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Red Friday an den Finanzmärkten

Datum: 29.11.2021 

​Die Meldung, dass eine neue, hochansteckende Corona-Mutation in Südafrika aufgetaucht ist, beunruhigte die Finanzmärkte. Wie reagierten diese und was heisst das für den weiteren Verlauf der Finanzmärkte?

«Wir erwarten eine Gegenreaktion an den Finanzmärkten.» 

 

Die Meldung, wonach in Südafrika eine neue Corona-Mutation aufgetaucht sei, die möglicherweise hoch ansteckend und den Impfschutz stärker umgehen könnte, als die derzeit grassierende Delta-Variante, hat am vergangenen Freitag für Verunsicherung an den globalen Finanzmärkten gesorgt. Die Neuigkeiten sind dabei auf einen fragilen Markt getroffen, welcher gerade noch neue Allzeithochs verzeichnete und auf Anlegende, die sich auf eine höhere Inflation und angepasste Geldpolitik einstellen. Die Folge waren Gewinnmitnahmen und ein breiter Ausverkauf risikoreicher Anlagen. Insgesamt hat der Weltaktienindex Verluste von über zwei Prozent verzeichnet. Europäische Aktien verloren im Mittel gar rund fünf Prozent, während sich der Heimmarkt dank der defensiven Sektorenzusammensetzung mit einem Minus von weniger als zwei Prozent robuster gezeigt hat.

 

Die Marktreaktion deutet darauf hin, dass Anlegerinnen und Anleger mit dem Schlimmsten rechnen. Das hat sich auch in der Entwicklung des Ölpreises gezeigt. Sichere Anlagen wie der Schweizer Franken oder Staatsanleihen waren hingegen gesucht. Innerhalb der Aktien gerieten insbesondere Branchen wie Luftfahrindustrie und Tourismus unter Druck. Diese wären von neuerlichen Reise- und Kontaktbeschränkungen besonders stark betroffen. Auch zyklische Werte aus dem Finanzsektor verzeichneten als Folge des Zinsrückgangs überdurchschnittliche Abgaben.  

 

Die Omikron-Mutation wird sich global verbreiten, wie es auch bei der Delta-Mutation der Fall war. Noch sind jedoch noch zu wenige Daten verfügbar, um die Gefährlichkeit der neuen Variante beurteilen zu können. Erste Indikationen vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten aus Südafrika lassen jedoch hoffen. Dieses vermeldete, dass die Symptome von Omikron-Infizierten zwar anders, aber nicht schlimmer waren. Gemäss Experten kann man sogar mit einiger Zuversicht davon ausgehen, dass die Mutation nicht bösartiger sein wird und dass die vorhandenen Impfstoffe höchstwahrscheinlich weiterhin wirksam sind, um Hospitalisierungen und Todesfälle zu verhindern. Auch die Impfstoff-Hersteller Biontech und Moderna liessen verlauten, umgehend zu prüfen, ob ihr Impfstoff auch gegen die neue Virus-Variante wirke. Spätestens in zwei Wochen erwarten die Firmen verlässliche Daten aus den Labortests, die darüber Aufschluss geben, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich sei. Zudem betonen die Hersteller, dass sie die mRNA-Impfstoffe relativ rasch und einfach an neue Varianten anpassen können.

 

Wir erachten die Reaktion der Finanzmärkte denn auch als kurzfristig übertrieben und erwarten eine Gegenreaktion. Die Entwicklung der Weltwirtschaft ist weiterhin intakt, wobei für nächstes Jahr überdurchschnittliche Wachstumsraten in den meisten Ländern der Welt zu erwarten sind. Auch seitens der Unternehmen wird in den nächsten Quartalen mit einer anhaltend robusten Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen gerechnet. Zudem dürften die Firmen ihre hohen Margen verteidigen und die Gewinne weiter steigern können. Daher sehen wir zurzeit keinen Anlass, unsere Positionierung anzupassen und halten an unserem Übergewicht der Aktienquote fest.

 

 

Gemeinsam wachsen.