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Gewinner der steigenden Inflation

Datum: 25.05.2021 
Autor: Daniel Lüchinger

Aktuell ist Inflation nicht das wichtigste Thema an den Finanzmärkten, sondern es ist das einzige. Wie bereits im letzten Anlagefokus dargelegt sind wir der Meinung, dass der Inflationsanstieg vorübergehender Natur sein sollte und die Inflationsangst übertrieben ist. Dennoch stellen wir uns und auch Anlegerinnen und Anleger sich die Frage, welche Anlagen von der steigenden Inflation profitieren können.

Daniel Lüchinger

Daniel Lüchinger, Leiter Research und Anlagetechnik bei der Graubündner Kantonalbank

 

«Realwerte bieten einen echten Inflationsschutz.»


Eine Analyse der vergangenen 120 Jahre zeigt, dass Aktien bei einer positiven und leicht ansteigenden Inflationsrate im Durchschnitt eine sehr gute Performance erzielen konnten. Der Vorteil von Aktien im Vergleich zu Obligationen oder Geld auf dem Konto weitet sich mit steigender Teuerung sogar aus.


Begründet wird diese Entwicklung damit, dass Unternehmen die höheren Preise an Kunden weitergeben können. Aktuell werden Aktien zudem durch die historisch stark steigenden Unternehmensgewinne getragen. Dies stellt steigende Aktienkurse und höhere Dividendenausschüttungen in Aussicht. Hingegen bleiben Obligationen-Anleger und Sparer auf ihren stabilen, aber tiefen Zinsen sitzen. Der reale Wert dieser Zinsen nimmt mit steigender Inflation sogar ab.


In Phasen mit steigender Inflation entwickeln sich zudem auch Rohstoffe und Immobilien vorteilhaft. Einen besonderen Status als Inflationsabsicherung bei Anlegern geniesst dabei vor allem Gold.


Unsere Analyse zeigt aber auf, dass Gold vor allem durch die Realzinsentwicklung getrieben ist. Und eben nicht nur durch Inflation an sich. Denn: sollten die Zinsen stärker steigen als die Inflation – also die Realzinsen ansteigen – gerät das Edelmetall unter Druck. Aktuell profitiert Gold aber genau von sinkenden Realzinsen. Die Inflation steigt zwar stark an. Aber nicht stark genug, um die US Notenbank Fed zu verleiten die Zinsen schnell zu erhöhen. Dies bestätigte die US-Notenbank am vergangenen Mittwoch mit der Formulierung, dass der Zeitpunkt für den Beginn einer Diskussion über die gelpolitische Normalisierung ganz allmählich näher rücke. Voraussetzung dafür seien aber weiterhin deutliche Fortschritte der US-Volkswirtschaft. Die aktuellsten Konjunkturdaten fielen aber eher enttäuschend aus. Damit dürfte der Zinsanstieg deutlich hinter jenem der Inflation zurück bleiben.


Übrigens: die Entwicklung der Kryptowährungen wie etwa Bitcoin oder Ether über die letzten Tage zeigt deutlich auf, dass diese Anlageklasse noch stark von Spekulationen getrieben ist und nicht als Inflationsschutz taugt. So haben die Verluste im Universum der Kryptowährungen am vergangenen Mittwoch während des Handelstages teilweise mehr als vierzig Prozent betragen. Diese wurden in der Folge zu einem Teil wieder aufgeholt. Insgesamt eine äusserst volatile Entwicklung.


Für Anleger ist eine ansteigende Inflation per se nicht nachteilig. In diesem Umfeld empfiehlt es sich aber, auf Anlagen zu setzen, die von der Geldentwertung profitieren. Das sind Realwerte wie Aktien, Immobilien oder Rohstoffe wie beispielsweise Gold.

 

Gemeinsam wachsen.