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GKB Anlage-Politik - 1. Quartal 2021

Konjunkturelle Erholung in Sicht.

Datum: 17.12.2020 
Autor: Adrian Schneider

 

Das zu Ende gehende Jahr 2020 war einerseits geprägt von der schwersten Rezession und andererseits der schnellsten Konjunkturerholung aller Zeiten. Dank beispielloser geld- und fiskalpolitischer Massnahmen konnten sich die grossen Volkswirtschaften rund um den Globus schnell von der Krise erholen. Für das Jahr 2021 erwarten wir eine unverändert expansive Geldpolitik, stützende Fiskalpakete und eine weitere konjunkturelle Erholung. Die Corona-Pandemie wird uns jedoch weiter begleiten.

 

Performance 4. Quartal 2020

Die globalen Finanzmärkte konnten im vierten Quartal deutlich zulegen. Der November 2020 geht als einer der besten Aktienmonate überhaupt in die Geschichtsbücher ein. Damit steuert das stark durch das Corona-Virus geprägte Anlagejahr auf einen versöhnlichen Abschluss zu. Vor allem Small Caps, Aktien aus Europa und Aktien aus Schwellenländern verzeichnen deutliche Kursgewinne. Ebenfalls aufwärts ging es für die meisten Obligationenmärkte. Auch hier schnitten jene Segmente mit den höchsten Risiken am besten ab. So konnten vor allem Hochzinsanleihen deutlich an Wert zulegen. Negativ entwickelte sich in diesem Umfeld einzig der Goldpreis. Trotz des Preisrückgangs im vierten Quartal weist Gold jedoch immer noch eine der stärksten Preisentwicklungen seit Jahresbeginn auf.

 

Performance

 

Positionierung

Wir halten an der Untergewichtung der Obligationenquote fest. Die Aktienmärkte sind aufgrund der starken Kursgewinne im November kurzfristig etwas überhitzt. Die hohe Marktbreite der Erholung spricht jedoch für einen anhaltenden Aufwärtstrend bei Aktien. Wir richten deshalb unsere Aktienanlagen auf zyklische Sektoren aus und erhöhen die Allokation bei Global Small Caps und Schwellenländeraktien. Alternative Risikoprämien sind 2021 nicht mehr Bestandteil unserer Anlagestrategie und werden zugunsten von Aktien und Obligationen abgebaut.

 

Positionierung

 

Konjunkturentwicklung

2020 war insgesamt ein äusserst turbulentes Jahr. Die Weltwirtschaft ist im Frühling in die schwerste Rezession der letzten Jahrzehnte gefallen. Die starke Erholung über die Sommermonate war ebenfalls einzigartig. Das rasche und koordinierte Eingreifen der Staaten mit Fiskalpaketen und die expansive Geldpolitik der Notenbanken stützte die Märkte und war zwingend nötig, um einen Kollaps des Finanzsystems zu vermeiden.

Die Brexit-Verhandlungen stellen weiterhin einen latenten Unsicherheitsfaktor dar. Wir gehen von einem Mini-Deal für den Güterverkehr aus, wodurch ein harter Brexit abgewandt werden kann.

Nachrichten betreffend einen Impfstoff sowie das Wegfallen der Unsicherheit des US-Wahlausganges sorgten jüngst für eine positive Stimmung bei Unternehmen, was sich in den stabilen PMI-Umfragewerten widerspiegelt. Obwohl die Umfragewerte aufgrund der gesundheitspolitischen Massnahmen  eine Abschwächung der Konjunkturerholung signalisieren, liegen die Werte deutlich höher als noch im Frühjahr.

 

Inflation

 

Inflation spielt weiterhin eine untergeordnete Rolle. In der Eurozone lag die Inflation im November den dritten Monat in Folge im negativen Bereich, bei –0.3%. Die Teuerung bei Nahrungsmitteln nahm zu. Auf der anderen Seite sind die Preise von Industriegütern und im Energiebereich gesunken. Die Kerninflation stagniert in Europa auf dem Rekordtief von 0.2%. Langfristig könnte der Preisdruck allerdings aufgrund der umfangreichen Massnahmenpakete zunehmen.

 

Szenarien 

Für das kommende Jahr erwarten wir in unserem Basisszenario kein Überschiessen der Inflationsraten. In Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung erwarten wir eine graduelle Rückkehr zur Normalität. Die Tatsache, dass bereits im Dezember 2020 in ersten Ländern mit Impfen begonnen wird, stellt einen Beschleunigungsfaktor für die wirtschaftliche Erholung dar. Die geld- und fiskalpolitischen Massnahmen bleiben aber auch im kommenden Jahr, trotz medizinischer Lösung, essenziell zur Unterstützung der konjunkturellen Erholung. Wir gehen davon aus, dass wir weiterhin eine starke Unterstützung durch die Zentralbanken sehen werden.


 

Festverzinsliche Anlagen

Die EZB hat an ihrer Dezember-Sitzung neue stimulierende Massnahmen bekanntgegeben, die bis in den Frühling 2022 reichen. Damit wurden die hochgesteckten Erwartungen der Marktteilnehmer beinahe erfüllt. Die Renditen von deutschen Staatsanleihen sowie von Eidgenossen notieren weiterhin auf tiefen Levels. Besonders die gesunkenen Inflationserwartungen der Marktteilnehmer haben in den letzten Wochen auf die Renditen gedrückt.

 

Hochzinsanleihen

 

Die Inflationsprognosen der EZB weisen darauf hin, dass der Leitzins in der Eurozone über Jahre tief bleiben wird. Unternehmensanleihen, im Speziellen solche aus dem tieferen Ratingsegment, haben sich weiter gut entwickelt. Die Kreditaufschläge liegen wieder auf Vorkrisenniveau. Die anhaltenden expansiven Massnahmen der Notenbanken werden das Kreditsegment weiterhin unterstützen.

Wir halten an der Untergewichtung der Obligationenquote fest, erhöhen jedoch den Anteil an Schwellenländeranleihen leicht.

 

Aktien

Nach dem besten November seit mehr als 20 Jahren haben sich die Aktienmärkte im Dezember beruhigt. Zyklische Sektoren bleiben gefragt, während defensive Sektoren weiterhin Mühe bekunden, mit dem Markt mitzuhalten. Kurzfristig zeigen technische Indikatoren (Put-Call-Ratio, Senti-ment-Indikatoren etc.) eine Überhitzung an. Vieles spricht dafür, dass die Jahresendrally in diesem Jahr im November stattgefunden hat. Die erhöhte Marktbreite ist ein positives Zeichen dafür, dass der Aufwärtstrend nach einer Konsolidierung im neuen Jahr weitergehen dürfte. Der grösste Belastungsfaktor für die Aktienmärkte bleibt die Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Corona-Pandemie.

 

Aktienmarktentwicklung

 

Die Aktienquote bleibt vorerst neutral gewichtet. Wir passen sie aber dem gegenwärtigen Umfeld an und richten sie etwas zyklischer aus. Der Anteil an Small & Mid Caps wird erhöht und der Anteil defensiver Aktien reduziert.

 

Alternative Anlagen

Das aktuelle Marktumfeld ist geprägt von verhaltenem Optimismus, was sich auch im Bereich der Realwerte widerspiegelt. Überraschend gut hält sich in diesem freundlichen Umfeld das Edelmetall Gold, das trotz hoher Gold-ETF-Abflüsse und einer geringen Nachfrage aus den asiatischen Märkten die Marke von USD 1’800 pro Unze halten kann. Die Immobilienfonds (SWIIT-Index) konnten von der Sorglosigkeit profitieren und erreichten ein neues Allzeithoch. Aktuell halten wir sowohl beim Edelmetall Gold wie auch bei den Immobilienanlagen ein Übergewicht.

 

Goldpreisentwicklung

 

Ins neue Anlagejahr 2021 werden wir aufgrund strategischer Anpassungen in der Anlageklasse Gold mit einer neutralen Gewichtung starten – die Immobilienfonds werden zu Beginn leicht untergewichtet sein, wobei auch hier eine neutrale Quote angepeilt wird. Alternative Risikoprämien sind nicht mehr Bestandteil unserer Anlagestrategie und werden verkauft.

 

 

 

 

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