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Euphorie vorerst gebremst

Datum: 15.06.2020 
Autor: Daniel Lüchinger

Am vergangenen Donnerstag sind die Börsen weltweit wie aus heiterem Himmel regelrecht eingeknickt. So haben etwa US Aktien um circa sechs Prozent korrigiert und damit den grössten Verlust seit zwölf Wochen eingefahren. Die Kursgewinne der vorhergehenden Wochen relativieren diesen Rückschlag teilweise und es gab durchaus auch Zeichen die darauf hingedeutet haben, dass die Aktienmärkte verletzlich geworden sind. Insbesondere technische Indikatoren haben auf eine überkaufte Situation am Aktienmarkt hingedeutet. Hat sich die Situation nach diesem Rückschlag verändert und welche Entwicklung der Aktienmärkte ist in den nächsten Wochen zu erwarten?

 

 

Auslöser für diesen Rücksetzer waren Aussagen von Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Fed, obwohl er eigentlich nur das kommunizierte, was jeder schon wusste. Der Weg aus der Krise wird lange und von Unsicherheiten begleitet. Die Gefahr einer zweiten Infektionswelle besteht weiterhin und die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie bleibt gross. Dies wird auch eindrücklich durch die jüngste Prognose der US-Notenbank für das US-Wachstum illustriert. Die Währungshüter gehen davon aus, dass das reale US BIP im laufenden Jahr um rund 6.5% schrumpfen wird. Die US-Notenbank hat klar signalisiert, dass sie davon ausgeht, ihre Nullzinspolitik bis mindestens Ende 2022 fortzuführen und man habe nicht einmal daran gedacht, über eine Anhebung der Leitzinsen nachzudenken. Diese Aussagen stehen im Kontrast zu einer raschen V-förmigen Erholung der Wirtschaft und wurden von vielen Marktteilnehmern als Motiv für Gewinnmitnahmen nach der zuletzt starken Kursentwicklung genutzt.

 

Wegweisende Woche

Trotz der starken Korrektur vom letzten Donnerstag gab es wesentliche Unterschiede zum Ausverkauf im März. Die Liquidität war zu jedem Zeitpunkt deutlich höher und es fanden sich immer wieder auch Käufer. Die Risiken gemessen z.B. an der Volatilität sind auch deutlich weniger stark gestiegen. Der Ausverkauf der letzten Woche könnte also vor allem die übertriebenen Erwartungen an eine schnelle Erholung der Wirtschaft, schnell wieder steigende Unternehmensgewinne und auch an eine schnelle Lösung im Kampf gegen das Virus, z.B. durch eine Impfung, gedämpft haben. Wenn dem so ist, wird jetzt das Fundament für eine positive Entwicklung in den nächsten Monaten gelegt. Deshalb könnte diese Woche für die Weiterentwicklung wegweisend sein.

 

Fazit

Gegenüber den letzten Wochen hat sich die allgemeine Situation trotz den Aussagen des Notenbankchefs der USA nicht grundsätzlich verändert. Sowohl die Geld- als auch Fiskalpolitik bleiben auf lange Sicht sehr expansiv. Die Risiken sind zwar gestiegen, vom Krisenmodus sind wir jedoch noch weit entfernt. Mit Blick auf die mittelfristige Zukunft gibt es durchaus auch positive Anzeichen. Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass die konjunkturelle Erholung zusehends an Kraft gewinnen wird. In diesem Umfeld favorisieren wir weiterhin Aktien mit guter Qualität und einem soliden Geschäftsmodell. Starke Rücksetzer wie derjenige am letzten Donnerstag, bieten Gelegenheit sich zu positionieren und sollten zum Kauf genutzt werden.

 

 

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