GKB Hauptsitz

Blaue Welle erleichtert den Umbruch.

Datum: 11.01.2021 
Autor: Daniel Lüchinger

 

Was für ein Start ins neue Jahr! Joe Biden wurde letzten Mittwoch trotz der gewaltsamen Stürmung des Kapitols als nächster Präsident der USA bestätigt. Die Stichwahlen für den US-Senat im Bundesstaat Giorgia wurden von diesem Chaos überschattet. Die Demokraten feierten einen historischen Doppelsieg und kontrollieren nun mit der Mehrheit im Senat, im Repräsentantenhaus und dem Präsidentenamt alle drei Machtzentren der USA.

«Der konstruktive Ausblick begünstigt zyklische Anlagen.»

 

Diese Situation wird als «blaue Welle» bezeichnet. Diese Ausgangslage macht den Amtsantritt für Joe Biden deutlich einfacher. Doch was bedeutet die «blaue Welle» für die Entwicklung der Finanzmärkte?

Mit der Kontrolle über den Senat wird der neue Präsident Joe Biden seine Wirtschaftspolitik besser umsetzen können. Dies hat vor allem drei wichtige Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Erstens setzt Joe Biden einen klaren Fokus auf nachhaltiges Wachstum. Damit könnten Anlagethemen wie beispielsweise erneuerbare Energien trotz zuletzt starkem Anstieg weiter an Bedeutung gewinnen. Zweitens wird es eine stärkere staatliche Unterstützung durch Fiskalpakete geben, um die Folgen der Pandemie abzufedern. Zusammen mit einer voranschreitenden, erfolgreichen Impfkampagne zur Eindämmung von Covid-19 wird die wirtschaftliche Normalisierung so beschleunigt werden. Und drittens entwickeln sich Aktien in der Regel in einem Umfeld von positivem Wachstum und anziehender Inflation sehr gut.

Angst vor der «blauen Welle» kam an den Finanzmärkten indes nicht auf. Aufgrund der knappen Mehrheitsverhältnisse, insbesondere im Senat, ist nicht davon auszugehen, dass der neue US-Präsident eine wirtschaftspolitisch problematische Agenda umsetzen wird.

Die Zinsen bleiben  auch im neuen Jahr von den Nachwehen der Coronakrise und der zweiten Welle der Pandemie geprägt. Die expansiven Massnahmen der bedeutenden Zentralbanken zur Ankurbelung der Wirtschaft werden weitergeführt und reichen mindestens bis ins Jahr 2022. Längerfristig werden die höheren Schulden, das höhere Wachstum und auch die steigende Inflation zu steigenden Zinsen führen. In diesem Umfeld sollten sich Aktien besser entwickeln als Obligationen. Der grösste Belastungsfaktor für die Aktienmärkte bleibt die Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Corona-Pandemie. Der Durchbruch an der Impfstofffront verbessert allerdings die makroökonomische Perspektive und damit auch die Aussichten für Aktien. Bessere Unternehmensergebnisse werden die Aktienmärkte unterstützen und mögliche Bewertungskorrekturen ausgleichen. Der konstruktive Ausblick begünstigt zyklische Anlagen. Insbesondere klein- und mittelkapitalisierten Unternehmen dürften gegenüber grosskapitalisierten Unternehmen profitieren. Auch Schwellenländeraktien erachten wir als attraktiv. Defensive Aktien werden weiterhin einen schweren Stand haben, leisten aber nach wie vor einen wichtigen Diversifikationsbeitrag im Portfolio. In der Selektion legen wir den Fokus weiterhin auf Qualitätstitel mit langfristigen Wettbewerbsvorteilen und gutem ESG-Rating. Eine Erhöhung der zyklischen Titel erachten wir aufgrund des starken Momentums als sinnvoll.

 

Gemeinsam wachsen.