Entspannung im Iran-Krieg aus. Dies wird weiter Druck von den Energiepreisen nehmen und damit den Aufwärtsdruck auf die Zinsen reduzieren. Seitens SNB erwarten wir keine Leitzinsänderungen in den kommenden Quartalen. Die tiefe Inflation und der nach wie vor starke Franken rechtfertigen unseres Erachtens keine Zinserhöhung.