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Nervosität an den globalen Aktienmärkten.

Datum: 30.10.2020 

Zeigten sich die globalen Aktienmärkte bis Mitte Oktober robust, verzeichnen sie diese Woche Kursverluste auf breiter Front. Die Stimmung hat sich deutlich eingetrübt und die Volatilität ist sprunghaft angestiegen.

Als Hauptauslöser können die zunehmenden gesundheitspolitischen Massnahmen aber auch die gescheiterten Verhandlungen für ein Fiskalpakt in den USA angeschaut werden. Die Hoffnungen auf ein Fiskalpaket vor den US-Wahlen stützten die Märkte bis dato. So gaben der marktbreite S&P 500 und auch der Schweizer Aktienmarkt seit letztem Freitag rund 4.5 Prozent nach. Der europäische Leitindex verliert sogar rund 7.5 Prozent (Daten per 29.10.2020). Die Kursverluste in den Schwellenländern, insbesondere China, fallen geringer aus. Am Donnerstag fand in den USA bereits wieder eine leichte Gegenbewegung statt. Der marktbreite S&P 500 erholte sich mit plus 1.19 Prozent etwas von seiner jüngsten Talfahrt. Der Nasdaq 100 legte sogar um 1.87 Prozent zu.

 

 Aktienmärkte

 

Die Unternehmensberichtssaison wirkt unterstützend. Die meisten Unternehmen haben mit ihren Geschäftszahlen fürs dritte Quartal bisher positiv überrascht. Die Aussichten fallen aufgrund der Corona-Pandemie aber verhalten aus.

 

US-Wahlen und Entwicklung der Corona-Infektionszahlen belasten
Stark steigende Corona-Infektionszahlen und erneute Einschränkungsmassnahmen, die die wirtschaftliche Erholung bremsen, sorgen aktuell für Nervosität an den Finanzmärkten. Zudem stellen die US-Präsidentschaftswahlen von nächster Woche einen weiteren Unsicherheitsfaktor dar. Erschwerend hinzukommt, dass das lang ersehnte US-Fiskalpaket wohl erst nach den US-Wahlen vom Kongress verabschiedet wird. Anlegerinnen und Anleger müssen sich in den nächsten Wochen auf eine Phase mit anhaltend hoher Unsicherheit einstellen.

Mobilitätsdaten, welche eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung verbunden sind, verharren in den letzten Wochen auf konstantem Niveau. Die Werte liegen derzeit global nur marginal unter dem Vorkrisenniveau. Ebenfalls positiv zu werten sind die jüngsten Daten zum Konsum in den USA und der wirtschaftlichen Erholung. So hat sich der Detailhandel im September weiter erholt. Die Konsumenten haben gelernt, mit der Pandemiesituation umzugehen. In China zeigen sich die Konjunkturdaten unverändert robust. Alternative Messmethoden wie der Li Keqiang Index deuten auf eine steigende wirtschaftliche Aktivität in China hin. Analysten gehen davon aus, dass China als einzige grosse Volkswirtschaft dieses Jahr ein positives BIP-Wachstum ausweisen wird.

 

Auswirkungen auf unsere Positionierung
Die Dynamik der Konjunkturerholung hat in den letzten Wochen etwas nachgelassen. Die neuen Einschränkungsmassnahmen, insbesondere in Europa, bremsen die bereits zaghafte wirtschaftliche Erholung weiter aus. Wir erwarten allerdings, dass der wirtschaftliche Schaden aktuell geringer ausfallen wird als noch im März dieses Jahres. Damit schreitet die konjunkturelle Erholung weiterhin voran, wenn auch in abgeschwächter Form. Dies entspricht unseren Erwartungen. Dass die ansteigenden Corona-Infektionen ein Risiko für die wirtschaftliche Erholung rund um den Globus darstellen, zeigt sich an der aktuellen Aktienmarktentwicklung.

Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Zentralbanken noch länger an ihrer ultraexpansiven Geldpolitik festhalten und rechnen in diesem Jahr noch mit weiteren Massnahmen. In Kombination mit der Aussicht auf weitere fiskalpolitische Unterstützungen nach den Wahlen in den USA und in weiteren Regionen wie zum Beispiel China und Europa sehen wir gute Voraussetzungen für risikoreiche Anlagen. Damit wird das aktuelle Regime noch weiter gestärkt. Wir sehen je nach Entwicklungen rund um die US-Wahl allenfalls sogar kurzfristige Anlagemöglichkeiten.

Mittel- bis langfristig bleiben Aktien, insbesondere im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen, attraktiv. Aufgrund der Aufwärtsrisiken durch hohe Erwartungen an ein Fiskalpaket bei einen Wahlsieg der Demokraten gepaart mit Abwärtsrisiken durch Unsicherheiten nach der Wahl, drängt sich weder ein Über- noch Untergewicht im Bereich der risikoreichen Anlagen auf. Deshalb halten wir an einer neutralen Positionierung der Aktienrisiken fest. Aufgrund der erhöhten Risiken halten wir ein Übergewicht in Gold als Absicherung und eine erhöhte Position an Liquidität, um künftige Opportunitäten wahrnehmen zu können.

 

Positionierung

 

 

Gemeinsam wachsen.