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Wirtschaftslage – Welthandel legt deutlich zu.

Datum: 30.11.2020 
Autor: Adrian Schneider

Die vielversprechende Entwicklung rund um die Corona-Impfstoffe und der Verlauf der Amtsübergabe im Rahmen der US-Präsidentschaftswahlen haben die Aktienmärkte im November kräftig angetrieben. Die längerfristigen Konjunkturperspektiven hellen sich dadurch deutlich auf. Das zeigt sich auch an den Finanzmärkten. So überstieg der Dow Jones letzte Woche erstmals die Marke von 30‘000 Punkten und ist auf dem Weg, die beste Monatsrendite seit 1987 zu erzielen. Auch der Schweizer Aktienmarkt konnte im November um fast 10 Prozent zulegen. Von den Rekordhöchstständen vom Frühjahr sind wir jedoch noch etwas entfernt.

«Global gibt es Lichtblicke für die wirtschaftliche Entwicklung.»

 

Der Blick auf die jüngsten Vorlaufindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung im Umfeld von erneuten Corona-Massnahmen zeigt ein differenziertes Bild. Die letzten Ergebnisse der Einkaufsmanagerindex-Umfragen von IHS Markit weisen für die USA eine starke Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität aus. Die Indikatoren deuten darauf, dass sowohl das produzierende Gewerbe als auch der Dienstleistungssektor im November stark zulegen konnten. Interessant ist auch, dass die Umfragen einen unerwartet starken Anstieg der Input-Preise in Kombination mit zunehmenden Lieferverzögerungen ausweisen. Dies ist ein Zeichen für zunehmenden Preisdruck.

 

Auch der Ausblick fiel optimistisch aus. Die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate erreichten den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren. Die US-Wirtschaft erweist sich als widerstandsfähig, zumal in den USA selbst weiterhin eine starke Zunahme der Corona-Neuinfektionen und Hospitalisierungen zu beobachten ist. Die Eindämmungsmassnahmen fallen jedoch deutlich weniger einschneidend aus als diejenigen in Europa. In Europa sieht das konjunkturelle Bild, gezeichnet von eben diesen einschneidenden Einschränkungsmassnahmen, düsterer aus. Die wirtschaftliche Aktivität hat insbesondere im Dienstleistungssektor stark unter den Massnahmen gelitten, während sich das produzierende Gewerbe auf stabilem Niveau halten konnte. Die Stimmungsindikatoren in der Eurozone haben sich im November auf breiter Front verschlechtert. Das Wirtschaftsvertrauen nimmt jedoch nur leicht ab.

 

Global gibt es aber durchaus Lichtblicke für die wirtschaftliche Entwicklung. Die konjunkturelle Erholung ist nach dem globalen Lockdown im Frühjahr erfreulicher ausgefallen als allgemein erwartet wurde. Der Welthandel hat sich vom Einbruch deutlich erholt. Dies zeigt der Containerumschlagsindex vom Wirtschaftsforschungsinstitut RWI in Zusammenarbeit mit dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), welcher sich weiter im Aufwärtstrend befindet und auf einen florierenden Welthandel hindeutet. Die starke Erholung der chinesischen Wirtschaft hat hier merklich dazu beigetragen.

 

Zusammengefasst gilt: In einzelnen Volkswirtschaften lässt sich eine erneute Rezession mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vermeiden. Die Chancen für eine deutliche Erholung nach der Krise sind aber intakt. Dies wird risikoreiche Anlagen wie Aktien und besonders zyklische Titel weiter unterstützen.


 

 

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