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Aktienmärkte im Rückwärtsgang

Datum: 02.11.2020 
Autor: Daniel Lüchinger

An den Aktienmärkten herrschte in der letzten Woche Verkaufsstimmung. Die Volatilität ist angesichts der zahlreichen Unsicherheiten sprunghaft angestiegen. Für viele Aktienmärkte war es sogar die schlechteste Woche der letzten Monate. So ging es zum Beispiel für den Schweizer Aktienindex um über 4 Prozent nach unten und auch in Europa und den USA waren Kursrückgänge um über 5 Prozent zu beobachten. Besser hielten sich die asiatischen Börsenplätze und die Schwellenländer.

«Wir sehen drei treibende Faktoren hinter diesen Entwicklungen.»

 

Noch bis Mitte Oktober zeigten sich die Aktienmärkte trotz vieler Unsicherheiten robust. In der letzten Woche hat sich die Stimmung aber deutlich eingetrübt und die Risiken sind sprunghaft angestiegen. Wir sehen drei treibende Faktoren hinter diesen Entwicklungen.

Hauptauslöser sind die stark steigenden Corona-Neuinfektionen und die strengeren Einschränkungsmassnahmen, die die wirtschaftliche Erholung gefährden. Die aktuelle Berichtssaison der Unternehmen entwickelt sich zwar gut, die Angst vor einem erneuten längeren Lockdown der Wirtschaft belastet aber den Ausblick für die Unternehmen deutlich. Zweitens reagierten Investoren enttäuscht auf die gescheiterten Verhandlungen über ein neues Fiskalpaket in den USA. Drittens gesellt sich zu diesen wirtschaftlichen Risiken auch noch die Unsicherheit rund um die Präsidentschaftswahlen in den USA.

Die Wahlprogramme der beiden Kandidaten könnten nicht unterschiedlicher sein. Die Wettquoten sprechen kurz vor den Wahlen für ein Kopf an Kopf Rennen zwischen dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und dem amtierenden US-Präsidenten. Derweil führt den jüngsten Umfragewerten zufolge aber der demokratische Herausforderer noch immer mit beträchtlichem Abstand. In den USA wird zwar morgen gewählt, ob aber bereits morgen ein Resultat der Wahl präsentiert wird, ist fraglich. Es wird befürchtet, dass eine mögliche, knappe Wahlniederlage von Donald Trump nicht akzeptiert werden würde. Alles andere als ein klarer Sieg der einen oder anderen Partei dürfte entsprechend weiterhin für Unsicherheit sorgen.

Alle diese Faktoren sprechen für aktuell deutlich erhöhte Risiken. Wir gehen unverändert davon aus, dass die Zentralbanken noch länger an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten und rechnen noch in diesem Jahr mit weiteren Massnahmen. Zudem werden erneute Einschränkungsmassnahmen aufgrund der Corona-Krise durch neue Stützungspakete der Staaten abgefedert werden. In Kombination mit der Aussicht auf weitere fiskalpolitische Unterstützungen sehen wir gute Voraussetzungen für risikoreiche Anlagen. Wir müssen uns in den nächsten Wochen jedoch auf eine Phase mit anhaltend hoher Unsicherheit und schwankenden Aktienkursen einstellen. In dieser Woche erhalten wir, zumindest was die US-Wahlen angeht, etwas Licht ins Dunkel. Trotz der kurzfristigen Unsicherheiten sind Aktien mittel- bis langfristig, insbesondere im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen, attraktiv. Wir bleiben für die längerfristige Entwicklung der Aktienmärkte zuversichtlich.

 

 

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