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Wirtschaftliches Umfeld und Marktupdate

Datum: 13.05.2020 
Autor: Daniel Lüchinger

Die jüngst publizierten Wirtschaftsdaten fallen erwartungsgemäss schlecht aus und zeigen allmählich das Ausmass der Corona-Krise. Die Unsicherheiten bezüglich der Dauer und Tiefe der Krise sind weiterhin sehr gross.

 

Daniel Lüchinger, Leiter Research & Anlagetechnik

 

Wirtschaftliches Umfeld

Die ökonomischen Aussichten bleiben gedämpft. Die jüngst publizierten Wirtschaftsdaten fallen erwartungsgemäss schlecht aus und zeigen allmählich das Ausmass der Krise. Solange wir konjunkturseitig nicht eine klare Bodenbildung sehen, ist weiterhin Vorsicht angebracht. Die Unsicherheiten bezüglich der Dauer und Tiefe der Krise sind weiterhin sehr gross. In unserem Basisszenario gehen wir unverändert von einer U-Bewegung der Wirtschaftsentwicklung aus. Die Bodenbildung der globalen Wirtschaft im 2. Quartal zeichnet sich aber ab. Die wirtschaftliche Öffnung schreitet in den meisten Ländern aber zögerlich voran und im Grundsatz besteht das Risiko eines erneuten Anstiegs der Infektionszahlen. Sollte der Ausstieg aus dem Lockdown gelingen, wird sich die Wirtschaft kontinuierlich erholen. Eine Rückkehr zum Potentialwachstum werden wir in diesem Jahr allerdings nicht mehr sehen.

Die Finanzmärkte sind von den aktuellen Konjunkturdaten wenig beeindruckt. Die Blicke sind bereits verstärkt in die Zukunft gerichtet und darauf gehofft, dass die Lockerungsmassnahmen zu einer raschen Wirtschaftsbelebung führen. Da herkömmliche Daten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erst mit zeitlicher Verzögerung verfügbar sind, versuchen wir mittels sogenannten Hochfrequenzdaten, wie beispielsweise Arbeitslosenzahlen oder die Bettenauslastung im Tourismus, ein zeitnahes Bild über den Stand der Wirtschaft zu erhalten. Nachfolgend werden diese für die Schweiz dargestellt.

 

 

Aktienmarkt

Die Aktienmärkte halten sich angesichts der Schwere des ökonomischen Schadens erstaunlich gut. Seit dem Jahrestief von Mitte März ist der globale Aktienmarkt (in CHF) bereits wieder über 25% angestiegen. Die beispiellosen Hilfspakete der Regierungen entfalten bei den Marktteilnehmern eine beruhigende Wirkung. Gleichzeitig sorgt die ultra-expansive Geldpolitik der Notenbanken für dauerhaft tiefe Zinsen. Kurzfristig bleiben die Märkte aber korrekturanfällig. Negative Meldungen zum Verlauf der Pandemie könnten die Erholung empfindlich stören. Zudem werden die tatsächlichen Auswirkungen der globalen Lockdowns auf die Unternehmensergebnisse erst bei der Publikation der Halbjahreszahlen im Sommer sichtbar werden.

 

Obligationen

Staatsanleihen in der Schweiz und Deutschland waren die letzten Wochen weiter gesucht und deren Kurse konnten zulegen. Damit ist das Renditeniveau in der Schweiz auf dem Level vom Jahresbeginn. Die treibenden Kräfte kommen von Seiten der sehr aktiven Geld- und Fiskalpolitik, welche die Konjunktur mit allen Mitteln unterstützen. Auch bei den Unternehmensanleihen ist etwas Ruhe eingekehrt. Die Kreditaufschläge haben sich von den Krisenhöchstständen gelöst und haben sich auf hohen Niveaus stabilisiert. Die Kreditrisikoprämien sind auf diesen Levels weiterhin attraktiv.

 

Immobilien

Der Immobilienmarkt Schweiz zeigt sich weiterhin robust. Auswirkungen des Lockdowns und längerfristige Veränderungen werden vor allem im Bereich der kommerziellen Liegenschaften spürbar werden. So sind aktuell politische Diskussionen im Gange, ob Mietzahlungen für die Monate März und April teilweise ausgesetzt werden sollen. Mittelfristig dürfte der Trend zu Onlinehandel und Home Office zudem zu erhöhten Leerständen führen – wobei gute Lagen weiterhin gesucht sein werden. Im Wohnbereich dürfte die Krise kurzfristig geringe Auswirkungen haben. In der mittleren Frist könnte aber auch hier eine tiefere Zuwanderung zu einem Rückgang der Nachfrage führen.

 

Gold

Der Goldpreis hat nach starken Kursgewinnen Ende März und Anfangs April, zuletzt eine Verschnaufpause eingelegt und sich in einem Seitwärtsband zwischen USD 1‘680 und 1‘730 pro Unze bewegt. Gestützt wird der Kurs von tiefen Realzinsen und der starken Nachfrage von Investoren. Die Rahmenbedingungen für eine Goldinvestition erachten wir weiterhin als attraktiv. Die Zinsen werden auf lange Sicht tief bleiben und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise werden immer sichtbarer. Zusätzlich dürfte das Vertrauen in Papiergeld nachlassen und damit die Nachfrage nach sichere Häfen hoch halten.

 

Fazit & Empfehlung

Wir halten an unserem Basisszenario einer langsamen und stetigen Erholung der Wirtschaftstätigkeiten weiterhin fest. Die Aktienmärkte sind relativ stark angestiegen und sind daher anfällig für Rückschläge. Daher halten wir ein leichtes Untergewicht der Aktienquote. Dagegen erachten wir die Renditeaussichten bei Unternehmensanleihen vor allem aus dem High Yield Segment als aktuell attraktiv und haben diese entsprechend übergewichtet. Zudem stabilisieren wir unsere Portfolios durch die Beimischung von Gold und Immobilien.

 

 

 

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