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Aktienmärkte zwischen Hoffen und Bangen

Datum: 14.03.2022 

Der Krieg in der Ukraine überschattet aktuell alles und sorgt auch an den Aktienmärkten für Verluste. Anleger schwanken dabei zwischen der Hoffnung auf eine Entspannung im Krieg zwischen Russland und der Ukraine und der Sorge um eine weitere Eskalation.

«Wer bereits investiert ist, sollte jetzt Ruhe bewahren.»

Der Krieg in der Ukraine überschattet aktuell alles und sorgt auch an den Aktienmärkten für Verluste. Anleger schwanken dabei zwischen der Hoffnung auf eine Entspannung im Krieg zwischen Russland und der Ukraine und der Sorge um eine weitere Eskalation. Die Entwicklungen an den Aktienmärkten vergangene Woche zeigten dies eindrücklich: Je nach Nachrichtenlage schwankten die Börsen – insbesondere in Europa – um einige Prozent. Auf Wochensicht verzeichneten die europäischen Aktienmärkte eine Erholung. Auch der Schweizer Aktienmarkt konnte zulegen. Der US-Aktienmarkt hingegen verbuchte einen Kursrückgang. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hatte er sich relativ gut gehalten. Noch stärker gaben Schwellenländeraktien letzte Woche nach. Die Unsicherheit an den Aktienmärkten wird in der kurzen Frist anhalten. Zusätzlich belastet die anhaltend hohe Inflation die Stimmung der Investoren. Wie sollten Anleger jetzt reagieren?

Um diese Frage zu beantworten, haben wir vergleichbare Phasen der letzten 50 Jahre analysiert. Eines ist klar: Kriege belasten die Aktienkurse. Verluste von 10 bis sogar 20 Prozent sind dabei keine Seltenheit. Wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass diese Verluste oft innerhalb von weniger als drei Monaten wieder aufgeholt werden. Geopolitische Risiken haben an den Finanzmärkten also kurze Beine. Darum sollten wir den Blick auf die aktuelle Konjunktur legen. Selbstverständlich belastet der Krieg auch die Wirtschaft. Insbesondere die russische Wirtschaft leidet stark unter dem Krieg und den beschlossenen Sanktionen. Eine tiefe Rezession in Russland im laufenden Jahr ist unvermeidlich. Der direkte Einfluss des Konflikts auf das Weltwirtschaftswachstum wird sich in Grenzen halten, da Russland und die Ukraine nur einen vergleichsweise geringen Anteil ausmachen. Die indirekten Auswirkungen auf die globale Wirtschaftsentwicklung sind schwieriger zu beziffern. Dennoch, die Wachstumsaussichten bleiben vorteilhaft. Das globale Wirtschaftswachstum dürfte sich leicht abschwächen, eine globale Rezession erwarten wir nicht.

Damit bleibt das Umfeld für Aktien attraktiver als für Obligationen. Nach den teilweise starken Verlusten in diesem Jahr – der Schweizer Aktienindex SMI notiert beispielsweise mehr als 10 Prozent im Minus – sind Beteiligungspapiere zudem günstiger geworden. Vor allem längerfristig sind Aktien ein sehr gutes Investment: So haben Anleger in Schweizer Aktien seit 1987 nur gerade in fünf Phasen eine negative Rendite erzielt, wenn sie mindestens fünf Jahre investiert waren. Mit einem Anlagehorizont von 10 Jahren sprang sogar immer ein Gewinn heraus.

Wer also bereits investiert ist, sollte jetzt Ruhe bewahren. Oft ist es besser, Krisen am Aktienmarkt einfach auszusitzen. Wer noch nicht investiert ist, sollte jetzt einen gestaffelten Einstieg prüfen. Zu favorisieren sind Unternehmen mit einem robusten Geschäftsmodell, Preissetzungsmacht und einer angemessenen Bewertung.

 

Gemeinsam wachsen.