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Erfreuliche Unternehmensberichtssaison

Datum: 21.02.2022 

​Aktuell bestimmen vor allem Risiken die Nachrichtenlage an den Finanzmärkten. So belastet nebst den steigenden Zinsen und der hohen Inflation auch der Konflikt zwischen Russland und der NATO die Stimmung der Investoren. In diesem Umfeld gehen die Berichte über die Unternehmenzahlen förmlich unter. Aus diesem Grund werfen wir heute einen Blick auf die laufende Unternehmensberichtssaison.

«Unternehmensgewinne stützen die Aktienkurse weiterhin.»

 

Die laufende Berichtssaison neigt sich dem Ende zu. Trotz grosser Divergenzen auf Sektoren- und Unternehmensebene ist das Gesamtbild positiv: 78 Prozent der Unternehmen aus dem S&P 500 haben die Gewinnschätzungen der Analysten übertroffen. Das mit Abstand höchste Gewinn- und Umsatzwachstum verzeichnet der Energiesektor, welcher von stark steigenden Ölpreisen profitiert hat.

Die Unternehmensgewinne sind ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der Aktienmärkte. Und hier gibt es durchaus gute Nachrichten. So liegt beispielsweise das Gewinnwachstum in den USA aktuell bei hohen 31 Prozent und damit deutlich höher als im Vorfeld der Berichtssaison erwartet. Dies wäre bereits das vierte Quartal in Folge mit einem Gewinnwachstum von mehr als 30 Prozent.

Auch aus der Schweiz erreichen uns positive Zahlen. 16 der 20 Unternehmen im Swiss Market Index haben ihre Zahlen publiziert. Beim Nettogewinn konnten die Unternehmen die Erwartungen im Durchschnitt um 17 Prozent übertreffen. Eher enttäuschende Zahlen erreichten uns von den grossen Pharmakonzernen: Sowohl Novartis als auch Roche konnten die Erwartungen nicht vollumfänglich erfüllen. Während bei Novartis die zurückhaltende Aussicht für die Generika-Sparte Sandoz auf die Stimmung drückte, belasteten bei Roche die schwache Profitabilität und der vorsichtige Ausblick. Im Rahmen der Erwartungen fielen die Jahreszahlen des Indexschwergewichts Nestlé aus: Positiv war das organische Umsatzwachstum, welches mit 7.5 Prozent über der firmeneigenen Zielmarke von 6 bis 7 Prozent lag. Der Margendruck belastet allerdings auch Nestlé, wenn auch weniger stark als die Konkurrenz.

Eines ist in dieser Berichtssaison aber auffällig. Die Aktienmärkte belohnen positive Gewinnüberraschungen weniger stark als in den letzten Jahren. Verfehlt ein Unternehmen die Gewinnerwartung so sinkt der Aktienkurs in der Folge aber sogar stärker als im Normalfall. Wie beispielhaft an der negativen Entwicklung von Meta – dem US-Technologieriesen, dem unter anderem Facebook und Instagram gehören - zu beobachten. Der Kurs brach nach der Zahlenpublikation um 23 Prozent ein, was die Marktkapitalisierung des Unternehmens um mehr als 200 Mrd. US-Dollar verringerte. Die Gründe hierfür liegen wohl in den leicht rückläufigen Nutzerzahlen, den schwachen Wachstumsaussichten und damit einhergehend den sinkenden Gewinnerwartungen für das laufende Jahr.

Unser Fazit: die Unternehmensgewinne entwickeln sich hervorragend und stützen die Aktienkurse. Anlegerinnen und Anleger werden aber bei Wahl ihrer Aktieninvestitionen selektiver. Die aktuelle Berichtssaison bringt nämlich auch zum Vorschein, welche Unternehmen sich weiterhin auf einem Wachstumspfad befinden.

 

 

Gemeinsam wachsen.