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Europa erwacht

Datum: 31.05.2021 
Autor: Adrian Schneider

Während in den USA die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal stark gewachsen ist und in der Gesamtheit im laufenden Quartal wieder das Vorkrisenniveau erreichen wird, stagniert die Konjunktur in China auf hohem Niveau. In Europa verzeichneten sowohl das vierte Quartal 2020 und das erste Quartal 2021, geprägt von wiederholten gesundheitspolitischen Massnahmen, eine negative Wachstumsrate. Geht das so weiter oder spüren wir in Europa ebenfalls bald einen Aufschwung? Dieser Frage gehen wir im heutigen Anlagefokus nach.

 

«Die Zuversicht in Europa ist gross.»

 

Das Winterhalbjahr 2020/21 war aus wirtschaftlicher Sicht ein äusserst schwieriges für Europa. Die gesundheitspolitischen Massnahmen wurden stetig verlängert und die Impfaktivitäten konnten nur schleppend hochgefahren werden. Im Vergleich zu den USA hinkt Europa nicht nur bei den Impfaktivitäten hinterher, sondern gleichzeitig auch in Bezug auf die wirtschaftliche Erholung. Mit den zu erwartenden höheren Temperaturen, einem beschleunigten Impfprozess und den damit verbundenen Lockerungen der Corona-Beschränkungen dürfte die europäische Wirtschaft über die kommenden Quartale an Fahrt gewinnen. Dies zeigen nicht nur die Erwartungen der von Bloomberg befragten Ökonomen sondern auch die jüngsten Umfrage-Zahlen des IFO-Instituts (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung) zur zukünftigen Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Insbesondere im Einzelhandel sowie im Dienstleistungssektor herrscht grosse Zuversicht auf eine deutliche Besserung der wirtschaftlichen Aussichten. Wir rechnen deshalb auch in Europa mit einem baldigen «Post-Corona-Boom».

Eine positive Entwicklung in Europa konnten wir im Verlaufe der letzten Woche sowie über den ganzen Monat Mai auch an den Finanzmärkten beobachten. Jedoch nicht nur in Europa, sondern die Mehrheit der wichtigsten Aktienmärkte der Welt verzeichneten in der vergangenen Woche Kursgewinne. Nebst den europäischen Börsenplätzen konnten wir insbesondere in den Schwellenländern sowie im japanischen Markt in den letzten Tagen eine überdurchschnittliche positive Entwicklung beobachten. Der heimische schweizer Markt erreichte letzte Woche wiederum einen neuen historischen Höchststand. Damit wird der Schweizer Aktienmarkt auch den Monat Mai mit positiven Vorzeichen abschliessen - notabene der vierte Monat in Folge. Bei diesen Rekordständen an den Aktienmärkten gilt zu berücksichtigen, dass viele gute Nachrichten bereits in den Kursen eingepreist sind. Dies lässt wenig Raum für Enttäuschungen zu. In den kommenden Wochen werden uns besonders die Diskussionen rund um die anziehende Inflation und die damit verbundene Angst vor einem vorzeitigen Ende der ultra-lockeren Geldpolitik weiter begleiten und die Richtung der Finanzmärkte bestimmen.

Der wirtschaftliche Boom ist jedoch da und kommt nun auch in Europa an. An den Finanzmärkten wurden diese Entwicklungen zu einem grossen Teil, wie bereits erwähnt, vorweggenommen. Entsprechend werden nicht alle Aktien über die nächsten Quartale gleichermassen von dieser wirtschaftlichen Erholung profitieren. Deshalb mein Appell an Sie: Rennen Sie nicht jedem Trend hinterher und setzen Sie auf die richtigen Unternehmen – so bevorzugen wir in diesem Umfeld eine Ausrichtung auf zyklische Aktientitel.

 


 

Gemeinsam wachsen.