GKB Hauptsitz

Allzeithöchststände: Wie weiter?

Datum: 14.06.2021 
Autor: Daniel Lüchinger

Der Weltaktienindex legte vergangene Woche um 0.6 Prozent zu und beendete die Woche auf einem neuen Allzeithoch. Auch die Börsenindizes in den USA und Europa verbuchten eine ähnliche Rendite. Spitzenreiter war aber unbestritten der Heimmarkt. Der Schweizer Aktienindex SMI gewann 2.3 Prozent und erreichte ebenfalls einen Rekordstand. Rund um den Globus notieren also viele Aktienmärkte auf neuen Jahres- oder sogar Allzeithöchstständen. Und immer wenn dies der Fall ist, bleibt die Frage: Sollte man jetzt Aktien verkaufen, halten oder etwa sogar kaufen?

«Auf einem Höchststand sind die Renditeaussichten besonders gut.»

 

Die Zukunft ist zwar nicht die Hochrechnung der Vergangenheit; trotzdem kann in diesem Fall ein Blick auf die Vergangenheit nützlich sein. Seit 1990 hat der SMI auf Wochenbasis 149-mal einen neuen Allzeithöchststand erzielt. Spannend ist aber vor allem die Entwicklung der Aktienmärkte nach einem neuen Höchststand. Unsere Analyse zeigt ein interessantes Muster: Die Rendite in den ersten 20 Wochen nach einem neuen Höchststand ist mit durchschnittlich 15.4 Prozent pro Jahr rund zweimal höher als die jährliche Rendite über den gesamten Zeitraum. Interessant ist auch der Blick auf die Renditeverteilung: Nach einem Allzeithöchst hat sich der Aktienmarkt deutlich öfter positiv entwickelt. Oder anders ausgedrückt – auf einem Höchststand sind die Renditeaussichten besonders gut.

Übrigens: Stellt man den Aktienmarkt ins Verhältnis zu einem anderen Realwert wie beispielsweise Gold, sind die Rekordstände zu relativieren. Der SMI ist in Gold gerechnet noch circa 40 Prozent unter seinem Allzeithöchststand aus dem Jahr 2001. Das wären ja gute Aussichten. Höhenangst ist am Aktienmarkt somit genauso irrational wie zum Beispiel auf dem Eiffelturm.

Auch das fundamentale Umfeld spricht weiter für risikobehaftete Anlagen wie Aktien. Die wirtschaftliche Erholung aus der Pandemie schreitet weiter voran und massive fiskalpolitische Massnahmen sowie eine erfolgreiche Impfkampagne sorgen für eine positive Wachstumsdynamik. Die Notenbanken beteuern unverändert, die expansive Geldpolitik fortzusetzen. Eine Reduktion der Stimulus-Massnahmen erscheint verfrüht. Die Inflation ist zwar in den letzten Monaten kräftig angestiegen; dazu führten ungünstige Basiseffekte, Lieferengpässe und Nachholeffekte durch die wirtschaftliche Öffnung. Die US-Notenbank Fed erwartet allerdings nur ein temporäres Überschiessen der Zielmarke für die Inflationsrate und sieht zurzeit keine Dringlichkeit einer restriktiveren Geldpolitik. Das bedeutet gleichzeitig gute Rahmenbedingungen für Unternehmen. Die zuletzt rapportierten Geschäftszahlen der Unternehmen senden durchwegs positive Signale aus. Sowohl die Gewinne als auch die Gewinnerwartungen tendieren nach oben. Des Weiteren ist der Risikoappetit der Anleger unverändert hoch und die Volatilität befindet sich auf tiefem Niveau.

Aktien schneiden im aktuellen Umfeld in der Regel besser ab als Anleihen. Es gibt zahlreiche Gründe, um in Aktien zu investieren respektive investiert zu bleiben – trotz Allzeithochs.

 

Gemeinsam wachsen.