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Inflation meldet sich zurück.

Datum: 19.04.2021 

Sei es die Krankenkassenprämie, der tägliche Einkauf oder die Preise für ein Eigenheim. Alles wird immer teurer. Aktuell hat Inflation wieder Hochkonjunktur. Und das hat seine Gründe. Unweigerlich stellt sich Konsumenten und Investoren die Frage: müssen wir uns jetzt auf eine anhaltend höhere Teuerung einstellen und wie kann davor geschützt werden?

 

«Basiseffekte sind vorübergehender Natur.»

 

Das Thema Inflation hat sich mit Wucht zurückgemeldet: Die Konsumentenpreise sind in den USA im letzten Monat deutlich angestiegen. Dies vor allem wegen des heftigen Preissturzes aufgrund des Lockdowns im März des vorigen Jahres. Wir erinnern uns: die Rohölpreise waren im letzten Jahr für eine kurze Zeit sogar negativ. Dieser Basiseffekt ist aber von vorübergehender Natur und wird sich ab Sommer sogar umdrehen. Schlussendlich wird aber entscheidend sein, wie sich der Arbeitsmarkt entwickelt. Sehen wir hier grössere Engpässe und stark steigende Löhne, wird Inflation schnell zum Problem.


Die Notenbanken geben sich trotz diesem starken Anstieg noch entspannt und sehen in der Inflation keine längerfristige Gefahr. Wir schliessen uns dieser Meinung an. Aktuell geht es vor allem darum, die Krise zu überwinden. Dies ist auch der Tatsache heraus zu schliessen, dass in den meisten Regionen weiterhin eine expansive Geld- und Fiskalpolitik betreiben wird.  So schnüren die USA immer gigantischere Fiskalpakete was eine starke Ausbreitung der Geldmenge bedeutet. In Europa wird ein EU-Wiederaufbaufonds über EUR 750 Mia. angestrebt. Derweil konzentriert sich China nach der Stützung ihrer Wirtschaft im Jahr 2020 nun darauf, Exzesse kurzfristig zu vermeiden. Die Prioritäten für 2021 liegen in einer Abschwächung des Kreditwachstums und der Verhinderung möglicher Ungleichgewichte im Privatsektor. Somit verfolgt China als einzige der drei grössten Wirtschaftsmächte der Welt eine konventionelle Wirtschaftspolitik, die eine restriktive Fiskalpolitik mit positiven Nominal- und Realzinsen verbindet.


Die Teuerung fühlt sich meist höher an als sie tatsächlich ist. Aus der Verhaltensforschung wissen wir nämlich, dass wir Preiserhöhungen rund drei Mal stärker gewichten als Preisreduktionen. In den nächsten Monaten gehen wir von einer moderat steigenden Inflation aus. Ein Anstieg der Inflation bedeutet, dass Geld auf dem Konto mit der Zeit an Wert verliert. Um Vermögen und Lebensstandard zu schützen lohnt sich in den überwiegenden Fällen eine Investition in Finanzanlagen, abgestimmt auf das persönliche Risikoprofil. Denn auch wenn angelegtes Geld zwischenzeitlich in die Verlustzone gerät, ist die Rendite über lange Zeit meist positiv. So hat beispielsweise der MSCI Welt Index seit 1970 bis 2020 insgesamt 37 positive und leidglich 14 negative Jahre verzeichnet. In der Summe machen die positiven die negativen Jahre mehr als wett.


Lassen Sie sich von der ansteigenden Inflation nicht beirren. Viele Auslöser dieses Anstiegs sind temporär. Das sogenannte Gold-Löckchen Szenario - also die beste aller Welten mit tiefen Zinsen und gutem Wachstum - wird noch länger anhalten. Das ist positiv für die Konjunktur und auch für die Aktienmarktentwicklung.

 

 

 

 

Gemeinsam wachsen.