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Startet Biden mit 1.9 Bio. Konjunkturpaket?

Datum: 18.01.2021 
Autor: Daniel Lüchinger

Am nächsten Mittwoch übernimmt Joe Biden offiziell das «Oval Office». Bereits letzte Woche hat der kommende Präsident Details zu seinem ersten Stimuluspaket preisgegeben. Insgesamt umfasst das Konjunkturpaket eine Summe von rund USD 1.9 Bio.. Vorgesehen sind nebst Direktzahlungen an US-Haushalte auch Unterstützungen für besonders betroffene Bundesstaaten sowie die Ausweitung der Hilfe für Arbeitssuchende bis September. Die Finanzmärkte bekommen damit genau das, was sie die letzten Monate immer wollten: Koordinierte, massive Unterstützung von Fiskal- und Geldpolitik. Die erste Reaktion der Finanzmärkte fiel jedoch verhalten aus.

«Eine gesunde Konsolidierung festigt den Aufwärtstrend.»

 

Wir sehen vor allem drei Gründe für die verhaltene Reaktion der Finanzmärkte:

Erstens können die Demokraten die Vorschläge nicht alleine durchsetzen, auch wenn sie die Mehrheit in der Regierung haben. Es ist zu erwarten, dass die Vorschläge Bidens im parlamentarischen Prozess noch zusammengestutzt werden, da die Kongressmehrheiten nicht für eine Durchsetzung aller anvisierten Massnahmen ausreichen. Von den ursprünglich anvisierten USD 1.9 Bio. dürfte am Ende ein etwas tieferes Volumen übrig bleiben.

Zweitens sind die Aktienmärkte in den letzten Wochen bereits stark angestiegen. Eine gesunde Konsolidierung festigt in dieser Phase den Aufwärtstrend. Zudem umfasst das Stimuluspaket die bekannten Erwartungen, welche im Markt bereits wiedergegeben werden.

Und drittens sind die Zinsen angestiegen, und es werden Erinnerungen an 2013 wach. Damals hatte die Fed die Geldpolitik restriktiver gestaltet. Die Folge waren höhere Zinsen und deutliche Verluste bei Aktien. Die aktuelle Entwicklung ist aber nicht vergleichbar mit jener in 2013. Einerseits hält die Fed weiterhin an der expansiven Geldpolitik fest und anderseits sind die Risiken für einen weiteren starken Zinsanstieg gering.

Die vergangene Woche verlief an den Aktienmärkten eher durchzogen, die anhaltende Corona-Pandemie und die Schwierigkeiten, eine rasche Massenimmunität durch Impfungen bis zum Herbst hin zu erreichen, dürften die Konjunkturentwicklung im ersten Quartal den Konsenserwartungen hinterher hinken lassen. Dennoch wird das Handelsgeschehen der kommenden Tage vorwiegend durch die Veröffentlichungen der Unternehmensberichte geprägt sein.

Der Startschuss der Berichtssaison in den USA erfolgte am Freitag traditionell bei den Banken. Die Aktien der Banken, die am Freitag über ihre Geschäftsentwicklung berichteten, konnten sich dem schwachen Marktumfeld nicht entziehen. So wie die Zahlen fielen auch die Kursentwicklungen unterschiedlich aus. Einige Märkte befinden sich weiterhin auf hohen Niveaus, bei Enttäuschungen kann es an den Aktienmärkten zu Korrekturen kommen. Weiterhin wird aber die expansive Fiskal- und Geldpolitik für Wachstum und auch steigende Gewinne sorgen. Davon werden die Aktienmärkte profitieren. Kurzfristige Rückschläge sind daher für langfristig orientierte Anleger eher als Kaufgelegenheiten zu sehen.

 

 

Gemeinsam wachsen.