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GKB Anlage-Politik

Datum: 01.07.2020 
Autor: Adrian Schneider

Monatliche Lagebeurteilung der Konjunktur und Finanzmärkte. Erfahren Sie mehr über die GKB Anlagestrategie im aktuellen Anlageumfeld.

 

Adrian Schneider

 

Adrian Scheider, Leiter Investment Center

 

Mit der Lockerung der Massnahmen kommt die Wirtschaft zunehmend in Fahrt. Sogar in den USA, wo Covid-19 nicht überall unter Kontrolle ist. Die Datenlage lässt darauf schliessen, dass die wirtschaftliche Entwicklung im dritten Quartal mit Rückenwind, durch fiskal- und geldpolitische Impulse sowie Fortschritten bei der Eindämmung des Virus, startet. Allerdings ist es noch zu früh, um in Euphorie zu verfallen. Durch den starken Einbruch benötigt es Zeit, bis die Weltwirtschaftsleistung wieder auf dem Vorkrisenniveau ist. Viele Frühindikatoren erfassen den Geschäftsgang im Vergleich zum Vormonat. Daher erstaunt die starke Erholung wie beispielsweise der PMI-Daten in den Monaten Mai und Juni nicht.

 

 

Die Unsicherheiten über die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sowie einer zweiten Ansteckungswelle sind unverändert gross. Insgesamt dürfte die globale Wirtschaft aber die Talsohle durchschritten haben. Wir gehen weiterhin von einer graduellen konjunkturellen Erholung im zweiten Halbjahr 2020 aus. Kurzfristig besteht das Risiko einer zweiten Welle. Auch wenn als Folge nicht mit einem strikten Lockdown wie im Frühjahr gerechnet werden muss, würde eine zweite Welle die aktuelle Erholung ins Stocken bringen. Kritisches Element für eine nachhaltige Erholung ist nach wie vor ein Impfstoff. Eine medizinische Lösung würde die wirtschaftliche Erholung rund um den Globus beschleunigen. Nicht komplett ignorieren darf man auch nicht die aufkommenden politischen Risiken durch die bevorstehenden US-Wahlen.

 

Währungen

USD/CHF:
Die markante Aufhellung der Stimmung an den Finanzmärkten führt zu einer deutlich geringeren Nachfrage nach USD. Der US-Dollar leidet vor allem unter der starken Einengung der Zinsprämie.

 

 

EUR/CHF:
Die Nachfrage nach Schweizer Franken hat zuletzt etwas abgenommen. Die Lage bleibt aber fragil. Für die SNB bleiben Deviseninterventionen das Mittel der Stunde.

 

 

Festverzinsliche Anlagen

Die Zinsen im Schweizer Franken sind im Juni leicht angestiegen und befinden sich damit weiterhin in einer Seitwärtsbewegung. In der kurzen «Risk-off»-Phase Mitte Juni hat sich erneut gezeigt, dass sichere Staatsanleihen in unsicheren Zeiten gesucht sind, trotz der negativen Verzinsung. Die 10-jährigen Schweizer Renditen fielen innert drei Tagen um rund 20 Basispunkte und führten somit zu höheren Preisen.


 

Unternehmensanleihen haben sich im Juni leicht positiv entwickelt aufgrund der Einengung der Kreditaufschläge zu Beginn des Monats. Die amerikanische Notenbank Fed gab letzte Woche bekannt, dass sie neu direkt Anleihen von amerikanischen Unternehmen am Sekundärmarkt kauft. Dies dürfte auch den globalen Unternehmensanleihen weiteren Rückenwind verleihen, da US-Unternehmen mit über der Hälfte in der Benchmark gewichtet sind und die sich einengenden Risikoaufschläge auf ausländische Emittenten überträgt. Unternehmensanleihen erhalten zudem weiterhin Unterstützung von den geld- und fiskalpolitischen Massnahmen. Bei den Zinsänderungsrisiken sind wir neutral positioniert. In «Risk-off»-Phasen ist Sicherheit gesucht und Duration bringt Stabilität ins Portfolio. 

 

Aktien

Die globalen Aktienmärkte haben sich im Juni weiter erholt und notieren seit Jahresbeginn nur noch leicht in der Verlustzone. Der Haupttreiber für die Rally waren ebenfalls die gezielten und schnellen geld- und fiskalpolitische Massnahmen.

 

 

Die mittlerweile hohen Erwartungen an die kommende Unternehmensberichtssaison bergen ein gewisses Enttäuschungspotenzial. Der Kurseinbruch vom 11. Juni 2020 zeigt die Verletzlichkeit des Aktienmarktes beispielhaft auf. Die Gefahr einer zweiten Viruswelle und die Geschwindigkeit der konjunkturellen Erholung stellen auch für den Aktienmarkt zurzeit die grössten Risiken dar. Die US-Präsidentschafts-wahlen – und damit verbunden der latente Handelskonflikt zwischen der USA und China – sind weitere Unsicherheitsfaktoren. Die Volatilität wird erhöht bleiben und widerspiegelt damit die hohe Unsicherheit an den globalen Aktienmärkten. Aufgrund des historischen Tiefzinsumfelds beurteilen wir Aktien aber weiterhin als attraktivste Anlageklasse.

 

Immobilien und Gold

Der Schweizer Immobilienmarkt hat sich während der Krise mehrheitlich als stabil erwiesen. Während Immobilienaktien starke Einbussen verzeichneten, reagierten Immobilienfonds wie erwartet Träge. In Abhängigkeit der Nutzungsart konnte eine unterschiedliche Entwicklung beobachtet werden, wobei Wohnliegenschaften sich als defensiver erwiesen haben als Gewerbeliegenschaften. Qualitativ gute Objekte sind weiterhin gefragt. Der Standort und die Bonität der Mieter stehen aktuell im Vordergrund.

Der Goldpreis profitiert weiterhin von den bestehenden Unsicherheiten. Aufgrund der weltweit anhaltenden Neuinfektionen stellen Investoren die Nachhaltigkeit der teilweise erfolgten Konjunkturerholung in Frage. Dies führt zu weiterer Nachfrage nach Gold. Insbesondere Gold-ETF’s verzeichnen hohe Zuflüsse. Unterstützend wirken dabei auch die tiefen Realzinsen sowie der schwächere Dollar.


Positionierung der GKB Anlagestrategie

Historisch tiefe Zinsen veranlassen uns weiterhin zu einer Untergewichtung der Obligationenquote. Erstklasse Staatsanleihen werden gegenüber Unternehmensanleihen, Hochverzinslichen-Anleihen und Anleihen von Schwellenländern untergewichtet. Wandelanleihen überzeugen durch ihren hybriden Charakter. Die ökonomischen Aussichten sind trotz überraschend positiven Fundamentaldaten weiterhin mit Vorsicht zu geniessen und mit Unsicherheit verbunden. Trotzdem sehen wir unser Szenario von einer langsamen aber stetigen Erholung bestätigt. In diesem Umfeld halten wir unsere Aktienquote neutral gewichtet mit Fokus auf Qualität. Alternative Anlagen sind ein strategischer Bestandteil unserer Anlage-Politik und tragen zur Diversifikation des Gesamtportfolios bei. Aktuell halten wir ein Übergewicht in Gold und Immobilien. Insgesamt wollen wir weiterhin von der positiven Risikostimmung profitieren. Aufgrund der hohen Unsicherheit halten wir aber auch an Absicherungen gegen einen Abverkauf durch erhöhte Liquidität und Goldpositionen fest.

 

Positionierung 

 

 

 

 

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