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Licht und Schatten

Datum: 29.06.2020 
Autor: Adrian Schneider

Der Internationale Währungsfonds (IWF) revidierte vergangene Woche seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum in diesem Jahr deutlich nach unten. Die globale Rezession infolge der Coronavirus-Pandemie dürfte demnach schlimmer ausfallen, als im Frühling erwartet. Es gibt aber auch Lichtblicke am Horizont.

 

IWF revidiert Wachstumsprognose nach unten

Konkret prognostiziert der IWF einen Einbruch des globalen Wirtschaftswachstums um 4.9% in 2020. Die wirtschaftliche Aktivität ist im ersten Halbjahr stärker ins Stocken geraten als zunächst erwartet und die Wiederaufnahme kommt nur langsam in Fahrt. Von einer tieferen Basis lässt es sich jedoch schneller wachsen, weshalb für das Jahr 2021 eine stärkere Erholung des globalen Wachstums von 5.4% prophezeit wird. Sollten sich diese Zahlen bewahrheiten, heisst das, dass die Summe aller produzierten Güter und Dienstleistungen Ende 2021 deutlich tiefer sein wird als vor der Corona-Krise angenommen.


Lichtblicke am Horizont

Der viel beachtete IFO-Geschäftsklimaindex, welcher auf einer Umfrage zur wirtschaftlichen Lage bei deutschen Unternehmen beruht, verzeichnete im Juni den stärksten monatlichen Zuwachs seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1990. Die aktuelle Stimmung unter den deutschen Exporteuren bleibt zwar verhalten, die Aussichten jedoch werden wieder positiver wahrgenommen.


Auch die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone, welche als zuverlässiger Frühzeitindikator für die wirtschaftlichen Aktivitäten dienen, haben sich den zweiten Monat in Folge verbessert. Der Gesamtindex für den Dienstleistungs- und Industriesektor im Euroraum stieg deutlich und ist nahe an Levels, die auf ein Wachstum hindeuten. Ebenfalls erfreulich ist die erneute Verbesserung der Konsumentenstimmung in der Eurozone.


Die Geschwindigkeit der Erholung ist erstaunlich und geht einher mit derjenigen der Finanzmärkte. Auch hier befinden sich die Anleger in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite besteht Skepsis mit Blick auf eine drohende zweite Corona-Infektionswelle oder gar eine bereits wieder steigende Anzahl Neuinfektionen in verschiedenen Ländern. Andererseits besteht Erleichterung über die teils kräftig verlaufende Erholung an den Aktienmärkten. Gemessen an den Kurs-Gewinn-Verhältnissen sind die Aktienmärkte in der Folge stattlich bewertet – doch gerade im Quervergleich mit Obligationen werfen sie immer noch eine ansprechende Mehrrendite ab.


Fazit: Festhalten an einer neutralen Positionierung

Die Corona-Krise wirft somit nach wie vor ihren Schatten auf die Zahlen zur aktuellen Wirtschaftslage und auch die Risiken bleiben bestehen (beispielsweise mit Blick auf eine zweite Ansteckungswelle). Licht sehen wir jedoch in den Vorlauf- und Echtzeitindikatoren. Diese Kombination spricht zum aktuellen Zeitpunkt weder für einen Aufbau noch für einen Abbau von Risiken in den Anlagestrategien. Die Graubündner Kantonalbank hält daher an der Strategie einer neutralen Positionierung im Rahmen des Risikoprofils fest.

 

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