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Höchststände dank guten Unternehmenszahlen

Datum: 09.08.2021 
Autor: Daniel Lüchinger


Es ist wieder die Zeit, in welcher die Unternehmen Einblick in den Geschäftsgang gewähren. Investorinnen und Investoren richten gespannt den Fokus auf die Gewinnzahlen, stellen diese in der langen Frist doch den wichtigsten Treiber der Aktienrenditen dar. Die starken Gewinnausweise der Unternehmen verhelfen den Aktienmärkten rund um den Globus zu neuen Rekordhöchstständen.


Der Kursanstieg setzte sich an den globalen Aktienmärkten auch in der ersten Augustwoche fort. Und dies trotz Diskussionen über eine Reduktion der ultraexpansiven Geldpolitik und steigenden Corona-Infektionszahlen.

Rechtfertigen die guten Unternehmensgewinne die hohen Aktienkurse?




«Qualität und Preis sind entscheidend.»



Die Unternehmenszahlen sind in der Tat beeindruckend. So sind beispielsweise die Gewinne pro Aktie in Europa rund 160 Prozent höher als noch im letzten Jahr. Zudem werden die Gewinnerwartungen der Analysten im Schnitt um mehr als 30 Prozent überboten. Und auch die US-Unternehmen können mit neuen Rekordzahlen aufwarten. Noch nie konnten so viele Unternehmen die Gewinnerwartungen übertreffen wie im letzten Quartal. Auch das Gewinnwachstum jenseits des Atlantiks ist enorm. Die bereits hohen Erwartungen von Ende Juni werden mit einem Wachstum von knapp 90 Prozent pulverisiert. Massive Zuwächse sind vor allem in den Bereichen Energie, zyklische Konsumgüter sowie bei Finanz- und Industriewerten zu verzeichnen. Die ungewöhnlich hohe Wachstumsrate ist auf eine Kombination aus höheren Gewinnen im 2. Quartal 2021 und einer pandemiebedingt tiefen Vergleichsbasis im 2. Quartal 2020 zurückzuführen.

Die Aussichten sind ebenfalls sehr gut. So erwarten Analysten auch in der zweiten Jahreshälfte zweistellige Gewinnsteigerungen. Viele Unternehmen haben ihre Prognosen für das gesamte Jahr ebenfalls erhöht. Bei einigen Aktien von Pandemiegewinnern wird aber auch sichtbar, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die Bewertung ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 20 zudem immer noch relativ hoch. Zudem sind die Risiken mit dem starken Arbeitsmarktbericht aus den USA vom letzten Freitag eher gestiegen.

Dieser überraschte nämlich auf der positiven Seite. Die Gesamtzahl der Beschäftigten stieg stärker als erwartet und auch die Vormonatszahlen wurden nach oben revidiert. Die Arbeitslosenrate sank von 5.9 Prozent auf 5.4 Prozent. Die Erholung am Arbeitsmarkt nimmt also Fahrt auf. Wir gehen davon aus, dass die US-Notenbank ihre expansive Geldpolitik bis Ende des Jahres unverändert weiterführen und mit der Drosselung der Anleihekäufe zu Beginn des nächsten Jahres beginnen wird. Detailliertere Informationen zur Reduktion der Anleihekäufe erwarten wir an der US-Notenbanksitzung im September.

Unser Fazit: Die guten Gewinne stützen die Börse weiterhin und wir sind positiv für die nächsten Monate. Selektivität wird aber wichtiger werden: Die Phase, in welcher an den Aktienmärkten einfach alles gekauft wurde, ist vorbei. Jetzt wird gute Qualität zu einem angemessenen Preis wieder entscheidend.







Gemeinsam wachsen.