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Gold: In guten wie in schlechten Zeiten.

Datum: 22.02.2021 
Autor: Adrian Schneider

Wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer – und das sind in einer Börsenrally sichere Häfen wie beispielsweise Gold. Ist es nun Zeit, Goldpositionen abzubauen? Die Antwort lautet: Nein!

 

«Einen Gold-Anteil im Portfolio zu halten macht Sinn.»

 

Seit dem starken Abverkauf im März 2020 kennen die Aktienmärkte praktisch nur noch eine Richtung, nämlich nach Norden. Weder steigende Zinsen noch Spekulationsexzesse konnten die Stimmung an den Märkten eintrüben. Die Aussichten der Markteilnehmer zur zukünftigen Wirtschaftslage in Europa sind so gut wie schon lange nicht mehr. Das zeigt eine Umfrage des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). So haben sich die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im Februar überraschend aufgehellt. Das entsprechende Stimmungsbarometer stieg gegenüber dem Vormonat um 9.4 Punkte auf 71.2 Punkte. Ein deutlicher Aufholprozess wird insbesondere bei Konsum und Handel erwartet. Ökonomen zufolge hatten die zuletzt deutlichen Kursgewinne an den Aktienmärkten sowie die erwarteten steigenden Impfzahlen einen Einfluss auf den Anstieg des Indikators.

Wo es Gewinner gibt, gibt es jedoch auch Verlierer – und das sind in einer Börsenrally die sicheren Häfen wie etwa Gold, der Schweizer Franken oder Staatsanleihen. Der Preis von Gold hat sich seit Jahresbeginn deutlich vergünstigt. Steigende Zinsen erhöhen die Attraktivität von Obligationen und höhere Aktienkurse locken Anlegerinnen und Anleger an die Börse. Einige Marktteilnehmer trennten sich deshalb jüngst von ihren Goldpositionen, was an den sinkenden Goldbeständen von Anlagefonds deutlich wird. Dies korreliert stark mit der Risikostimmung an den Aktienmärkten, welche fast täglich neue Rekorde erklimmen. Beschleunigt wurde der Preisdruck zudem durch einen stärkeren US-Dollar.

Ist es nun Zeit, Goldpositionen abzubauen? Die Antwort lautet: Nein!

Gold ist nach wie vor ein guter Baustein für ein optimiertes Portfolio. Insbesondere folgende drei Argumente sprechen für ein Gold-Investment: Erstens wirkt Gold – dank seinen Diversifikationseigenschaften – stabilisierend innerhalb eines Portfolios. Zweitens sind die Opportunitätskosten, dargestellt in der Form von Realzinsen, weiterhin sehr tief. Und drittens profitiert das Edelmetall von der Geldschwemme und bietet einen Schutz vor zunehmender Inflation.

Doch nicht nur aus Sicht der Portfoliooptimierung ist ein Engagement in Gold sinnvoll. Das aktuelle Umfeld dürfte den Goldpreis stützen. So erholt sich beispielsweise die physische Nachfrageseite aus den asiatischen Märkten allmählich nach einem schwachen 2020. Ebenfalls für eine Beimischung von Gold sprechen die weiterhin hohen Unsicherheiten rund um das Coronavirus sowie die extrem hohen Staatsverschuldungen. Mit dem geplanten Fiskalpaket in den USA, werden diese Verschuldungen neue Sphären erreichen. Die zunehmende Entwertung des Papiergeldes wird mittel- bis langfristig die Nachfrage nach Realwerten wie Gold anheizen.

Einen Gold-Anteil im Portfolio zu halten macht daher Sinn – zum Schutz gegen Inflation und zur Optimierung des Portfolios in guten wie in schlechten Zeiten.

 

 

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