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US-Präsidentschaftswahlen im November 2020

Welchen Einfluss hat die US-Präsidentschaftswahl auf den Aktienmarkt?

Datum: 09.07.2020 
Autor: Roman Bättig

Es dauert noch vier Monate bis zu den Präsidentschaftswahlen in den USA am 3. November 2020. Der amtierende Präsident Donald Trump liegt in den aktuellen Umfragen hinter Joe Biden zurück. Dies analog dem Wahlkampf vor vier Jahren, als Hillary Clinton im Vorfeld der Wahlen die besseren Umfragewerte erzielte.

Die heutige Situation kann allerdings nicht mit derjenigen im Jahr 2016 verglichen werden. Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie. Trumps Markenzeichen einer blühenden Wirtschaft und eines stabilen Arbeitsmarktes löste sich während der Corona-Krise innert kürzester Zeit in Luft auf. Bis zu den Wahlen im November kann jedoch noch viel passieren.

 

Joe Biden liegt in den Umfragen vorne
Die Umfragewerte für Trump sind in den letzten Wochen immer tiefer gesunken. Die Chancen auf eine Wiederwahl sind mittlerweile auf niedrige 40 Prozent gefallen.

 

Umfragewerte

 

Auch republikanisch geprägte Staaten gelten zunehmend als umkämpft. Trump selbst befürchtete zeitweise ebenfalls, dass er die Wahlen verlieren könnte. Weiter sind die Wahlchancen der Demokraten in Bezug auf eine Mehrheit im Kongress und im Senat jüngst angestiegen.

 

Wahlchancen



V
ergleich mit 2016 schwierig
Es gibt gleich mehrere Gründe, weshalb ein Vergleich zu den Wahlen von 2016 nicht möglich ist. Biden liegt seit dem Direktduell in den Umfragewerten konstant vor Trump. Der Vorsprung von Clinton gegenüber Trump im Jahr 2016 war deutlich weniger beständig und schrumpfte phasenweise zusammen. Weiter kommt hinzu, dass der amtierende Präsident aufgrund der Bekanntheit jeweils leicht im Vorteil ist. Zudem war Clinton bei den letzten Wahlen vor vier Jahren unbeliebter bei den Wählern, als dies Biden heute ist. Zusätzlich ist zu erwähnen, dass 2016 praktisch niemand mit einem Sieg von Trump gerechnet hatte. Dies nachdem er im Wahlkampf etliche Eklats provozierte.



Einfluss des Wahlausgangs auf die Sektoren
Die Auswirkungen auf die einzelnen Sektoren sind je nach Wahlausgang unterschiedlich. Sollte Biden bei einer allfälligen Wahl die Steuerreform von Trump rückgängig machen, leiden Sektoren wie Basiskonsum oder Kommunikationsdienstleistungen. Unternehmen wie Alphabet und Facebook fallen in diese Sektoren und haben stark von Steuersenkungen profitiert. Weiter fordern die Demokraten eine stärkere Regulierung des IT-Sektors. Dies könnte einen negativen Einfluss auf die Tech-Giganten haben.

Eine weitere wesentliche Rolle im Wahlkampf beider Parteien spielt das Thema Energie. Bei einem Wahlsieg von Biden würden tendenziell erneuerbare Energien profitieren. Andererseits profitieren klassische Energiewerte bei einem Wahlsieg von Trump.

Aktien aus dem Gesundheitssektor dürften bei einem Wahlsieg von Biden ebenfalls an Wert einbüssen. Sobald das Thema der Medikamentenpreise wieder verstärkt in den Fokus rückt, könnte sich der Druck auf Pharma-Aktien erhöhen.

Bereits im Juni verzeichneten ETF’s aus dem Gesundheitssektor hohe Geldabflüsse. Ein ähnliches Muster war im Wahlkampf 2016 zu beobachten, als sich Anlegerinnen und Anleger für einen Sieg von Clinton positionierten.



Fazit
Die aktuellen Umfragewerte sind mit Vorsicht zu geniessen. Vergleiche mit den Wahlen von 2016 ebenfalls. Die Entwicklung der US-Wirtschaft und der Aktienkurse im Vorfeld der Wahlen spielen eine nicht unwesentliche Rolle. Eine anhaltend positive Marktdynamik könnte Trump Rückenwind verleihen. Neben den Präsidentschaftswahlen sollten Anlegerinnen und Anleger insbesondere aber auch das Kopf an Kopf Rennen um die Sitzverteilung im Senat und somit die Zusammensetzung des Kongresses im Fokus behalten.

 


 

 

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