Konjunkturentwicklung - Land in Sicht!

Datum: 25.01.2021 
Autor: Adrian Schneider

Beinahe wäre es letzte Woche im Streit um EU-Gelder in Italien zu einer Regierungskrise gekommen. Während Giuseppe Conte seine Macht behalten konnte, verabschiedete sich Donald Trump für seine Verhältnisse leise aus dem Weissen Haus. Just am Tag des Machtwechsels erreichte der US-Aktienmarkt erneut historische Höchststände. Gegen Ende der Woche trübte sich die Stimmung an den Aktienmärkten jedoch aufgrund der sich abkühlenden Wirtschaftsentwicklung und neuen Virussorgen in China etwas ein.

 

«Der Weg für eine konjunkturelle Erholung ist geebnet.»

 

Die jüngsten Daten zur Lage der europäischen Wirtschaft bestätigen, was allgemein befürchtet und von uns erwartet wurde. Die Wirtschaftsaktivitäten in der Eurozone haben aufgrund der zweiten Pandemiewelle und damit einhergehenden verschärften Restriktionen wieder abgenommen. Der Dienstleistungssektor litt dabei deutlich stärker unter den Restriktionen als die Industrie. Auch das Konsumentenvertrauen hat im Januar einen Dämpfer erlitten. Der Verlauf der Corona-Pandemie und besonders die jüngst wieder verschärften gesundheitspolitischen Massnahmen verzögern die wirtschaftliche Erholung in Europa weiter. So zeigen die neusten Daten, dass die Eurozone vor einer doppelten Rezession steht. Dementsprechend hat die Europäische Zentralbank letzte Woche ihren ultraexpansiven geldpolitischen Kurs wie erwartet bestätigt. Die Leitzinsen bleiben auf historischen Tiefstwerten.

 

Die Konjunkturabschwächung in Europa ist eine schlechte Nachricht für die Schweizer Wirtschaft, da diese die Schweizer Warenexporte belasten wird. Die negativen Auswirkungen werden jedoch erheblich weniger gravierend ausfallen als noch zu Beginn der Krise, verlangsamen aber auch hierzulande die Erholung der Wirtschaft. Im Gegensatz dazu zeigen die Daten aus den USA ein positives Bild der Konjunkturentwicklung. Die Indikatoren für die Produktion, die Auftragslage, die Exportnachfrage und die Beschäftigung legten im Januar allesamt zu.

 

Der erwartete Aufschwung in Europa verzögert sich. Der konjunkturelle Ausblick zeigt sich aber einiges positiver. So ist die Auslieferung der Impfstoffe angelaufen und die Durchimpfung ist eine Frage der Zeit. Für das Jahr 2021 rechnet die Europäische Zentralbank dementsprechend für die Eurozone mit einem Wachstum von 3.9 Prozent. Für die Schweizer Wirtschaft rechnet die Konjunkturforschungsstelle der ETH 2021 mit einem Wachstum von 3.2 Prozent.

 

Das Erreichen dieser Wachstumsraten ist jedoch nur durch einen starken Aufschwung im Frühjahr möglich. Der Weg für eine Weiterführung der konjunkturellen Erholung ist zwar geebnet, es braucht aber noch einiges an Geduld und Durchhaltungsvermögen bis diese weitergeht. Der konjunkturelle Aufschwung kommt - lassen Sie sich durch Rücksetzer nicht aus der Ruhe und von Ihrer Anlagestrategie ab bringen.

 

 

 

 

Gemeinsam wachsen.