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Heissluftballon in den Büdner Bergen im Sommer.
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Juni 2026
Anlage-Fokus
Daniel Lüchinger, Chief Investment Officer, erklärt im Interview mit Gabriela Conrad-Alig, Head Investment Communications, welche Chancen sich im aktuellen Umfeld ergeben und wie sich die GKB für die kommenden Monate anlageseitig positioniert.​​
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Gabriela Conrad und Daniel Lüchinger
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Die Unternehmensgewinne dominieren momentan einfach alles.
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Daniel Lüchinger
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Chief Investment Officer
Auf einen Blick

Das wirtschaftliche Gesamtbild präsentiert sich weiterhin stabil. Mit Blick auf das regionale Wachstum ist eine deutliche Divergenz zwischen der Eurozone und den USA ersichtlich. Das Wachstum in den USA wird deutlich weniger stark vom Energiepreisanstieg belastet.

Wir behalten das Untergewicht bei Obligationen bei, Aktien bleiben entsprechend übergewichtet. Innerhalb der Aktienquote bleiben Schwellenländer und globale Small Caps übergewichtet. Schweizer Immobilien und Gold sind neutral gewichtet

Aktuelle Lage

Die Weltwirtschaft befindet sich in einem Spätzyklus. Das wirtschaftliche Gesamtbild ist stabil – bei anhaltend hohen Unsicherheiten. Der KI-CapEx, also die KI-Investitionsausgaben grosser Technologieunternehmen, in Kombination mit der Fiskalpolitik und Steuerrückerstattungen (in den USA) bilden ein starkes Fundament. Auf der anderen Seite stellt die abnehmende Breite beim US-Konsum ein Warnsignal dar.

Die globale Liquidität steigt weiter an, jedoch mit einer tieferen Rate als noch im Frühling. Insbesondere in der Eurozone schwächt sich das Bild ab. Banken werden restriktiver bei der Kreditvergabe, die Nachfrage nach Krediten sinkt und die Sparquote bleibt überdurchschnittlich. Die Zinserhöhung der EZB im Juni dürfte das Liquiditätsbild in der Eurozone weiter verschlechtern.

Die Mehrheit der Wirtschaftsdaten überrascht weiterhin positiv, was die Widerstandsfähigkeit der globalen Märkte unterstreicht. Auffallend ist der Unterschied zwischen den USA und der Eurozone. Die robuste US-Wirtschaft stützt die globale Konjunktur, während die Eurozone aufgrund restriktiverer Kreditvergaben und der EZB-Zinserhöhung unter Druck steht.

Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran sorgt an den Finanzmärkten für Aufatmen – und verringert auch den Druck auf die Währungshüter.

Die konjunkturellen Impulse führen zu erhöhtem Inflationsdruck, wobei aktuell keine Zweitrundeneffekte zu sehen sind. Trotz leichtem Preisdruck stützen stabile Arbeitsmärkte den Konsum und die Investitionen.

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Wachstumsausblick für 2026
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Quelle: LSEG, Graubündner Kantonalbank (Stand: 30.06.2026)
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Die wirtschaftliche Aktivität in den USA liegt mit robusten Werten nach wie vor im positiven Bereich. Der Arbeitsmarkt ist in einer soliden Verfassung. Zuletzt wurden viele neuen Stellen geschaffen. Die Inflation stieg zuletzt an, weitere Zinssenkungen werden vorerst nicht erwartet.

Das Wachstum in der Eurozone zeigt eine Verlangsamung– in unserem Basisszenario erwarten wir jedoch keine Rezession. Die Gesamtinflation hat sich erhöht, insbesondere aufgrund der Dienstleistungsinflation. Aufgrund der gestiegenen Inflation erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni die Zinsen um 0.25 Prozentpunkte.

Für 2026 erwarten wir für die Schweiz ein moderates Wirtschaftswachstum von 1 Prozent, gestützt durch eine leichte Erholung der Wirtschaftsaktivitäten, wie aktuelle Echtzeitdaten nahelegen. Dennoch bleibt das Wachstum verhalten und stark von globalen Unsicherheiten geprägt. Positiv ist, dass die Schweiz dank des geringen Gewichts der Energiepreise im Konsumentenpreisindex weitgehend vor Energiepreisschocks geschützt ist – ein Vorteil, der in der aktuellen geopolitischen Lage nicht zu unterschätzen ist. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beliess den Leitzins im Juni bei null Prozent.

Für China wird mittelfristig ein robustes Wachstum von 4.5 bis 4.8 Prozent erwartet. In diesem «New Normal»-Zustand ist das Ziel von 5 Prozent ausser Reichweite. Die anhaltende Schwäche im Immobiliensektor sowie die hohe Staats- und Unternehmensverschuldung bremsen das Wachstum. Trotz deflationärer Tendenzen und einer schwachen Inlandnachfrage hält die chinesische Zentralbank die Leitzinsen stabil.

GKB Einschätzung

Obligationen: Nach dem kräftigen Preisanstieg der Energierohstoffe in Folge des Irankrieges, hat sich die Lage in den letzten Wochen etwas entspannt. Insbesondere als sich eine Vereinbarung unter den Kriegsparteien zu konkretisiert hat, sank der Ölpreis erstmals seit Anfang März wieder unter USD 80 pro Fass. Damit widerspiegelt diese Entwicklung die Hoffnung einer weiteren Deeskalation im Nahen Osten.

Die höheren Öl- und Gaspreise zeigten sich dennoch rasch in einer höheren Inflationsrate. Während der Anstieg in der Schweiz bis Ende Mai auf 0.6 Prozent vergleichsweise moderat ausfiel, stieg die Inflation im Euroraum auf 3.2 Prozent bzw. auf 4.2 Prozent in den USA. Insbesondere in den USA trifft die hohe Teuerung auf ein solides Konjunkturumfeld und einen sich aufhellenden Arbeitsmarkt, während der Euroraum weiter schwächelt. Wir erwarten daher einen anhaltenden Aufwärtsdruck bei den US-Zinsen, während dieser Druck bei den EUR-Zinsen aufgrund der schwachen Konjunktur geringer ausfällt. Aus diesen Gründen reduzieren wir in den EUR Mandaten unser Engagement in Globalen Staatsanleihen zugunsten der Obligationen EUR Quote. Insgesamt behalten wir unser Untergewicht bei Obligationen bei.

Aktien: Das wirtschaftliche Umfeld hat sich leicht aufgehellt, das Fundamentalbild präsentiert sich robuster als noch vor drei Monaten. Starke Treiber an den Aktienmärkten sind die Gewinnerwartungen, aber auch die effektiven Gewinnausweise der Unternehmen. Das Wachstum wird dabei stark von KI-Investitionen angetrieben. Wir halten bei Aktien am Übergewicht fest und erhöhen durch die Beimischung einer Position Nasdaq 100 das Exposure im IT-Sektor. Globale Small Caps bleiben übergewichtet, auch wenn die ansteigende Inflation bis Ende Jahr zu Leitzinserhöhungen führen könnte. Die Bausteine Gesundheitswesen und Infrastruktur werden beibehalten und stabilisieren die Aktien Welt Quote bei Rücksetzern. Unternehmen aus den Emerging Markets weisen ein sehr hohes Gewinnwachstum auf, weshalb wir das taktische Übergewicht in diesem Segment leicht erhöhen.

Alternative Anlagen: Nach zwei ausserordentlich guten Jahren gehen Schweizer Immobilienfonds, gemessen am SWIIT, in eine gesunde Konsolidierungsphase über. Der Iran-Krieg, die Abstimmung über eine 10-Millionen-Schweiz und die Wohnungsinitiative im Kanton Zürich haben den Index gedrückt. Die beiden Vorlagen wurden abgelehnt und der Index notiert wieder über dem Niveau von Anfang Jahr. Das Agio bleibt erhöht, trotzdem ist das Segment gut unterstützt. Die Sommermonate sind von dünnen Umsätzen geprägt und bereits kleinere Volumen können Preisausschläge auslösen. Wir rechnen jedoch nicht mit grösseren Änderungen, sondern gehen davon aus, dass die Kursstände gehalten werden können.

Gold: In den letzten Jahren verzeichnete das gelbe Metall stetige Preissteigerungen und kleine Rückschläge wurden dazu genutzt, um nachzukaufen. Dies war in den letzten drei Monaten nicht der Fall, Gold verzeichnete Verluste. Treiber des Kursrutsches war die erhöhte Inflation, ausgelöst durch den Krieg im Nahen Osten. Dies hatte zwei grössere Konsequenzen: Erstens veräusserten Zentralbanken, die mit der erhöhten Inflation und Geldabwertung zu kämpfen hatten, Anteile ihres Goldbestands. Zweitens wechselten aufgrund der erhöhten US-Inflation viele Marktteilnehmer ihre Erwartungen von Fed-Zinssenkungen hin zu Zinserhöhungen. Zusammen mit dem erstarkten US-Dollar setzte dies den Goldpreis unter Druck. Eine Erholung des Goldkurses brachten die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

Umfragen bei Zentralbanken durch das World Council zeigen, dass die Zentralbanken in den nächsten Monaten ihre Bestände aufbauen möchten. Damit hat sich ein starker Marktteilnehmer positiv zu Gold geäussert, was zumindest für eine Unterstützung des Preises sorgt. Wir rechnen auch wieder mit Zuflüssen in den Gold-ETFs. Der neue Fed-Chef könnte zusätzlich Bewegung in den Markt bringen.

Aktuelle Positionierung
Innerhalb der GKB Vermögensverwaltungsmandate bleiben wir bei Obligationen untergewichtet. Auf der Aktienseite behalten wir das Übergewicht bei – mit der sich abzeichnenden Lösung im Iran hat sich das Bild aufgehellt. Das taktische Übergewicht bei Schwellenländeraktien wird leicht ausgebaut. Das Exposure gegenüber Aktien aus dem Technologiesektor wird ebenfalls leicht erhöht. Ebenfalls halten wir an globalen Small Caps sowie Aktien aus dem Gesundheitssektor fest. Bei Immobilien Schweiz und Gold bleiben wir neutral positioniert.
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Grafik Positionierung GKB Vermögensverwaltung
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GKB Positionierung in der Vermögensverwaltung
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Positionierung GKB Vermögensverwaltung
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Quelle: Graubündner Kantonalbank (Stand: 30.06.2026)
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Ein Mann und ein Berater geben sich die Hand
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Schneeberge im Engadin mit Blick Richtung Süden
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