Der Krieg zwischen den USA und dem Iran blieb auch im dritten Quartal das bestimmende Thema. Anfang Juli hatte sich der Ölpreis bereits wieder dem Vorkriegsniveau genähert. Nachdem in der Strasse von Hormus einige Handelsschiffe attackiert worden waren, griffen die USA den Iran jedoch erneut an und hoben eine befristete Sanktionsausnahme für iranisches Öl auf. Im September folgte die nächste Eskalationsstufe: Erstmals seit Juli tauschten die USA und der Iran wieder militärische Schläge aus und zudem griffen mit Teheran verbündete Milizen aus dem Jemen saudische Energieanlagen an. Da die Passage durch die Meerenge weiterhin nur eingeschränkt und unregelmässig möglich ist, notierte die Rohölsorte Brent zum Quartalsende bei über 100 US-Dollar je Fass.
Die Realwirtschaft zeigte sich trotz des Energieschocks widerstandsfähig. Nach einer Stagnation im ersten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone im zweiten Quartal um 0.6% gegenüber dem Vorquartal. Dieses Ergebnis ist allerdings durch ein Plus von 10.2% in Irland verzerrt. Auch die Vorlaufindikatoren verbesserten sich in der Berichtsperiode und zeichnen ein positives Konjunkturbild. Gleichzeitig zog die Teuerung kräftig an. Die Inflationsrate stieg im September auf 3.8%, nach 3.2% im August und erreichte damit den höchsten Stand seit September 2023. Haupttreiber waren die Energiepreise, während die Kerninflation lediglich moderat auf 2.5% zulegte. Nach einer Pause im Juli erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im September entsprechend erneut um 25 Basispunkte. Der Einlagesatz liegt nun bei 2.50% und zudem hob sie ihre Inflationsprojektion für 2027 auf 2.5% an.
In der Folge verschob sich die Zinsstrukturkurve bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren nahezu parallel nach oben, während sie am langen Ende abflachte. Besonders unter Druck gerieten französische Staatsanleihen. Belastend wirkten die seit Mitte September anhaltenden Proteste gegen die hohen Treibstoffpreise sowie die schwierige Budgetplanung im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027. Der Renditeaufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen weitete sich im September von rund 85 auf über 110 Basispunkte aus. Auch die Kreditaufschläge stiegen, ausgehend von tiefen Niveaus, leicht an. Unter diesen Vorzeichen gab der GKB (LU) Obligation EUR I im dritten Quartal um 4.22% nach.