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GKB Anlage-Politik - 2. Quartal 2021

Warum wir für die konjunkturelle Entwicklung zuversichtlich sind und wie man sich in einem Wachstumsumfeld positioniert.

Datum: 24.03.2021 
Autor: Adrian Schneider

 

Die Stimmung an den Finanzmärkten schwankt derzeit zwischen Zinssorgen und Wachstumseuphorie. Zuletzt sind insbesondere die Zinsen in den USA – vor allem im mittel- bis langfristigen Bereich – deutlich gestiegen.

 

Der Zinsanstieg ist im historischen Vergleich moderat, die Zinsen notieren weiterhin auf sehr tiefen Niveaus. Trotzdem hat die Zinsentwicklung für Bewegung an den Finanzmärkten gesorgt. Die Phase mit sehr tiefer oder gar negativer Inflation scheint vorerst vorbei zu sein. Das ist aber kein Grund zur Sorge, weil die Zinsen gegenwertig aus den richtigen Gründen steigen - nämlich in Erwartung höherer Wachstumsraten. Dies ist ein gutes Umfeld für Aktien.

 

Performance Finanzmärkte 1. Quartal 2021

Im ersten Quartal zeigt sich bis jetzt ein zweigeteiltes Bild. Aufgrund der gestiegenen Zinsen haben sich Anleihen negativ entwickelt. Auf der anderen Seite konnten die Aktienmärkte – vor allem Small Caps und Aktien aus Europa – deutlich zulegen. An den Aktienmärkten ist derzeit eine Rotation aus Wachstumsunternehmen in zyklische Unternehmen zu beobachten. Dies aus gutem Grund: Mit steigendem Wachstum und der Wiederöffnung der Wirtschaft werden zyklische Aktien am meisten profitieren. Diese sind weniger anfällig für weitere Zinsanstiege. Ebenfalls auffällig ist der starke Anstieg der Rohstoffpreise. Diese werden vor allem durch steigende Rohölpreise getrieben.

 

Performance

 

Positionierung 2. Quartal 2021

Wir erhöhen die Aktienquote auf eine Übergewichtung. Innerhalb der Aktien fokussieren wir auf Small Caps, Aktien aus Schwellenländern und Europa. Diese profitieren vom erwartet hohen Wachstum am meisten. Die Obligationenquote halten wir in Erwartung steigender Zinsen untergewichtet.

 

Positionierung

 

Lagebeurteilung Konjunktur

     

  • Die Entwicklung der Weltwirtschaft erweist sich trotz zweiter Pandemiewelle als robust.
  • Die Inflation wird in den kommenden Monaten in einigen Ländern steigen. Viele Inflationsfaktoren sind allerdings von vorübergehender Natur.
  • Mit der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft erwarten wir eine starke Erholung der Konjunktur.

Die Entwicklung der Weltwirtschaft erweist sich derzeit als äusserst robust. Dies trotz zweiter Pandemiewelle und teils umfangreicher Restriktionen. Die globalen Konjunkturdaten sind in den vergangenen Monaten über alle Regionen mehrheitlich besser ausgefallen als erwartet.

 

Economic Surprise Index

 

Die grösste positive Wachstumsdynamik sehen wir aktuell in China und den USA. Während China die Pandemie früh unter Kontrolle hatte, sorgen in den USA gigantische Fiskalpakete für Wachstum.

 

Corona: Öffnungen rücken näher
Weltweit fallende Infektionszahlen sowie Fortschritte beim Impfen sorgen für Zuversicht. Die wirtschaftliche Öffnung rückt in vielen Regionen näher, was die Perspektiven zusätzlich aufhellt.

 

Inflationssorgen bleiben bestehen
Der Konjunkturoptimismus treibt die Zinsen in den USA in die Höhe. Die Kombination von Wachstum und expansiver Geld- und Fiskalpolitik heizt Inflationssorgen an. Die Folge wäre, dass die Notenbanken die Geldpolitik restriktiver gestalten und die Zinsen erhöhen. Steigende Zinsen wirken negativ auf die Realwirtschaft und belasten die Finanzmärkte. Dies bremst den wirtschaftlichen Aufschwung.

 

Inflationserwartungen

 

Es gibt derzeit verschiedene Faktoren wie etwa die höheren Rohstoffpreise, die in den kommenden Monaten für höhere Inflationsraten sorgen werden. Bei einigen Inflationstreibern handelt es sich um vorübergehende (pandemiebedingte) Faktoren. Das kurzfristige Inflationsrisiko ist somit beschränkt. Zudem war die Inflation in den letzten Jahren zu tief - ein Anstieg ist daher von den Notenbanken erwünscht.

Die expansive Fiskalpolitik kann mittelfristig aber durchaus zu einem höheren Preisniveau führen. Dies betrifft insbesondere die USA. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Erst eine Normalisierung am Arbeitsmarkt wird zu einem anhaltenden Preisdruck führen. Von diesem Szenario sind wir derzeit allerdings noch weit entfernt.

 

Kräftige wirtschaftliche Erholung erwartet
Die Notenbanken werden das Wirtschaftswachstum in der jetzigen frühen Phase der Erholung nicht gefährden. Aus diesem Grund erwarten wir keine Zinserhöhungen seitens der wichtigsten Notenbanken in diesem Jahr. Spätestens zur Jahresmitte erwarten wir in unserem Basisszenario eine starke Erholung der Konjunktur.

       

Festverzinsliche Anlagen

     

  • Die Zinsen steigen aufgrund des Konjunkturoptimismus.
  • Die Inflationserwartungen steigen seit Monaten, und seit kurzem tragen auch höhere Realzinsen zu steigenden Nominalzinsen bei.
  • Kreditaufschläge von Unternehmensanleihen bewegen sich auf tiefen Niveaus und haben nur noch begrenztes Potenzial.

Die guten wirtschaftlichen Aussichten lassen die Inflationserwartungen steigen, was sich letztlich in höheren Nominalzinsen widerspiegelt. Ein zu hohes Zinsniveau könnte den Aufschwung jedoch gefährden – auf dem aktuellen Level von 1.5 Prozent für 10-jährige US-Staatsanleihen sieht die amerikanische Notenbank aber noch keine Probleme, vorausgesetzt, die Kreditaufschläge für Unternehmensanleihen bleiben auf den aktuell tiefen Niveaus.

 

Renditen 10 Y

 

Wir sehen weiterhin kräftige Unterstützung für die Kreditmärkte von der expansiven Geldpolitik und spendierfreudigen Staaten. Zudem verbessern sich mit dem konjunkturellen Aufschwung auch die Finanzzahlen der Unternehmen. Diese haben in der Krise stark gelitten. Das Renditepotenzial von Unternehmensanleihen ist jedoch begrenzt. Durch die volatileren Zinsbewegungen und die lange Duration von Unternehmensanleihen dürften die Preise in den kommenden Monaten insbesondere von der Zinsentwicklung getrieben werden. Die Obligationenquote ist leicht untergewichtet. Bei den Zins- und Kreditrisiken halten wir an der neutralen Positionierung fest.

 

Aktien

     

  • Das Umfeld für Aktien ist weiterhin positiv.
  • Steigende Zinsen sprechen für eine zyklische Ausrichtung.
  • Hoch bewertete Wachstumsaktien und defensive Aktien sind zu meiden.

Das makroökonomische Umfeld ist intakt und die Vorlaufindikatoren zeigen ein positives Gesamtbild. Wie in vergangenen Erholungsperioden steigen die langfristigen Zinsen an. Steigende Zinsen vermindern die Attraktivität von Aktien gegenüber anderen Anlageklassen. Insbesondere Technologieaktien mit hoher Bewertung geraten unter Druck. Viele Anleger haben ihr Kapital zuletzt in zyklische Aktien umgeschichtet: Banken, Versicherungen, Energie- und Rohstoffwerte sind die grössten Profiteure eines wirtschaftlichen Aufschwungs.

 

Aktienmarktentwicklung

 

Wir halten an der zyklischen Ausrichtung fest, die Aktienquote ist leicht übergewichtet. Small & Mid Caps sind sowohl in der Schweiz als auch global übergewichtet, defensive Aktien («Minimum Volatility») untergewichtet.

Interessante Anlageopportunitäten sehen wir in Europa und in den Schwellenländern. Beide Regionen sind aus Bewertungsgründen weiterhin attraktiv und partizipieren überproportional an der wirtschaftlichen Erholung.

 

Alternative Anlagen

     

  • Dem Goldpreis fehlen Impulse für weitere Kursgewinne – der Preis fällt.
  • Nachfrage nach Schweizer Immobilien bleibt hoch, der Bewertungsunterschied zwischen den Nutzungsarten ebenfalls.
  • Realwerte bieten Schutz gegen eine unerwartet stark ansteigende Inflation.

Nach einem starken Anlagejahr 2020 folgte zu Beginn des Jahres 2021 eine Konsolidierung. Sowohl Gold als auch Immobilien verzeichneten Rücksetzer.

Die beiden Haupttreiber für den Goldpreis, die Realzinsen und die Nachfrage nach Gold, fielen im ersten Quartal 2021 weg. Nebst einer schwachen Nachfrage aus den asiatischen Regionen haben sich zuletzt auch Finanzinvestoren vom sicheren Hafen Gold verabschiedet. Zudem hat der Anstieg der US-Realzinsen zu höheren Opportunitätskosten für das Halten von Gold geführt (siehe Grafik, inverses Verhalten zum Goldpreis).

 

Goldpreisentwicklung

 

Eine ähnliche Entwicklung zeigten die Schweizer Immobilienfonds. Nach einem fulminanten Jahresende 2020 wurde im Februar zwar ein neuer Höchststand erreicht – aktuell notiert der SWIIT Index aber rund 1.5% unter dem Jahresstart. Die Aussichten stehen dennoch gut. Das hat zwei Gründe:

- die hohen Ausschüttungsrenditen und
- die weiterhin hohe Nachfrage von Investitionsseite

Wir bleiben sowohl beim Gold wie auch bei Schweizer Immobilien neutral gewichtet investiert.

 

 

 

 

 

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