GKB Hauptsitz

Währungsfokus: US-Dollar

Belastendes Umfeld für den US-Dollar

Datum: 18.12.2020 


Das Beschäftigungswachstum in der US-Wirtschaft hat sich im November stärker verlangsamt als angenommen. Die Zahl der Beschäftigten ausserhalb der Landwirtschaft stieg lediglich noch um 245‘000. Erwartet wurde ein fast doppelt so starker Stellenzuwachs. Damit bestätigt sich die Befürchtung, dass die steigenden Neuansteckungen und Geschäftseinschränkungen die Nachfrage nach Arbeitskräften abschwächt. 


Konjunkturelles Umfeld

Die Arbeitslosenquote sank im November von 6.9% auf 6.7%. Allerdings ging der Rückgang der Arbeitslosenrate mit einer sinkenden Partizipation einher (von 61.7% auf 61.5%), was negativ zu beurteilen ist. Durch den Rückzug vom Arbeitsmarkt verringerte sich die Erwerbsbevölkerung um 400‘000 Personen und half damit die Arbeitslosenquote zu drücken.

Während das Coronavirus die meisten Wirtschaftsbereiche hart getroffen hat und nach wie vor behindert, erlebt der Wohnungsmarkt einen beeindruckenden Aufschwung. Wichtigster Treiber sind die derzeit niedrigen Hypothekarzinsen. Eine wichtige Rolle für die erhöhte Nachfrage spielen ausserdem der Wunsch nach mehr Wohnraum sowie die verbesserten Möglichkeiten von zu Hause aus zu arbeiten.


Impfstoff beschleunigt wirtschaftliche Erholung

Trotz vieler belastender Faktoren hellt die Aussicht auf die baldige Verfügbarkeit mehrerer wirksamer COVID-19-Impfstoffe den mittelfristigen Ausblick auf. Unternehmen und Haushalte haben eine Perspektive, das harte Winterhalbjahr durchzustehen und anschliessend durchzustarten. Ab dem zweiten Quartal 2021 sollte zudem eine Normalisierung der sozialen Aktivitäten möglich sein.


 

GKB Beurteilung zum US-Dollar

Der US-Dollar bleibt aufgrund des schwindenden Realzinsvorteiles und steigender Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite in der Defensive. Aufgrund der voraussichtlich geteilten US-Regierung ist mit weniger fiskalischer Unterstützung zu rechnen. Dies wiederum zwingt die US-Notenbank noch lange eine sehr lockere Geldpolitik zu betreiben, wodurch der US-Dollar keine Zinsunterstützung erhält. Darüber hinaus lasten das Leistungsbilanz- und Budgetdefizit auf dem USD. Mittelfristig rechnen wir deshalb weiterhin mit einem schwächeren US-Dollar. Die weitere Abwertung dürfte aber moderater ausfallen als bisher, zumal sich die Überbewertung des USD gegenüber dem Schweizer Franken abgebaut hat.





Gemeinsam wachsen.