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Aktienmärkte trotzen Inflation

Datum: 01.11.2021 

Starke Unternehmenszahlen haben die Aktienmärkte in der letzten Woche zu neuen Rekorden geführt. Die starke Performance an den Aktienmärkten überrascht angesichts der zahlreichen Herausforderungen, mit denen die Unternehmen im aktuellen Umfeld konfrontiert sind. Zudem steigt die Inflation, aufgrund von steigenden Energiepreisen und Lieferkettenproblemen, auf neue höhen.

«Energiepreise sind der grösste Treiber der Inflation.»


Die globalen Aktienmärkte haben ihren Aufwärtstrend die vierte Woche in Folge fortgesetzt und die Delle vom September mehrheitlich wettgemacht. Starke Unternehmenszahlen haben die Aktienmärkte in der letzten Woche zu neuen Rekorden geführt. In den USA haben bereits mehr als die Hälfte der Unternehmen im S&P 500 ihre Zahlen für das vergangene Quartal publiziert. Diese überraschen sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Gewinnen positiv. So haben 67 Prozent der Firmen beim Umsatz und 82 Prozent beim Gewinn die Erwartungen übertroffen.


Die starke Performance an den Aktienmärkten mag angesichts der zahlreichen Herausforderungen, mit denen die Unternehmen im aktuellen Umfeld konfrontiert sind, auf den ersten Blick überraschen. Sinkende Konsumentenerwartungen und eine schwächere Industrieproduktion stehen nämlich im Gegensatz zu den guten Unternehmensdaten. Zudem belasten die enormen Lieferengpässe, das abnehmende Wirtschaftswachstum und die steigenden Infektionszahlen. Ausserdem ist die Inflation in den USA auf den höchsten Stand seit 30 Jahren geklettert. Auch in der Eurozone erreichte die Inflation im Oktober mit über vier Prozent den höchsten Wert seit über 13 Jahren.


Steigt die Inflation nun auf unbekannte Höhen und beendet den aktuellen Aufschwung?



Dank den globalen Lockerungen der Corona-Massnahmen ist die Nachfrage in diesem Jahr stark angestiegen. Diese grosse Nachfrage hat in Kombination mit den Lieferengpässen dazu geführt, dass sich die Preise erhitzt haben. Unsere Analyse zeigt jedoch, dass der grösste Treiber der Inflation die Energiepreise sind. Mit der steigenden Inflation sind auch die Erwartungen an die zukünftige Teuerung angestiegen. So gehen beispielsweise die Konsumenten in den USA auch im nächsten Jahr von einer Preissteigerung von mehr als fünf Prozent aus. Diese Erwartung ist unserer Meinung nach aber zu hoch.

Inflationsraten beschreiben immer eine prozentuale Preisveränderung. Vereinfacht ausgedrückt: Um die derzeitige Inflationsrate zu halten müssten die Ölpreise im gleichen Ausmass zulegen wie im letzten Jahr. Ein Szenario mit einem Ölpreis von über 140 US-Dollar pro Fass erachten wir aber als unwahrscheinlich. Sollte der Ölpreis also weniger stark ansteigen oder gar sinken, so wird die Teuerung im kommenden Jahr ebenfalls abflachen.

Aufgrund der anhaltenden Verzerrungen in den weltweiten Lieferketten werden uns die erhöhten Inflationsraten noch länger begleiten. Kurzfristig wird das globale Wachstum von den Lieferengpässen gedämpft. Die Unternehmen werden die steigenden Einkaufspreise an die Kunden weitergeben. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Lieferengpässe temporärer Natur sind und rechnen nicht damit, dass sich die Rohstoffpreise künftig mit der gleichen Dynamik entwickeln werden. Deshalb gehen wir im nächsten Jahr von einer Trendwende in der Preisentwicklung aus und rechnen mit abnehmenden Inflationsraten.




Gemeinsam wachsen.