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Notenbanken bleiben expansiv.

Datum: 22.03.2021 
Autor: Daniel Lüchinger

Letzte Woche standen die Zentralbanken im Fokus. Die führenden Notenbanken kommunizierten eine identische Aussage: Die Geldpolitik bleibt auf absehbare Zeit expansiv. Was bedeutet dies für die Finanzmärkte?

«Insgesamt ist eine steigende Inflation positiv für die Aktienmärkte.»

 

Am vergangenen Mittwoch hielt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre ordentliche Sitzung ab. Die Fed verbesserte dabei ihre wirtschaftlichen Projektionen deutlich: Die Prognosen für BIP-Wachstum und Inflation wurden angehoben. Die Notenbank betonte jedoch erneut, dass es sich bei der Inflationsprognose nur um einen temporären Anstieg handelt. Am expansiven geldpolitischen Kurs will sie festhalten. Eine vorschnelle Rücknahme der Wertschriftenkäufe (sogenanntes «Tapering») oder eine Leitzinserhöhung sind aktuell kein Thema. Auch zwei weitere wichtige Notenbanken der Industriestaaten, die Bank of Japan sowie die Bank of England haben letzte Woche ihre Zinsentscheide kommuniziert. Die Europäische Zentralbank hatte schon in der Woche zuvor angekündigt, ihre Anleihekäufe vorübergehend deutlich auszuweiten und damit die vorteilhaften Finanzierungsbedingungen beizubehalten. Die führenden Notenbanken kommunizieren daher eine identische Aussage: Die Geldpolitik bleibt auf absehbare Zeit expansiv.


Was sind die Auswirkungen dieser anhaltend expansiven Geldpolitik? Die Notenbanken versuchen alles, um die wirtschaftliche Entwicklung zu stützen. Trotz der bereits sehr guten Konjunkturaussichten bleiben die Zinsen tief. Die Kombination von starkem Wachstum und expansiver Geld- und Fiskalpolitik heizt aber die Inflationssorgen an. Die Folge ist, dass die langfristigen Zinsen steigen.

Dieser Zinsanstieg belastet nebst den Obligationen- auch die Aktienmärkte. Das bekommen insbesondere Technologieaktien mit einer bereits hohen Bewertung zu spüren. Viele Anleger haben ihr Kapital zuletzt in zyklische Aktien umgeschichtet: Banken, Versicherungen, Energie- und Rohstoffwerte sind die grössten Profiteure eines wirtschaftlichen Aufschwungs.


Insgesamt ist eine steigende Inflation positiv für die Aktienmärkte. Problematisch wird es, wenn die Preise deutlich ansteigen. Davon sind wir aktuell weit entfernt. Zudem sprechen die intakten Wachstumsperspektiven und die anhaltend expansive Geldpolitik nach wie vor für Aktien. Interessante Anlageopportunitäten bieten sich insbesondere in Europa und in den Schwellenländern. Beide Regionen sind attraktiv bewertet und profitieren stark von der wirtschaftlichen Erholung.


Zusammenfassend gilt: Die Entwicklung der Weltwirtschaft erweist sich – trotz zweiter Pandemiewelle – als robust. Die Inflation wird in den kommenden Monaten in einigen Ländern steigen. Viele Inflationsfaktoren sind allerdings von vorübergehender Natur. Mit der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft erwarten wir eine starke Erholung der Konjunktur. Steigende Zinsen aufgrund von stärkerem Wachstum sind für Aktien meist unproblematisch. Die Graubündner Kantonalbank erhöht daher die Aktienquote auf eine Übergewichtung. Innerhalb der Aktien liegt der Fokus auf Unternehmen mit guter Profitabilität und einer starken Wettbewerbsstellung.

 

Gemeinsam wachsen.