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Bremsen Lockdown-Sorgen die Aktienmärkte aus?

Datum: 22.11.2021 

In den letzten Wochen sind die Corona-Infektionszahlen vor allem in Europa deutlich angestiegen. In der Folge haben insbesondere stark betroffene Länder erneut damit begonnen, schmerzvolle Einschränkungen zu verhängen. Stoppt Corona jetzt den guten Lauf der Aktienmärkte?

«Unserer Ansicht nach überwiegen die positiven Zeichen.»

 

In den letzten Wochen sind die Corona-Infektionszahlen vor allem in Europa deutlich angestiegen. In der Folge haben insbesondere stark betroffene Länder erneut damit begonnen, schmerzvolle Einschränkungen zu verhängen. Allen voran Österreich – dort gelten ab Anfang dieser Woche wieder Ausgangsbeschränkungen, Ungeimpfte müssen sich auf einen Lockdown auf unbestimmte Zeit einstellen. Am Wochenende kam es in mehreren Städten Europas zu Massenkundgebungen gegen die erneuten Corona-Massnahmen.

Stoppt Corona jetzt den guten Lauf der Aktienmärkte? Die Reaktion der Finanzmärkte vergangene Woche war vorhersehbar: Aktien, Zinsen und auch der Euro haben korrigiert. Nach einem zunächst erfreulichen Verlauf für die Aktienmärkte wurden zahlreiche Indizes Ende Woche durch die steigenden Infektionszahlen und wieder aufflammende Lockdown-Sorgen gebremst. Auch die Renditen der Staatsanleihen konnten ihren ansteigenden Trend bis Mitte der Woche zunächst fortsetzen. Unter dem Eindruck der sich verschlechternden Corona-Situation gaben sie dann jedoch am Freitag deutlich nach. Die Sorgen der Marktteilnehmer führten auch zu einer Flucht in den als sicher geltenden Hafen Schweizer Franken, was das Währungspaar CHF/EUR auf ein Mehrjahrestief drückte. Zusätzlicher Druck auf den Euro kam zum Wochenschluss auch von der Geldpolitik: EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigte die weiterhin extrem lockere Ausrichtung der Notenbank, trotz erhöhter Inflation.

Allgemein hielten sich die Verluste aber in Grenzen und deuten eher auf gesunde Gewinnmitnahmen hin – zumal an den Aktienmärkten zuvor sechs Wochengewinne in Folge verzeichnet wurden.

 

Unserer Ansicht nach überwiegen denn auch die positiven Zeichen:

  1. Die Konjunkturdaten aus den USA – vor allem die Daten zu den Detailhandelsumsätzen sowie der Industrieproduktion – zeigen, dass die US-Wirtschaft mit viel Schwung ins letzte Quartal gestartet ist. Und dieser Schwung dürfte bis ins nächste Jahr anhalten.
  2. Die Einschränkungen der Wirtschaft bremsen zwar das Wachstum in Europa und es ist zu befürchten, dass das wirtschaftliche Wachstum in Europa in den kommenden Monaten einen Dämpfer erhalten wird. Der Effekt ist aber deutlich geringer als noch im letzten Jahr – eine Stagnation oder einen Rückfall in eine Rezession erwarten wir aktuell nicht.
  3. Zudem sprechen die hohen Unternehmensgewinne und die guten Gewinnaussichten weiterhin klar für Aktien. Aufgrund der tiefen Zinsen bleiben Aktien die attraktivste Anlagealternative. Dies zeigt auch der Blick auf die Risikoprämie am US-Aktienmarkt, die trotz des diesjährigen Anstiegs des S&P 500 noch immer über dem langfristigen Durchschnitt notiert.

 

Die Risiken an den Aktienmärkten werden mit steigenden Infektionszahlen ebenfalls ansteigen. Dennoch sprechen das solide Wachstum, die guten Unternehmensgewinne und anhaltend tiefe Zinsen weiterhin klar für eine positive Entwicklung der Aktienmärkte.

 

Gemeinsam wachsen.