Höchststände trotz Pandemie

Datum: 12.04.2021 
Autor: Daniel Lüchinger


Die Situation in der Pandemie hat sich in den letzten Wochen wieder verschlechtert. Die Aktienmärkte zeigen sich bisher jedoch unbeeindruckt davon. Gerade vor Ostern hat der US Aktien Index S&P 500 zum ersten Mal in der Geschichte, die Marke von 4‘000 Punkten übertroffen. Am letzten Freitag schloss der Index die Woche dann auf einem neuen Allzeithöchststand ab. 



«Markttiming kann teuer werden.»


Höchststände sind jedoch nicht nur am amerikanischen Aktienmarkt zu beobachten. Auch in Europa erreichen sowohl der deutsche als auch der französische Leitindex neue Rekordhöhen. Der heimische Swiss Performance Index SPI muss sich ebenfalls nicht verstecken. Interessanterweise haben im zweiten Quartal bislang eher diejenigen Aktienmärkte besser abgeschnitten, die im bisherigen Jahresverlauf auf den hinteren Plätzen lagen. Sorgen oder sogar Ängste aufgrund der sich verschlechternden Infektionszahlen können wir bei den Investorinnen und Investoren definitiv nicht erkennen. Doch wie gehen wir mit diesen Rekorden um? Müssen Anlegerinnen und Anleger nun die grosse Korrektur befürchten und versuchen den idealen Ausstieg zu finden?


Die Strategie klingt eigentlich einfach: «buy low and sell high». Also kaufe, wenn die Kurse tief sind und verkaufe wenn sie hoch sind. In der Umsetzung ist diese Strategie jedoch äusserst anspruchsvoll. Das letzte Jahr bietet dafür ein anschauliches Beispiel. Nach einer wilden Achterbahnfahrt mit zeitweise deutlichen Verlusten notieren die Aktienmärkte heute um über 25% höher als noch zu Beginn des letzten Jahres. In diesem Zeitraum die richtigen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte zu treffen war äusserst schwierig wenn nicht sogar unmöglich. Und wenn wir den Zeitpunkt beim Verfolgen dieser Strategie nicht zu 100% treffen, so hat dies schwerwiegende Konsequenzen: Die Rendite wird sogar stark negativ, wenn nur die besten Fünf von insgesamt 320 Tagen verpasst werden. Also knapp 1,5% der Tage bestimmen über Gewinn oder Verlust. Der Versuch den Markt zu timen kann also sehr teuer werden. Eine alte Börsenweisheit besagt: «Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, hat sie auch nicht, wenn sie wieder steigen». Unsere Erfahrung zeigt, dass eine langfristige Strategie mit regelmässigen Aktienkäufen die bessere Alternative ist. Dies erfolgt am einfachsten z.B. im Rahmen eines Anlagesparplans.


Nach der starken Entwicklung der Aktienmärkte über die letzten Monate erwarten wir die Rückkehr zu einer gewissen Normalität. Das heisst, dass wir eine Performance der Aktienmärkte erwarten, die sich wieder im üblichen Rahmen einpendelt. Die Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte sind nach wie vor gut: Die Geldpolitik bleibt auf absehbarer Zeit locker und die Wirtschaft bleibt auf Erholungskurs. Dies bestätigen auch die starken Konjunkturdaten aus den USA, die in den letzten zwei Wochen veröffentlicht wurden. Aus unserer Sicht bieten Aktien weiterhin ein attraktives Renditepotenzial. Entscheidend für die Performance in den nächsten Quartalen sind vor allem die Gewinnentwicklungen der Unternehmen. Erste Hinweise bekommen wir schon in dieser Woche mit dem Start der Berichtssaison zum ersten Quartal. 






Gemeinsam wachsen.